Angesichts stark gestiegener Preise für Gas, Strom und Heizöl in der Energiekrise wird das Heizen mit Holz für viele Menschen in Deutschland wieder zur Alternative. Der Kamin wird nicht nur zum Wohlfühlobjekt im Wohnzimmer, sondern zum echten Wärmespender. Dabei ist das Heizen mit Holz nicht unbedingt eine rundum umweltfreundliche Sache. Aber mit ein paar Tricks gelingt es zumindest, die ausgestoßene Feinstaubmenge zu reduzieren.

So wird der Kamin richtig angeheizt

Das Problem mit dem Feinstaub entsteht meist ganz zum Anfang: Brennt das Holz am Anfang nämlich zu langsam ab, gibt der Kamin über den Schornstein vergleichsweise viele unverbrannte Kleinstoffe in die Luft ab.
Die Lösung ist ganz einfach: Damit sich das Holz schnell entzündet und anschließend gut durchbrennt, empfiehlt Andreas Walburg vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks, daraus ein Türmchen zu errichten. Unten liegen ein paar Holzscheite mit der Schnittkante nach oben. Darüber kommen gitterartig in mehreren Etagen Scheite aus dünnerem Anzündholz. Der Stapel wird oben gezündet, sodass sich das Feuer nach unten durchfrisst. So entsteht auf dem Boden ein Glutbett, in das später weitere Hartholzscheite nachgelegt werden.
Der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) weist darauf hin, dass bei Öfen mit einem Bodenrost sich das umgedrehte Stapeln der Anzündhölzer sowie das Entzünden von unten anbietet. Es ist also sinnvoll, immer auch die Bedienungsanleitung des jeweiligen Ofens zu lesen.

So klappt das mit der richtigen Luftzufuhr beim Anzünden

Und zum richtigen Anzünden gehört noch eine zweite Zutat: jede Menge Luft. „Wichtig ist, dass am Anfang die Luftregler geöffnet sind, damit genügend Verbrennungsluft zuströmen kann“, sagt Andreas Walburg. Erst wenn das Holz gut brennt, sollte die Luftzufuhr entsprechend der Herstellerangaben zum Ofen angepasst werden.
Übrigens, ob Besitzer den Ofen mit ausreichend Temperatur und Luftzufuhr entzünden, können diese auch sehen: Je mehr sichtbarer Rauch aus dem Schornstein kommt, desto mehr Feinstaub verbreitet der Ofen. Anfangs ist das normal, aber laut HKI sollte 20 Minuten nach Entzünden des Feuers optisch kaum noch Rauch aus dem Schornstein treten.

Welches Holz darf in den Kamin?

Es ist verboten, frisch geschlagenes oder noch nicht ausreichend getrocknetes Holz zu verfeuern. Denn es produziert mehr Ruß- und Staubpartikel, die durch den Schornstein in die Umwelt gelangen, so Schornsteinfegermeister Andreas Walburg.
Daher darf nur Holz mit einer Restfeuchte von unter 25 Prozent genutzt werden. Das entspricht weniger als 20 Prozent Wassergehalt. Zum Vergleich: Frisch geschlagenes Holz aus dem Wald kann abhängig von Jahreszeit und Sorte bis zu 60 Prozent Wassergehalt beziehungsweise 150 Prozent Feuchtegehalt enthalten. Günstige Messgeräte zur Überprüfung gibt es im Baumarkt. Diese kosten meist unter 20 Euro.

Wie lange trocknet Holz?

Unterschiedliche Hölzer haben auch unterschiedlich lange Trocknungszeiten. Frisch geschlagenes Holz muss erst mal trocknen. Fichte und Pappel brauchen ein Jahr, Birke, Erle und Linde anderthalb Jahre Trockenheit an einem luftdurchlässigen Ort, so Andreas Walburg. Harte Hölzer wie Buche, Esche und Obstgehölze müssen zwei bis zweieinhalb Jahre liegen. Und Eichenholz braucht bis zu drei Jahre.

Und was gehört nicht in den Ofen?

Es ist auch nicht erlaubt, etwas anderes als unbehandeltes Holz als Scheite, Pellets oder Briketts im Ofen zu verbrennen. Denn Müll, Kunststoffe, auch Zeitungspapier und Stoffe, aber auch Sperrholz, Faserplatten sowie verleimtes, lackiertes und gestrichenes Holz setzen beim Verbrennen hohe Emissionen und womöglich auch andere Schadstoffe frei. Dabei entstehen unter Umständen Gase, die für den Menschen giftig sein können, es schadet auch massiv der Umwelt. Dieses Holz gehört einzig und allein in den Sperrmüll.

Was ist beim Schornstein zu beachten?

Der Wartungsaufwand für moderne Kamin- und Kachelöfen ist grundsätzlich gering, doch bedarf es eines regelmäßigen Funktions- und Sicherheitschecks. Wichtig ist vor allem die Sauberkeit der Brennkammer, der Ofenrohre sowie des Schornsteins - denn Ruß- und Ascheablagerungen verhindern eine optimale Verbrennung und kosten unnötig Energie.
„Für den Schornstein ist seit jeher der Bezirksschornsteinfeger zuständig - inzwischen sind aber auch zertifizierte Heizungsinstallateure für die Schornsteinwartung zugelassen“, so Dipl.-Ing. Frank Kienle, Geschäftsführer des HKI. „Der Fachmann übernimmt auch die Reinigung der Rauchrohre, die mit Spezialbürsten und Hochleistungssaugern von Ascheresten befreit werden. Denn die regelmäßige Reinigung ist die Grundlage einer sauberen und umweltgerechten Verbrennung.“

Regelmäßig Türdichtung am Kamin überprüfen

Darüber hinaus sollten beschädigte Feuerraumverkleidungen ausgetauscht werden, um die Langlebigkeit des Gerätes zu sichern. Einzelne Risse in den Platten und Steinen sind unproblematisch, da sie den Ofen nicht beeinträchtigen. Erst wenn Stücke herausgebrochen sind, müssen die schadhaften Schamottesteine ausgetauscht oder ggf. die gesamte Brennraumauskleidung erneuert werden.
Ein besonderes Augenmerk gilt auch der Türdichtung, die bei geschlossener Tür fest anliegen muss. Wenn diese nicht bündig schließt, kann sogenannte Fehlluft in die Brennkammer gelangen, was den Abbrand beeinträchtigt. Hierdurch steigen die Emissionen und der Wirkungsgrad sinkt. Viele Hersteller bieten hierzu Anleitungen im Internet, bei Bedarf wechseln aber auch Fachbetriebe die Dichtungen. Weitere Informationen unter www.ratgeber-ofen.de

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