Die Bundesregierung hat ein klares Ziel: Zum Heizen soll mehr auf erneuerbare Energien gesetzt werden. Das bedeutet das Aus für Heizungen mit Öl und Erdgas. Das ist vor allem angesichts der steigenden Energiepreise für viele Menschen auch ein Muss geworden: Holzöfen sind wieder im Trend.
Nun fordert das Umweltbundesamt aber auch ein Verbot für Holzöfen und kritisiert die Förderung der Pelletkessel. Was die Gründe für die Forderung sind, den aktuellen Stand der Diskussion um Holz- und Pelletöfen und mögliche Alternativen zum Heizen mit Holz findet ihr in diesem Artikel.

Wann ist Heizen mit Holz erlaubt?

Beim Heizen mit Holz können laut Umweltbundesamt klima- und gesundheitsschädliche Gase entstehen. Seit Jahresbeginn müssen neu errichtete Öfen deshalb über einen Schornstein verfügen, dessen Austrittsöffnung so hoch liegt, dass die Abgase von der natürlichen Luftströmung abtransportiert werden können.
Für Öfen und Kamine, die vor dem 22. März 2010 in Betrieb genommen wurden, gilt ein Feinstaub-Grenzwert von 0,15 Gramm pro Kubikmeter Abgas, für Kohlenmonoxid ein Grenzwert von vier Gramm pro Kubikmeter. Nachweisen lässt sich dies durch eine Bescheinigung des Herstellers oder eine Messung durch den Schornsteinfeger. Die kostet zwischen 150 und 300 Euro. Kann der Nachweis nicht erbracht werden, muss der Kamin nachgerüstet oder stillgelegt werden.

Das Aus für Heizen mit Holz und Pellets – was sind die Alternativen?

Der Präsident des Umweltbundesamts (UBA) Dirk Messner rät vom Heizen mit Holz ab. Gegenüber der Haufe-Online-Redaktion sagte ein Sprecher des Amts, die Details zu einer möglichen Überarbeitung von Förderrichtlinien seien derzeit in der Entwicklung. Als beste Alternativen zur Heizart sieht das Umweltamt Wärmepumpen oder Solarthermie. Das Problem: Diese Techniken sind bislang noch sehr teuer. Außerdem vertragen sich Wärmepumpen nicht mit alten, schlecht gedämmten Gebäuden. Die Pumpen reichen dann nicht aus, um die Räumlichkeiten ausreichend und effizient mit Strom zu heizen. Hier lest ihr mehr zum Thema Heizen mit Wärmepumpen.

Neue Heizung: Bundesförderung beim Tausch der Ölheizungen

Mit der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ von der Bundesregierung, wird ein Teil der Kosten für den Austausch von Ölheizungen durch neu eingebaute Heizungsanlagen erstattet. Für Holzpelletheizungen gibt es vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss von bis zu 45 Prozent. Die Feinstaubbelastung werde durch Holz stärker vorangetrieben als durch Autos, heißt es nun aber vom Bundesumweltamt. Mit der Förderung soll deshalb bald Schluss sein. Seit dem 24. Januar bereits gibt es einen Teil der Bundesförderung für effiziente Gebäude nicht mehr. Es ist noch nicht klar, wer die Förderung künftig bekommen soll und unter welchen Umständen.

Heizen mit Holz: Schädlich für die Gesundheit?

Bisher spielte Holz beim Heizen in Deutschland eine eher untergeordnete Rolle: Im Jahr 2021 kam nach Angaben des Statistischen Bundesamts nur bei 3,6 Prozent der Neubauten Holz als primäre Heizenergiequelle zum Einsatz. Durch die Auswirkungen des Ukrainekriegs auf die Gaspreise könnte sich das ändern: Die Nachfrage nach Öfen und Heizungen, die mit Holz oder Pellets betrieben werden, ist groß.
Das klingt erstmal gut, quasi nach einer Win-Win-Win-Situation für Mensch, Industrie und Natur. Das sehen jedoch viele Experten anders. Einige betrachten die Verbrennung von Holz als Gefahr für die Gesundheit - etwa Achim Dittler vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Nichts verbrennt dreckiger und klimaschädlicher als Holz“, sagt der Forscher. Bei der Holzverbrennung würden viel mehr Schadstoffe freigesetzt als bei der Verbrennung von Öl oder Gas, darunter Kohlenmonoxid, Stickoxide, Methan und Ruß.
Wie ein paar einfach Tricks das Heizen mit Holz umweltfreundlicher machen, zeigt dieser Artikel.
Deutschlandweit wird nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) fast die Hälfte des aktuell genutzten Holzes zur Energieerzeugung verwendet. Das Heizen mit Gas hingegen verliert nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine an Bedeutung. Laut Statistischem Bundesamt hat sich die Zahl der genehmigten Wohngebäude, die vorrangig Gas als Energiequelle nutzen, im ersten Halbjahr 2022 gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 mehr als halbiert. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Pelletheizungen und -kaminöfen. Nach Angaben des Deutschen Pelletinstituts, das dem Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband angehört, wurden im ersten Halbjahr 2022 rund 32 000 Pelletheizungen verkauft - zwölf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

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