Horber Hochbrücke
: Baustellen-Gondel stürzt ab – drei Tote bei Arbeitsunfall

Auf der Horber Hochbrücken-Baustelle ist am Dienstagmittag eine Arbeitsgondel abgestürzt. Drei Arbeiter starben.
Von
Moritz Hagemann,
Marike Schneck
Horb am Neckar
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Ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist an der Unfallstelle.

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften war am Dienstagnachmittag an der Unfallstelle.

Moritz Hagemann
  • Schwerer Unfall auf Horber Hochbrücken-Baustelle, drei Arbeiter betroffen.
  • Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei vor Ort.
  • Neckartal-Gebiet weiträumig abgesperrt.
  • Unfallzeitpunkt: gegen 12.30 Uhr; Bürgermeister und Feuerwehr-Kommandant anwesend.
  • Polizeisprecher Benjamin Koch bestätigt Vorfall.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie Polizeisprecher Benjamin Koch berichtet, kamen bei dem Arbeitsunfall auf der Horber Hochbrücke drei Arbeiter ums Leben. Dass das Seil riss, an dem die Arbeitsgondel hing, wollte die Polizei zunächst nicht bestätigen. Die Staatsanwaltschaft Rottweil hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Die Kriminalpolizei ermittelt vor Ort. Ein Gutachter sei beauftragt.

Koch: „Es war ein tragischer Arbeitsunfall, wir sind bei Angehörigen, Freunden, Mitarbeitern und den Rettungskräften, die dieses Ereignis miterlebt haben.“ Hilfe sei rasch am Unfallort gewesen, aber die Rettungskräfte hätten nichts mehr für die drei Arbeiter tun können. „Da kam leider jeder Hilfe zu spät“, sagt Koch. In welcher Höhe sich die Gondel befand, können die Ermittler noch nicht sagen.

Rund 70 Arbeiter werden von Notfallseelsorgern betreut

Ein riesiges Aufgebot der Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste war am Dienstagnachmittag im Einsatz. Das Gebiet im Neckartal rund um eines der größten Bauprojekte im Land war weiträumig abgesperrt. Der Unfall passierte hinter dem zweiten Pylonen. Darunter liegt der eingeschotterte Parkplatz vor dem Sportheim des ASV.

An diesem Seil soll die Gondel gehangen haben, mit der die Arbeiter in Horb in den Tod stürzten.

An diesem Seil soll die Gondel gehangen haben, mit der die Arbeiter in Horb in den Tod stürzten.

Moritz Hagemann

Die Arbeiten auf der Baustelle wurden sofort nach dem Unglück eingestellt. Die rund 70 Bauarbeiter werden von Notfallseelsorgern betreut. Nach Angaben von Timo Stahl ist die Notfallseelsorge mit elf Personen nach Horb gekommen. „Auch die Einsatzkräfte werden aktuell im Feuerwehrzentrum betreut“, sagt Kommandant Sven Weniger.

OB: „Jetzt liegt dieser Schatten über dem Projekt“

„Es ist ein ganz ungewöhnlich schlimmer Unfall“, sagt Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger und spricht den Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen im Namen der ganzen Stadt seine Anteilnahme aus. „Jetzt liegt dieser Schatten über dem Projekt.“

Horbs Bürgermeister Ralph Zimmermann, Referatsleiter Erik Lang vom Regierungspräsidium Karlsruhe, in dessen Auftrag die Firma Porr die Horber Hochbrücke baut, Polizeisprecher Benjamin Koch und Horbs Feuerwehrkommandant Sven Weniger (von links) am Unfallort.

Horbs Bürgermeister Ralph Zimmermann, Referatsleiter Erik Lang vom Regierungspräsidium Karlsruhe, in dessen Auftrag die Firma Porr die Horber Hochbrücke baut, Polizeisprecher Benjamin Koch und Horbs Feuerwehrkommandant Sven Weniger (von links) am Unfallort.

Moritz Hagemann

Bauarbeiten sollen auch am Mittwoch noch ruhen

Die Baufirma Porr, so OB Rosenberger, habe bereits signalisiert, dass die Bauarbeiten auch am Mittwoch noch ruhen sollen. Zudem habe das Unternehmen schon einen Psychologen geschickt, der sich um die Arbeitskollegen kümmere.

Der Bau der Hochbrücke ist eines der größten Projekte dieser Art bundesweit. Im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe hat die Firma Porr die Arbeiten übernommen. Die Tragödie am Dienstag war der erste schwere Unfall seit der Grundsteinlegung im April 2023.

Der Artikel wurde aktualisiert und überarbeitet.