Nicht nur aufgrund der Energiekrise erwischt der Winter 2022/23 viele in Baden-Württemberg aktuell ziemlich kalt. Der Deutsche Wetterdienst rechnet in seiner Prognose am Wochenende mit nächtlichen Mindesttemperaturen von bis zu minus 16 Grad Celsius. Umso wichtiger ist es, sich noch mal an einige grundlegende Tipps zu erinnern, wie man am besten mit Kälte umgeht - ob zu Hause, im Auto, im Büro oder in anderen Bereichen. Hier listen wir einige Ratschläge auf.

1) Wie hält man den eigenen Körper warm?

Kleidung

Mehrere dünne Schichten übereinander isolieren oft besser als nur ein paar wenige dicke Schichten. Dabei darf die Kleidung nicht zu eng anliegen, damit sich zwischen den einzelnen Lagen kleine Luftpolster bilden können. Diese Polster können gut die Wärme speichern. Die äußerste Schicht sollte winddicht sein, ein Schal schützt Nase und Wangen. Nie verkehrt bei Kälte sind lange Unterhose und eine Mütze, denn bekanntermaßen geht die meiste Wärme über den Kopf verloren.
Bei den Handschuhen eignen sich am besten Fäustlinge, die halten die Hände besser warm als Fingerhandschuhe. Bei den Schuhen sollte man darauf achten, dass sie nicht zu eng sind. Außerdem isolieren Lammfelleinlagen und warme Wollsocken zusätzlich.
Das Ganze hat aber noch einen positiven Nebeneffekt: Dadurch, dass der Körper ständig dabei ist seine „Betriebstemperatur“ zu halten, verbraucht er mehr Kalorien, weil viel mehr Energie dazu benötigt wird.

Trinken

Viel Flüssigkeit ist immer wichtig, im Warmen wie im Kalten. Völlig ungeeignet sind bei Kälte allerdings alkoholische Getränke. Auch wenn sie im ersten Moment ein Gefühl von Wärme vermitteln, erweitert Alkohol die Blutgefäße und entzieht dadurch dem Körper die Wärme. Dasselbe gilt für Koffein.

Bewegung

Bei Kälte ist es ratsam, in Bewegung zu bleiben. Wer an der Straßenbahnhaltestelle auf die Bahn wartet, sollte nicht regungslos da stehen. Einfach ein paar Schritte auf und ab gehen, oder mit den Füßen wippen. Sollten die Hände zu kalt werden, kurz mal unter die Achseln klemmen oder aneinander reiben, denn wenn wir in der Schule aufgepasst haben, wissen wir ja, Reibung erzeugt Wärme. Was auch hilft, sind kleine Hand- und Taschenwärmer, die es im Drogeriemarkt und in Apotheken gibt.
Neben dem wichtigen Vitamin D, das durch Sonnenstrahlen im Körper produziert wird, ist auch sportliche Betätigung im Freien selbst bei Kälte von Nutzen. Denn besonders Ausdauersport wie Laufen, Radfahren und Schwimmen stärkt nicht nur das Herz und die Gefäße, sondern auch die Immunabwehr. Aber Achtung: Überanstrengung kann den gegenteiligen Effekt erzielen.
Wintersportler sollten immer eine Rettungsdecke mit sich führen. Zudem sollten Handys immer eng am Körper getragen werden, damit der Akku vor Kälte geschützt wird. Die Hilfe der Bergwacht erreicht man über den Notruf 112.

Wann wird es ernst?

Zittern, blasse Haut und blaue Lippen sind Anzeichen einer Unterkühlung. In dem Fall sollte man schnell in einen warmen Raum, die eventuell nasse Kleidung ausziehen und sich in eine Decke wickeln.
Verfärbt sich die Haut weiß, gelblich oder grau und schmerzt, muss man zum Arzt. Bei Verdacht auf Erfrierungen sollte man die Hautstelle nur locker abdecken. Reibung kann zu noch schlimmeren Verletzungen führen.

2) Wie heizt man richtig?

Die richtige Raumtemperatur

In Zeiten der Energiekrise mögen noch mal andere, notgedrungene „Toleranzen“ gelten, aber normalerweise fühlt man sich bei Temperaturen um die 20 Grad in den eigenen vier Wänden wohl. Den Thermostat stellt man dazu auf Stufe 3.
In der Küche reicht sogar eine Raumtemperatur von 18 bis 19 Grad aus, da es hier zusätzlich andere Wärmequellen, wie den Herd und Backofen, gibt. Im Schlafzimmer gilt das gleiche für die Bettdecke. Nachts kann der Heizungsregler auch auf das „Mond“-Zeichen gestellt werden. Nur im Kinder- und Badezimmer sollte die Temperatur etwas höher liegen.

Richtig lüften

Zum Heizen gehört auch das richtige Lüften. Am wirksamsten ist hier nicht ein gekipptes Fenster, sondern das Stoßlüften. Am besten morgens, mittags und abends das Fenster für vier bis sechs Minuten komplett öffnen und währenddessen die Heizung runterdrehen. Wenn möglich, am besten zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen, damit der Durchzug wieder für ein gutes Raumklima sorgt.

Heizen bei Abwesenheit

Wenn man das Haus verlässt, sollte man die Heizung nicht komplett runterdrehen, sondern sie durchgehend auf einer niedrigen Stufe weiterlaufen lassen. Denn sonst besteht die Gefahr, dass die Räume während der Abwesenheit komplett auskühlen und anschließend viel mehr Energie brauchen, um die Raumtemperatur wieder aufzuheizen.
Bei längerer Abwesenheit sind 12 Grad, bei kürzerer Abwesenheit 15 Grad ein guter Richtwert.

Rollläden nachts schließen

Um nachts unnötige Wärmeverluste zu vermeiden, sollte man die Rollläden, Jalousien und Vorhänge bei Einbruch der Dunkelheit schließen. So wird verhindert, dass die Wärme austritt und die kalte Luft nach innen kommt.

Heizkörper frei halten

Wichtig ist auch, dass die Heizkörper nicht verdeckt sind. Die Wärme kann sich sonst nicht richtig im Raum verteilen und es entstehen Wärmestaus. Das heißt: Möbel von der Heizung rücken, Gardinen kürzen und Wäsche nicht auf dem Heizkörper trocknen.
Aber was ist, sollte es durch die Kälte zu einem Blackout kommen und Strom und Heizung nicht zur Verfügung stehen? Welche Utensilien sollte man vorsichtshalber parat haben, um sich im Ernstfall trotzdem aufwärmen zu können? Die Antwort gibt es hier.

3) Wie beugt man einer Erkältung vor?

Ernährung

Neben ausreichend Bewegung ist eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig für gute Abwehrkräfte. Hervorzuheben ist der Bedarf an den Vitaminen A, B, C, D und E. Süßkartoffeln und Karotten haben den höchsten Gehalt an Vitamin A. Für den Vitamin-B-Haushalt kann beispielsweise zu Fisch, Nüssen, Bananen und Avocados gegriffen werden. Auch Vitamin C ist wichtig und kommt vor allem in Paprika und Zitrusfrüchten vor. Vitamin D findet man besonders in Pilzen und verschiedenen Fischsorten, Vitamin E in Beeren, Kohl und Ölen.
Hühnerbrühe ist dafür bekannt, Entzündungen zu hemmen. Das kann bei einer bereits ausgebrochenen Erkältung durchaus die Heilung fördern.
Auch Tees mit Kräutern oder frischem Ingwer können sich als wahre Immun-Booster erweisen. Die Scharfstoffe im Ingwer heizen den Körper von innen und regen den Stoffwechsel an.

Stress vermeiden

Psychischer Stress kann zu einer Schwächung des Immunsystems führen. Daher ist es wichtig, sich Pausen zu gönnen und Stress zu vermeiden. Auch ausreichend Schlaf kann das Stresslevel senken. Mindestens sieben Stunden werden empfohlen, da das Stresshormon Cortisol, welches die Immunabwehr bremst, im Schlaf reduziert wird.

Mit Wärme und Kälte stimulieren

Regelmäßige Saunagänge oder wechselwarme Duschen halten das Herz-Kreislauf-System in Schwung und stärken die Abwehrkräfte. Bei Hitze weiten sich die Gefäße, bei Kälte ziehen sie sich zusammen. Der Körper kann sich durch regelmäßiges „Training“ besser auf ungewohnte und wechselnde Temperaturen einstellen.

4) Wie schützt man Hunde und Katzen vor Frost und Erkältung?

Nicht nur Menschen, auch Haustiere sind kälteempfindlich. Vor allem bei Hunden und Katzen, die in der Regel mehr Freigang haben als andere Haustiere, sollte man deshalb einige Dinge beachten. Wie kann man sie vor Erkältung schützen, erkennen, wenn sie krank sind und ihnen helfen? Die Antworten auf diese Fragen gibt es hier.

5) Vereiste Autoscheiben und Autofahren

Bevor sich viele im Winter morgens ins Auto setzen können, müssen sie sich häufig erst mit vereisten Scheiben herumschlagen. Dabei gibt es viele schlechte Tipps und Mythen, um das Glas frei zu kriegen, aber auch viele gute Ratschläge. Welche diese sind, ist hier zu erfahren.
Beim Fahren selbst ist bei Schnee und Eis selbstverständlich besondere Vorsicht geboten. Wer beschleunigt, sollte das moderat und nur auf gerader Strecke tun. Vermieden werden sollten auch abrupte Lenk- und Bremsmanöver, stattdessen eignet sich die Motorbremse.
Auf Brücken und in Senken sind die winterlichen Verhältnisse besonders gefährlich, warnt die Polizei. Dort können sich Eis und Raureif lange halten oder früher entstehen. Das kann auch auf besonders schattigen Strecken, wie zum Beispiel in Waldgebieten, der Fall sein.
Winterreifen sind aber im Winter natürlich immer Pflicht: Mehr Profil bedeutet mehr Sicherheit. Die richtigen Reifen erkennen Autofahrer anhand der Symbole M+S, Schneeflocke oder dem Alpine-Symbol mit den Bergspitzen.
Weiterhin sollten Autofahrer vor der Fahrt Schnee und Eis von den Fahrzeugdächern räumen. Herabfallender Schnee kann sonst andere Autofahrer gefährden.