Mehr als eine Million Haushalte in Deutschland nutzen Scheitholz, Holzpellets oder Holzhackschnitzel als primäre Energiequelle zum Heizen des kompletten Wohnraums, wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) angibt. Zusätzlich gebe es über elf Millionen sogenannte Einzelraumfeuerstätten, wie etwa Kaminöfen. Im Vergleich zur Gesamtanzahl aller Haushalte ist dieser Anteil eher gering. Doch wegen der Auswirkungen des Ukrainekriegs auf die Gaspreise setzen nun immer mehr Menschen auf das Heizen mit Holz um Geld zu sparen. Die Nachfrage nach Öfen und Heizungen, die mit Holz oder Pellets betrieben werden, ist daher groß. Doch ist das Heizen mit Holz eine geeignete Alternative zu Gas oder Strom? In diesem Artikel beantworten wir alle Fragen.
  • Welche Möglichkeiten gibt es?
  • Wird das Heizen mit Holz verboten und wie lange ist es noch erlaubt?
  • Was sagen Expertinnen und Experten zu den Folgen für die Umwelt?

Heizen mit Holz 2022: Das sind die Möglichkeiten

Mit Holz können einzelne Räume beheizt werden. Das funktioniert meist über einen Ofen oder Kamin, der neben der „normalen“ Heizung eingesetzt wird. Darüber hinaus gibt es auch moderne Holzzentralheizungen. Hier gibt es einerseits die Variante, bei der in regelmäßigen Abständen manuell Holz nachgelegt werden muss oder aber mechanisch befeuerte Holzkessel, bei denen das Brenngut automatisch zugeführt wird. Mit einer Holzzentralheizung werden nicht nur Räume beheizt: Mit ihr kann auch das im Haushalt benötigte Warmwasser aufbereitet werden. Wer sein Haus zentral mit Holz beheizen möchte hat folgende Möglichkeiten:
  • Scheitholzkessel
  • Holzvergaserkessel
  • Hackschnitzelkessel
  • Holzpelletkessel
  • Kombikessel

Heizungen mit Holz: Welche ist am effizientesten?

Welche Heizung am effizientesten ist hängt natürlich auch vom Haushalt ab. Hier ein Überblick:

Scheitholzkessel

Hier werden Holzscheite von einer Länge bis zu 50 Zentimetern in einer einzigen Brennkammer verbrannt. Im Gegensatz zu anderen Befeuerungsanlagen wie etwa dem Hackschnitzelkessel sind Scheitholzkessel, die größtenteils im Leistungsbereich bis 40 Kilowatt eingesetzt werden, vergleichsweise preisgünstig, müssen jedoch regelmäßig manuell nachgefüllt werden.

Der Holzvergaserkessel

Der Holzvergaserkessel ist im Grunde ein Scheitholzkessel mit zwei Brennkammern. Die Gase, die beim Verbrennen des Holzes entstehen, werden ebenfalls verbrannt und zur Wärmeerzeugung genutzt. Der Kessel kann jederzeit mit Brennstoff befüllt werden. Der Holzvergaserkessel erzeugt nur wenig Emissionen und gilt deshalb als umweltfreundlicher.

Der Hackschnitzelkessel

Wärme wird hier durch die Verbrennung von Hackschnitzeln, also geschreddertem Holz, generiert. Der Hackschnitzelkessel wird automatisch befüllt, für den Betrieb muss daher nur der Füllstand regelmäßig kontrolliert und die Asche entsorgt werden. Die Anschaffung einer Hackschnitzelheizung ist eher teuer. Bei vielen Modellen ist auch die Verbrennung von Holzpellets möglich.

Holzpelletkessel

Die Pellets werden aus getrocknetem, unbehandeltem Holz hergestellt und verbrennen ohne Rückstände. Pelletheizungen rechnen sich eher bei hohem Wärmebedarf und machen deshalb in Niedrigenergiehäusern wenig Sinn. Hier sind Pelletöfen die bessere Alternative.

Kombikessel

In Kombikesseln können verschiedene Holz-Brennstoffe gemeinsam verbrannt werden. Welche, unterscheidet sich von Modell zu Modell. Vorteil ist, dass damit die Heizkosten weiter gesenkt werden können, je nachdem, welcher Brennstoff gerade am günstigsten ist.

Heizen mit Holz: Das sagen Experten zu den Folgen für die Umwelt

Holz wird in Deutschland als klimafreundlicher Brennstoff und erneuerbare Energie behandelt. Die Begründung: Das Kohlendioxid (CO2), das beim Verbrennen von Holz in die Atmosphäre gelangt, wird bei einer nachhaltigen Waldwirtschaft durch nachwachsende Bäume wieder gebunden. Laut Pierre Ibisch von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, ist Holzverbrennung jedoch alles andere als umweltfreundlich. Das Verfeuern von Bäumen sei nur unter bestimmen Umständen klimaneutral, betont er. Zum einen, wenn beim Entnehmen keine Treibhausgase aus dem Waldboden strömten. „Ungefähr die Hälfte des Kohlenstoffs in Waldökosystemen befindet sich in den Böden“, erklärt der Ökologe. Austrocknung und Erwärmung begünstigten den ungewollten Abbau des Kohlenstoffs, der dann als CO2 freigesetzt werde. Zweitens gelte die behauptete Klimaneutralität allenfalls über längere Zeiträume und unter der Bedingung, dass geerntete Bäume wirklich nachwüchsen. Selbst dann würden neu gepflanzte Bäume erst mit zeitlicher Verzögerung zur Kohlenstoffsenke. Die entstandene „Kohlenstoffschuld“ wieder auszugleichen dauere mindestens Jahrzehnte. „Wir bräuchten aber die sofortige Vermeidung von zusätzlichen Treibhausgasen.“
Einige Experten betrachten die Verbrennung von Holz auch als Gefahr für die Gesundheit – etwa Wolfgang Straff, Leiter des Fachgebiets Umweltmedizin und gesundheitliche Bewertung am Umweltbundesamt. Er warnt speziell vor den Gesundheitsgefahren durch Feinstaub bei der Holzverbrennung. „Generell und unabhängig von der Quelle führt die Inhalation von Feinstaub zu relativ hohen Krankheitslasten in der Bevölkerung.“ So seien etwa Fälle von Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes auf Feinstaub zurückzuführen. Dem Mediziner zufolge wurden in Deutschland in den Jahren 2010 bis 2018 durchschnittlich jährlich etwa 17.500 Todesfälle durch Feinstaub verursacht.

Wird das Heizen mit Holz verboten? Wie lange ist es noch erlaubt?

Angesichts der Umweltbelastung durch das Heizen mit Holz fordert das Umweltbundesamt ein Verbot für Holzöfen und kritisiert die Förderung von Pelletkesseln. Was die Gründe für die Forderung sind, den aktuellen Stand der Diskussion um Holz- und Pelletöfen und mögliche Alternativen zum Heizen mit Holz findet ihr in diesem Artikel.

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