Nach Gondel-Absturz in Horb: Minister Hermann: Spekulationen über Ursache sind „nicht anständig“

Tief betroffen: Winfried Hermann in Horb.
Moritz Hagemann- Verkehrsminister Winfried Hermann legte Blumen an der Unfallstelle in Horb nieder.
- Nach dem Absturz einer Gondel starben zwei Polen und ein Deutscher.
- Hermann warnt vor Spekulationen über die Unfallursache.
- Polizeisprecher Benjamin Koch widerspricht Gerüchten, dass die Gondel überlastet gewesen sei.
- Hermann verspricht vollständige Aufklärung und mögliche Konsequenzen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Tief betroffen hat Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Mittwoch die Unfallstelle an der Horber Hochbrücke besucht. „Wir fühlen alle sehr mit“, sagte der 72-Jährige. „Es muss mit Sicherheit ein sehr schrecklicher Tod gewesen sein.“ Hermann gab bekannt, dass sich bei den Toten, die aus größer Höhe in einer Gondel abgestürzt waren, um zwei polnische und einen deutschen Staatsbürger handelt.
Eindringlich warnte Hermann davor, sich an Spekulationen zu beteiligen, weshalb das Stahlseil riss, an dem die Gondel befestigt war. Das wäre „nicht anständig“ und Zurückhaltung eigentlich „pure Selbstverständlichkeit“, sagte er. Zum derzeitigen Zeitpunkt wisse man die Ursache schlicht nicht.
Die „Bild“-Zeitung hatte am Mittwochmorgen unter Berufung auf Kreise der Kriminalpolizei gemutmaßt, die Gondel könnte mit drei Personen überlastet gewesen sein – später ruderte sie zurück. Dem widersprach auch Polizeisprecher Benjamin Koch gegenüber der SÜDWEST PRESSE: „Wir haben keine Hinweise darauf, dass zu viele Personen in der Gondel waren oder dass die Nutzlast überschritten gewesen sein könnte.“
Minister Hermann kündigte eine lückenlose Aufklärung an. Er sagte: „Bauen ist immer noch sehr gefährlich.“ Es gebe bundesweit 50 Baustellentote pro Jahr, er könne sich aber nicht erinnern, dass während seiner Amtszeit (seit 2011) schonmal drei Menschen bei einem Baustellen-Unglück im Land starben. Der Unfall sei „eine Ermahnung, dass wir auf Baustellen höchste Sorgfalt walten lassen müssen“.
Aber Hermann wiederholte im Hinblick auf den Unfall in Horb: „Es gibt keinen Grund zu spekulieren, dass man da unvorsichtig war.“ Der 72-Jährige, der aus Rottenburg, nur unweit von Horb entfernt, stammt, sagte auch: „Wir werden Konsequenzen ziehen, wenn es Konsequenzen zu ziehen gibt. Aber wir warten die Aufklärung ab.“


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