Nachdem Spanien und Portugal bereits seit Tagen unter einer Hitzewelle ächzen, werden auch in Frankreich hohe Temperaturen erwartet. In Südeuropa bahnt sich schon jetzt eine Krise an: Der Sommer hat kaum begonnen, und schon herrscht Wassermangel. In Frankreich werden in der kommenden Woche Temperaturen bis 40 Grad erwartet. Im Süden des Landes wurden schon Trinkwasser-Rationierungen angekündigt, um gut über die Runden zu kommen.
Für Touristen, die dieses Jahr einen Urlaub nach Frankreich planen, gibt es daher einiges zu beachten:
  • Waldbrände und sehr hohe Temperaturen in Frankreich
  • Dürre: Wo herrscht aktuell Wassermangel?
  • Wie wird das Wetter in Frankreich in den kommenden Tagen?
  • Gibt es Wassersparmaßnahmen, die Touristen beachten müssen?

Waldbrände, evakuierte Camper und sehr hohe Temperaturen

In Frankreich brannten am 12.7.2022 bereits 1000 Hektar Wald in der Region Bordeaux nieder. Wegen eines weiteren Brandes in der Nähe der Dune du Pilat, der höchsten Düne Europas, wurden in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch rund 6000 Camper vorsorglich evakuiert, wie die Feuerwehr mitteilte.
Die französische Premierministerin Elisabeth Borne forderte ihr Kabinett auf, sich auf die Auswirkungen der Hitzewelle auf die Bevölkerung vorzubereiten, die voraussichtlich bis mindestens Anfang kommender Woche anhalten wird. Ab Mittwoch werden Temperaturen zwischen 31 und 36 Grad erwartet, im Südwesten teilweise bis zu 38 Grad.

Hitzewelle in Frankreich: So wird das Wetter im Juli 2022

In der kommenden Woche wird erneut eine Hitzewelle Frankreich erreichen. Aus Daten des französischen Wetterdienstes geht hervor, dass ab Donnerstag, 14. Juli bis mindestens Montag, den 18. Juli im ganzen Land Temperaturen über 30 Grad, mancherorts bis 40 Grad zu erwarten sind. In der Hauptstadt Paris werden Temperaturen bis 35 Grad prognostiziert, an den Küsten wird es etwas kühler bei 30 Grad. Die gleiche Hitzewelle könnte danach weiter nach Deutschland ziehen.
Frankreich steht eine Hitzewelle mit Temperaturen von örtlich bis zu 40 Grad bevor.
Frankreich steht eine Hitzewelle mit Temperaturen von örtlich bis zu 40 Grad bevor.
© Foto: Jean-Philippe Ksiazek/dpa

Dürre in Frankreich: Wassermangel und Rationierung von Trinkwasser

Wegen Problemen mit der Trinkwasserversorgung nach anhaltender Trockenheit ist das Zähneputzen mit Leitungswasser in einem südfranzösischen Dorf verboten worden. Außerdem dürfe das Kranwasser nicht getrunken oder zur Zubereitung von Säuglingsmilch oder rohen Speisen verwendet werden, teilte die Gemeinde Bargemon im bergigen Hinterland der Côte d'Azur mit. Zu diesen Zwecken könnten die Bewohner Wasser in Flaschen im Bürgermeisteramt abholen. Die Einschränkung ist eine Hygienemaßnahme. Teils muss das Leitungswasser nämlich momentan per Tankwagen herbeigeschafft werden, wodurch die Trinkwasserqualität nicht gewährleistet ist.
Außer der Trockenheit macht den Menschen in der südfranzösischen Region im Moment eine Hitzewelle zu schaffen. Die Gemeinde Bargemon warnte vor Temperaturen bis zu 40 Grad. Wegen erhöhter Waldbrandgefahr wurden für das Betreten großer Naturbereiche strikte Beschränkungen verhängt.

Hitze und Dürre: Was Touristen beachten sollten

In Frankreich ist aktuell die Lage noch nicht so ernst wie in Italien. Dort wurde bereits der Notstand ausgerufen. Aber auch Frankreich könnte in den kommenden Wochen Trinkwasser weiter rationieren. So werden in Italien aktuell Brunnen abgeschaltet, teilweise dürfen die Menschen das Trinkwasser nur für ganz bestimmte Zwecke nutzen. Urlauber sollten sich im klaren sein, dass Wasser in Frankreich gerade ein kostbares Gut ist. Auch in Spanien gibt es aktuell eine Krise um Trinkwasser durch anhaltende Dürre.
Im Süden des Landes gibt es bereits einige Vorkehrungen, wie dass das Wasser zum Beispiel zum Zähneputzen nicht benutzt werden darf. In Südfrankreich gilt außerdem gerade eine akute Waldbrandgefahr. So ist es aktuell strikt verboten, in bestimmten Zonen zu grillen oder anderweitig Feuer zu zünden.
Was die Hitze betrifft, sollten Reisende besonders vorsichtig sein. Temperaturen bis zu 40 Grad sind gefährlich, auch für Personen, die gesund sind. Hier die wichtigsten Punkte zum Umgang mit der Hitze:
  • Viel trinken, vor allem Leitungswasser
  • Im Schatten bleiben, nur zu Randzeiten (morgens und abends) rausgehen
  • Lieber kein Alkohol trinken - das entzieht dem Körper Flüssigkeit
  • kleinere, leichtere Mahlzeiten essen, um den Körper nicht zu überfordern
  • Leichte Kleidung tragen
  • auf körperliche Anstrengung verzichten