Zum Start der neuen Woche müssen sich Verkehrsteilnehmer auf winterlicher Verhältnisse einstellen. Zwar liegen am Montag die Temperaturen längst nicht mehr so tief im Minusbereich wie in den vergangenen Tagen, auf den Straßen und Wegen bleibt es aber auch am Montag teilweise gefährlich glatt.
Für den Raum Ulm und den Alb-Donau-Kreis sowie großen Teilen Baden-Württembergs gab es eine Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD): So wurde vor Glättegefahr durch gefrierenden Regen gewarnt. Auf nicht notwendige Aufenthalte im Freien und auf Fahrten sollte laut DWD verzichtet werden.

DWD warnt vor Glätte und Frost

Im Detail warnte der DWD vor zwei Gefahren durch das Winterwetter, im Wortlaut heißt es:
  • Unwetter Glatteis: Bis zum Mittag hauptsächlich im Norden sowie auf der Ostalb gebietsweise Glatteis durch gefrierenden Regen.
  • Frost/Glätte: Heute Vormittag verbreitet leichter Frost. In der Nacht zum Dienstag besonders in der Südosthälfte leichter Frost und vereinzelt Reifglätte.

Tödlicher Unfall wegen Glatteis: Mann gestürzt

Bei einem Sturz auf eisglatter Straße hatte sich ein 77-jähriger Mann im Kreis Biberach vor ein paar Tagen so schwer verletzt, dass er jetzt an den Folgen gestorben ist. Laut aktuellen Informationen der Polizei kam es am Montagmorgen bisher nicht zu größeren Unfällen oder Behinderungen im Verkehr. Lediglich im Raum Reutlingen wurden kleinere Glätteunfälle gemeldet.

Unfallserie im Raum Reutlingen

Im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen – es ist für die Landkreise Reutlingen, Tübingen, Zollernalb und Esslingen zuständig – haben sich um die 100 Unfälle ereignet, die allermeisten wegen Blitzeis. Ein Schwerpunkt war die B27 bei Hechingen, dort ist unter anderem ein Paketlaster in ein Streufahrzeug gekracht.

Glätteunfall in Donzdorf: Zwei Frauen verletzt

Für den Kreis Göppingen meldete die Polizei vom Wochenende einen schweren Glätteunfall : Am Sonntag (18.) gegen 20 Uhr geriet der Wagen einer 22-Jährigen zwischen Süßen und Reichenbach ins Rutschen und kollidierte auf der Gegenfahrbahn mit dem Auto einer 24-Jährigen. In den Tagen zuvor hatten sich mehrere Unfälle am Schlater Buckel ereignet.
Für den Rems-Murr-Kreis teilte die Polizei mit, dass sich am Montagmorgen (19.12.) zwischen 6 und 10 Uhr etwa 15 glättebedingte Unfälle ereigneten. Es sei niemand verletzt worden, doch der gesamte Sachschaden betrage etwa 55.000 Euro.

So wird das Wetter am Montag und Dienstag

Eine Entspannung der Wetterlage ist bereits in Sicht:
  • Schon am Montag sollen die Temperaturen dann wieder in den Plus-Bereich klettern. Es werden Höchstwerte von 1 Grad in Oberschwaben und 10 Grad im Breisgau erwartet.
  • Am Dienstag wird es dann noch wärmer - und die Aussicht auf Weiße Weihnachten schmilzt sprichwörtlich dahin: Laut DWD ist es anfangs wolkig, später verdichtet sich die Bewölkung, aber es bleibt niederschlagsfrei. Höchstwerte zwischen 4 Grad auf der Ostalb und 13 Grad im Raum Freiburg.

Eis-Chaos im Norden und der Mitte: Tödlicher Unfall

Schlimmer als Baden-Württemberg und Bayern trifft es am Montagmorgen den Norden und die Mitte der Republik: Wegen Eisregen ist es in der Früh etwa in Niedersachsen und Bremen zu zahlreichen Unfällen gekommen. Auf der A27 bei Walsrode-Hamwiede starb bei einem Unfall ein 25-jähriger Autofahrer. Er war wegen Glätte von der Fahrbahn abgekommen. Die A27 war gesperrt.

Winterwetter und Unfälle am Wochenende

Am Wochenende ist es auf den Straßen im Südwesten nicht zu größeren Unfällen gekommen – trotz des Winterwetters. „Es war nicht so schlimm wie befürchtet“, teilt ein Sprecher der Ulmer Polizei auf Nachfrage mit. Ein paar Menschen seien auf glatten Gehsteigen ausgerutscht, auf den Straßen selbst habe es aber keine größeren Behinderungen gegeben. Ein paar wenige Unfälle seien glimpflich ausgegangen.
So auch eine Kollision, die sich am Samstagmorgen zwischen Herrlingen und Wippingen zugetragen hat: Gegen 6.30 Uhr war dort ein 30-Jähriger mit seinem Mercedes-Benz unterwegs gewesen. In einer Linkskurve kam er laut Polizei nach rechts von der Fahrbahn ab, überfuhr einen Leitpfosten und ein Verkehrszeichen und kollidierte mit einem Baum. Sein Auto kippte daraufhin auf die Fahrerseite und blieb so liegen. Grund für den Unfall war aber wohl nicht nur die zu hohe Geschwindigkeit bei winterlicher Witterung, sondern auch der Alkoholpegel des Mannes. Die Polizei teilt mit, dass nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Ulm eine Blutentnahme angeordnet und der Führerschein des 30-Jährigen beschlagnahmt wurde. Der Mann wurde demnach leicht verletzt. Es entstanden ein Sachschaden von etwa 17 000 Euro.

Lkw-Fahrer gesucht: Bitte um Hinweise

Ein weiterer Unfall aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse hat sich laut der bayerischen Polizei am Freitagmorgen auf der A7 in Richtung Würzburg ereignet. Ein bislang unbekannter Lkw-Fahrer war auf Höhe des Autobahnkreuzes Ulm/Elchingen gegen die Mittelschutzplanke geprallt. Der Lkw kam quer zur Fahrbahn zum Stehen, wie Zeugen beobachteten. Mehrere Fahrzeugteile blieben auf der Fahrbahn liegen. Weitere Autofahrer fuhren darüber, wodurch Schäden an ihren Fahrzeugen entstanden. Der Lkw-Fahrer selbst fuhr einfach davon – als die Polizei ankam, war er bereits weg.
An der Schutzplanke und an den beschädigten Fahrzeugen entstand laut Polizei ein Sachschaden von etwa 11 000 Euro. Sie sucht nun weitere Zeugen: Hinweise können der Autobahnpolizei Günzburg unter der Telefonnummer (08221) 91 93 11 gemeldet werden.
Von dem Unfall auf der A7 abgesehen, kam es auch im Landkreis Neu-Ulm zu keinen größeren Vorfällen auf den Straßen. „Es war alles ruhig“, teilte ein Sprecher am Sonntagmittag auf Nachfrage mit.