Halb Europa stöhnt in diesem Juli 2022 unter einer Hitzewelle. Die Thermometer in Italien, Spanien und Frankreich kletterten teils über die 40 Grad-Marke. Auch in Deutschland werden in dieser Woche Temperaturen von über 35 Grad erwartet. Wie können wir jetzt die Pflanzen, Bäume und Sträucher im Garten und auf dem Balkon unterstützen?
  • Wie oft soll man bei Hitze gießen?
  • Wann ist der beste Zeitpunkt zum Gießen im Hochsommer?
  • Gibt es noch andere Gießtipps bei Hitze?
Hier gibt es alle Infos zum Thema:

Wie oft soll man bei Hitze gießen?

Das erste Gießgebot im Hochsommer lautet: lieber seltener gießen und gut durchfeuchten als häufig und wenig zu gießen. Denn Pflanzen stellen sich darauf ein, wenn sie mit täglichen Häppchen versorgt werden. Gräser zum Beispiel werden verleitet, ihre Wurzeln flacher wachsen zu lassen - also nur bis dorthin, wo das oberflächliche Gießen den Boden befeuchtet.
Dort sind sie aber in trockenen Zeiten anfälliger - und erst recht darauf angewiesen, dass der Gärtner immer da ist und für Nachschub sorgt. Daher rät auch die Deutsche Rasengesellschaft, den Rasen nicht täglich, dann aber alle Tage kräftig zu gießen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) empfiehlt auf seiner Internetseite für viele Regionen in Deutschland, in welchem Bewässerungsintervall gegossen werden sollte. So gilt beispielsweise gerade für den Raum Stuttgart, dass man alle zwei Tage zehn Liter pro Quadratmeter wässern sollte.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Gießen im Hochsommer?

Wenn das Thermometer 30 Grad und mehr anzeigt, sollte folgende Regel beachten: Wer mittags seine Pflanzen gießt, verbrennt sie. Denn Wassertropfen auf den Blättern können in der Sonne wie Brenngläser wirken, so das Umweltbundesamt. Außerdem verdunstet an den heißen Stunden des Tages – also ab Mittag bis in den Abend hinein – ein Großteil des gegossenen Wassers, bevor die Wurzeln der Pflanzen es aufnehmen können.
Auch die frühe Nacht ist an besonders warmen Tagen noch nicht der richtige Zeitpunkt zum Gießen: Dann ist der Boden noch aufgeheizt und es verdunstet ebenfalls viel Nässe. So rät das Umweltbundesamt, dem frühen Morgen den Vorzug vor dem späten Abend zu geben. Wer eine automatische Bewässerung nutzt, hat es da natürlich einfach: Auf vier Uhr morgens einstellen und währenddessen schlafen.

Gibt es noch andere Gießtipps bei Hitze?

Einen Tipp gibt es von vielen Experten zum Thema Gießen bei Hitze: Wer von oben herab gießt – also die Blätter und Blüten überschüttet –, fördert unter Umständen Schimmelbefall. Denn diese Feuchtigkeit bietet den Sporen einen guten Nährgrund. Außerdem reagieren manche Pflanzen empfindlich auf Wasser von oben: Tomaten und Kohlrabi können dann aufplatzen.
Zugleich kommt an richtig heißen Tagen beim Gießen aus der Höhe wieder die Verschwendung ins Spiel: Das Wasser kommt nicht dort an, wo es gebraucht wird – an den Wurzeln. Daher raten Experten, nah am Boden zu gießen, also in dem Bereich direkt über den Wurzeln. So übrigens funktioniert auch eine professionelle und ressourcenschonende Tröpfchenbewässerung: Sie gibt punktuell genau an den Wurzeln Wasser ab.
Der Nabu hat einen besonderen Tipp für alle ohne Bewässerungssystem: Einen kleinen Blumentopf an den Wurzeln in den Boden eingraben und quasi als Trichter nutzen.
(mit Material von dpa)