Die EU und auch Deutschland bereitet sich aktuell auf einen harten Winter vor – und sorgt sich um möglich Stromausfälle. "Es ist gut möglich, dass Katastrophenhilfe auch innerhalb der EU nötig wird", sagte jüngst der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Janez Lenarcic. Ob es tatsächlich zu Blackouts in Deutschland kommen wird, lässt sich nicht voraussagen. Unterschiedliche Experten bewerten die Lage anders. Doch man kann sich gut auf einen Blackout vorbereiten. Hier erfahrt ihr, wie.

Liste für die Vorbereitung: Das braucht man im Blackout

Hier zunächst mal eine Liste mit Dingen, die im Falle eines Stromausfalls gut zu haben wären:
  • Campingkocher (+ Zubehör)
  • Taschenlampe
  • Kerzen
  • Streichhölzer bzw. Feuerzeuge
  • Essensvorräte
  • Trinkwasservorräte
  • Warme Kleidung, dicke Decken, Schlafsäcke
  • Batteriebetriebenes Radio
  • Powerbank für Handys
  • Bargeld
  • Sonstiges: Medikamente, Tierfutter, etc.

Blackout: Heizen ohne Strom

Wenn der Strom ausfällt, dann fällt in den meisten Haushalten automatisch auch die Heizung aus. Wer eine alternative Heizquelle wie ein Holz- oder Kohleofen hat, sollte deshalb darauf achten, dass genug Vorräte da sind, um im Falle eines Stromausfalls die Zeit zu überbrücken.
Wer keine Alternative hat, muss sich auf eine kalte Wohnung einstellen. Dann sollte man genug warme Decken und Klamotten Zuhause haben, für längere Zeiträume sind auch dicke Schlafsäcke von Vorteil. Auch Kerzen können etwas Wärme spenden. Während des Stromausfalls sollte man die Türen zu einzelnen Zimmern geschlossen halten, um die Wärme im Raum zu behalten. Auch Jalousien und Teppiche können in diesen Fällen helfen, den Raum besser zu isolieren. Trotzdem sollte man aber auch daran denken, zu lüften, um frischen Sauerstoff zuzuführen. Mit einem Campingkocher kann man außerdem versuchen, eine Zeit lang einen einzelnen Raum aufzuheizen.

Kochen ohne Strom: Alternativen beim Stromausfall

Wer einen Campingkocher hat, der kann sicher ein paar warme Mahlzeiten und auch Heißgetränke wie Tee zubereiten. Auch mit einem Tisch- oder Gartengrill kann da geholfen werden. Allerdings warnt das Bundesamt für Katastrophenschutz: „Vorsicht! Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen – es besteht Erstickungsgefahr!“ Dazu sollte man aber auch ein paar einfach und schnell zubereitbare Mahlzeiten auf Vorrat haben. Bei der Vorbereitung auf den Stromausfall sollte man das also beim Einkaufen berücksichtigen: Was kann ich nur mit einem Campingkocher zubereiten?

Stromausfall in Europa: Ist es wirklich wahrscheinlich?

Die EU-Kommission bereitet sich angesichts des Kriegs in der Ukraine und der Energiekrise auf mögliche Stromausfälle und andere Notlagen innerhalb der Europäischen Union vor. In dem Fall könnte die EU-Kommission unter ihrem Programm für Katastrophenschutz Hilfen koordinieren und weiterleiten.
„Wenn nur eine kleine Zahl an Mitgliedsstaaten von einem Zwischenfall wie einem Blackout betroffen ist, können andere EU-Staaten über uns Stromgeneratoren liefern, wie es während Naturkatastrophen geschieht“, sagte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz. Wäre eine große Zahl an Ländern gleichzeitig betroffen, so dass die EU-Länder ihre Nothilfe-Lieferungen an andere Mitgliedsstaaten deckeln müssten, könne die Kommission den Bedarf aus ihrer strategischen Reserve bedienen.
Zu dieser Reserve für Krisenfälle zählen Löschflugzeuge, Generatoren, Wasserpumpen und Treibstoff, aber auch medizinisches Gerät und inzwischen auch Medizin, sagte Lenarcic. „Schon vor dem Krieg haben wir uns auch gegen chemische, biologische, radiologische und nukleare Notfälle gewappnet“, so Lenarcic. Bei dem EU-Programm für Katastrophenschutz können alle EU-Mitgliedsstaaten, aber auch alle anderen Länder der Welt Hilfe im Fall von Waldbränden, Überschwemmungen, Erdbeben und ähnlichen akuten Krisen beantragen.
Der Strommarktexperte Christian Rehtanz geht aber nicht von einer größeren Stromausfall-Gefahr aus. „Das Stromsystem wird in der Spitze durch Gaskraftwerke abgesichert, um die benötigte Leistung zu decken“, sagt der Professor für Energiesysteme und Energiewirtschaft an der Technischen Universität Dortmund. Daher seien Gas- und Stromsektor gekoppelt. „Aufgrund der immensen Wichtigkeit des Stromsektors wird man alles tun, um dieses lauffähig zu halten.“ Er geht davon aus, dass sogar im Fall einer Gasknappheit Gas vorrangig zur Stromerzeugung eingesetzt wird und eher Industriekunden nicht mehr mit Gas versorgt werden.
Auch Strommarktexperte Fabian Huneke vom Beratungsunternehmen Energy Brainpool befürchtet in diesem Winter in Deutschland keinen Blackout, also einen unkontrollierten Zusammenbruch der Elektrizitätsversorgung. „Möglich ist allenfalls ein sogenannter Brownout, bei dem die Übertragungsnetzbetreiber einzelne Großverbraucher oder Regionen stundenweise vom Netz nehmen müssten“, sagt Huneke. Dies könne bei großer Kälte etwa am frühen Abend geschehen, wenn der Haushaltsstromverbrauch stark zunehme.
Die Haushalte in Frankreich spielten dabei eine wichtige Rolle: „Gerade in Frankreich wird viel mit Strom geheizt.“ Wenn dann dort nicht genügend Atomstrom vorhanden sei, könne die Lastunterdeckung in die europäischen Nachbarmärkte herüberschwappen und auch hierzulande für Probleme sorgen, weil dann vergleichsweise viel Strom nach Frankreich fließe. Möglich ist dies durch die Koppelung der europäischen Stromnetze, die nicht nur grenzüberschreitenden Stromhandel ermöglicht, sondern in Notsituationen auch für mehr Netzstabilität sorgen kann

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