Italien im Ausnahmezustand: Eine Hitzewelle folgt auf die nächste, es kommt kein Niederschlag. Vor allem im Norden ist der dadurch entstandene Wassermangel schon zu spüren. Im Gardasee und am Lago Maggiore fehlt Wasser. Die ersten Regionen schränken den Trinkwasserverbrauch ein.
Gleichzeitig gehört Italien zu Deutschlands beliebtesten Urlaubsländern. Die Reisesaison geht jetzt los. Hier erfahren Touristen, was sie vor dem Urlaub nach Italien wissen müssen:
  • Wo gilt der Notstand in Italien?
  • In welchen Orten wird der Trinkwasserverbrauch eingeschränkt?
  • Wie wirken sich Wassersparmaßnahmen aus?
  • Wie wird das Wetter in Italien in den nächsten Tagen? Bleibt die Hitzewelle?

Dürre in Italien 2022: Notstand in diesen fünf Regionen

Die italienische Regierung hat wegen der Dürre den Ausnahmezustand ausgerufen. Wie die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi am 04.07.2022 nach einer Kabinettssitzung mitteilte, gilt der Ausnahmezustand in folgenden Regionen:
  • Emilia-Romagna (also für Städte wie Rimini, Bologna)
  • Friaul-Julisch Venetien (Udine, Dolomiten)
  • Lombardei (Mailand, Bergamo, Pavia, Gardasee)
  • Piemont (Turin, Asti, Lago Maggiore)
  • Venetien (Venedig, Verona)
Der Notstand gilt bis zum Ende des Jahres. Die Regierung stellt den betroffenen Regionen zudem 36,5 Millionen Euro zur Bekämpfung der Wasserknappheit bereit.
Wie andere europäische Länder litt Italien in den vergangenen Wochen unter einer ungewöhnlichen Hitzewelle, gleichzeitig fehlte der Regen. Die landwirtschaftlich wichtige Po-Ebene in Norditalien erlebt die schlimmste Dürre seit 70 Jahren. Laut dem größten Bauernverband des Landes, Coldiretti, bedroht die Trockenheit mehr als 30 Prozent der landesweiten Agrarproduktion und die Hälfte der Viehzucht in der Po-Ebene. Dort wird vor allem der Parmaschinken produziert.

Wassermangel: Hier wird Trinkwasser eingeschränkt

Der Wasserspiegel des Lago Maggiore und des Gardasees liegen deutlich tiefer als sonst für diese Jahreszeit üblich. Auch der Tiber, der durch Rom fließt, führt Niedrigwasser. Aus diesem Grund haben einige Städte schon angefangen, den Trinkwasserverbrauch einzuschränken. Hier die aktuelle Liste der größten Städte, die Sparmaßnahmen durchsetzen:
  • Verona
  • Pisa
  • Venedig
  • Mailand
Wer sich nicht daran hält, kann ein Bußgeld bekommen. Je nach Vergehen beträgt das Bußgeld 100 bis 500 Euro.
Auch in anderen Kommunen wird Wasser eingeschränkt. So dürfen vielerorts keine Rasen oder Sportplätze bewässert werden, Autowaschen ist ebenfalls verboten. In vielen Gemeinden wird auch schon darüber nachgedacht, Hotels zu bitten, ihre Pools nicht zu befüllen.

Wasser sparen: Was bedeutet das für Urlauber in Italien?

Die Dürre in Italien ist zu einem Notfall geworden. Seit Wochen fehlt der Regen, die Seen und Gewässer verlieren beständig an Wasser. Für Urlauber, die nach Italien fahren bedeutet das, das auch sie auf ihren Trinkwasserverbrauch achten müssen.
  • In Verona und Pisa darf Trinkwasser nur noch für häusliche Zwecke, Körperhygiene und Nahrungsmittelzubereitung verwendet werden.
  • Brunnen sind in vielen Gemeinden ausgeschaltet. Mit dabei sind Mailand und möglicherweise Rom.
  • Hotels sollen ihren Schwimmbecken nicht mehr auffüllen.
  • Weitere Folge der Dürre: Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ging deutlich zurück. Wasserkraftwerke gibt es vor allem in den Bergen im Norden des Landes. Sie liefern normalerweise fast ein Fünftel des in Italien benötigten Stroms. Das heißt: Auch Strom muss gespart werden.

Wetter in Italien: Neue Hitzewelle kommt

Die Dürre wird wohl auch in den nächsten Tagen nicht nachlassen. für 22 Städte hat Italien erneut eine Hitzewarnung herausgegeben. Im ganzen Monat Juli werden in ganz Italien erneut Temperaturen bis oder über 40 Grad erwartet. Folgende Regionen haben seit dem 1. Juli 2022 eine Hitzewarnung:
  • Basilikata
  • Sizilien
  • Apulien
  • Sardinien
  • Kalabrien
  • Kampanien
  • Marken
  • Molise
In folgenden 22 Städten herrscht eine Hitzewarnung der Stufe rot (höchste Warnstufe):
  • Bologna
  • Ancona
  • Florenz
  • Perugia
  • Viterbo
  • Cittavecchia
  • Rom
  • Rieti
  • Pescara
  • Latina
  • Frosinone
  • Campobasso
  • Neapel
  • Bari
  • Cagliari
  • Palermo
  • Messina
  • Catania
  • Reggio Calabria
  • Bolzano
  • Brescia
  • Messina
Die rote Warnstufe bedeutet, dass das Wetter gesundheitliche Risiken für die gesamte Bevölkerung birgt, nicht nur für vulnerable Gruppen.
Die Temperaturen sollen den gesamten Juli andauern. Auch für den August wird keine Entspannung prognostiziert.