Ermittlungen gegen Kranführer: Keine technische Ursache für tödlichen Hochbrücken-Unfall in Horb

Drei Arbeiter sind im Mai auf der Hochbrücken-Baustelle in Horb gestorben.
Christoph Schmidt/dpa- Drei Bauarbeiter starben am 20. Mai beim Absturz einer Gondel an der Horber Hochbrücke.
- Technisches Gutachten schließt Defekte an Kran, Kranseil und Gondel als Ursache aus.
- Ermittler vermuten menschliches Versagen, 36-jähriger Kranführer steht unter Verdacht.
- Unklar ist, warum die Gondel nicht gestoppt wurde, obwohl sich das Seil verfangen hatte.
- Polizei und Staatsanwaltschaft wollen Ergebnisse nach Abschluss der Ermittlungen mitteilen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Polizei und Staatsanwaltschaft haben mehr als fünf Monate nach dem tödlichen Unfall an der Horber Hochbrücken-Baustelle neue Erkenntnisse. Wie beide am Montag in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilten, „haben sich die Anhaltspunkte weiter verdichtet, dass ein menschliches Versagen ursächlich für den Geschehensablauf sein dürfte“.
Zu diesem Schluss kommen die Ermittler, weil inzwischen ein technisches Sachverständigen-Gutachten vorliege. „Anhaltspunkte für eine technische Ursache bei dem eingesetzten Kran, dem Kranseil nebst Kranflasche oder der Transportgondel ergaben sich nicht“, heißt es in der Mitteilung.
Weitere Ermittlungen gegen Kranführer
Das Kriminalkommissariat Freudenstadt und die Staatsanwaltschaft Rottweil ermitteln weiter gegen einen 36-Jährigen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung. Er hatte den Kran geführt, an dem die Gondel hing, bevor sie am 20. Mai mit drei Männern im Alter zwischen 40 und 46 Jahren in Tiefe stürzte.
Bereits im Juni hatten die Ermittler erklärt, dass es „Hinweise auf menschliches Versagen“ gibt. Unklar war unter anderem, weshalb die Gondel nicht angehalten wurde, nachdem sich das Zugseil in Querseilen verfangen hatte. Das ist in einem Video vom Unfall zu sehen. Sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind, wollen sich Polizei und Staatsanwaltschaft erneut äußern. Wie lange diese noch andauern, darüber könne keine Aussage getroffen werden, erklärte ein Polizeisprecher auf Nachfrage unserer Zeitung.
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