Pullover, Wärmflasche, Eiskratzen
: Das sind unsere Tipps zum Warmhalten

Bis zu -11 Grad kalt wird es zum Wochenstart in Ulm und der Region. Und die frostigen Temperaturen bleiben erstmal. Wir haben Tipps gegen die Kälte.
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Wärmflasche, Schal, Mütze, Eiskratzen - was hilft, um die Kälte draußen zu überstehen?

Christin Klose/dpa, Lars Schwerdtfeger, dpa-magazin; Collage: Befunky

Glatte Straßen, rutschige Gehwege und vereiste Autos – mit Temperaturen weit unter Null Grad zeigt sich der Winter im Südwesten aktuell von seiner eiskalten Seite. Zahlreiche Unfälle und Zugausfälle führten sowohl am vergangenen Wochenende als auch zum Wochenstart für reichlich Chaos auf Straßen und Schienen.

Glück haben es da alle, die zu Hause oder auf der Arbeit im Warmen sind. Wie aber können Sie sich am besten warm halten, sobald sie das Haus verlassen? Wir haben die besten Tipps!

Kratzig, aber warm! Der Wollkragenpullover

Es ist das eine Utensil, mit dem wohl jeder als Kind im Winter traktiert wurde: der kratzige, pikende Rollkragenpullover aus Schurwolle. Deren Fasern speichern Körperwärme besonders gut. Aber je nach Empfindsamkeit der Haut können sie Menschen zur Weißglut treiben. Der Grund: Wollfasern haben eine raue Oberfläche, aus der Faser-Enden herausragen. Diese sind es, die in die Haut piken. Je dicker die Faser, desto unangenehmer das Tragegefühl. Von seltsamen Motiven – rotnasigen Rentieren oder Weihnachtsmännern – ganz zu schweigen.

Immerhin gibt es Abhilfe gegen das Kratzen. Einschlägige Ratgeber empfehlen, Wollpullover über Nacht ins Tiefkühlfach zu legen oder mit mildem Babyshampoo zu waschen. Ob allerdings der Tipp, dem vorletzten Waschgang einen Schuss Essig zuzugeben, nicht neue Probleme schafft, hängt wohl sehr von der Nase der Bezugspersonen ab.

Wärmflaschen: Mit der eigenen Heizung auf den Weihnachtsmarkt

Egal, ob als Stoffelefant, Gummiherz oder etwas anderes – die Wärmflasche hat viele Formen und Farben. Einfach mit kochendem Wasser befüllen, Schraubverschluss drauf, fertig ist die Körperheizung. Und doch: Ihr Image ist nicht das beste. Im Winter wird sie vor allem von Frostbeulen genutzt.

Dabei kann sie auch draußen – in den Hosenbund gesteckt – in der Körpermitte Abhilfe gegen das Erfrieren schaffen. Doch Obacht! So mancher hat sich beim hastigen Befüllen die Finger verbrüht. Und auch, wenn sie permanent auf der Haut aufliegt, drohen Blessuren: „Toasted-Skin-Syndrom“ nennen es Dermatologen, wenn die hohen Temperaturen zu Hautrötungen und Verbrennungen führen. Hilft nur eins: die Temperatur runterfahren, am besten auf maximal 60 Grad.

Aber Apropos Wärmflasche: Wer nicht gleich mit dem übergroßen Gummiherz unter der Winterjacke auf den Weihnachtsmarkt spazieren möchte, kann sich auch erstmal mit kleinen Taschenwärmern ausstatten. In Handgröße passen sie in jede Jacken- oder Hosentasche.

Unterhose: Jenseits der Mode, aber durchaus effektiv

Im Winter braucht das Kind warme Kleidung. Das wussten unsere Mütter nur allzu gut. Damals galten Sneakersocken und 7/8-Jeans bei Frostgraden als No-Go. Stattdessen gab es Warmes unter der Ober­bekleidung. Socken aus echter Wolle, nicht aus Baumwolle, mögen auch heute noch die Füße klobig erscheinen lassen und passen auch schlecht zu topmodischem Schuhwerk. Aber sie halten herrlich warm. Strumpfhose unter der Jeans? Warum nicht? Auch wenn das An- und Ausziehen eine arge Prozedur ist. Zu Woll-Unterwäsche sei an dieser Stelle nur so viel gesagt: In manchen Situationen muss die menschliche Eitelkeit zurückstecken. Tipp: die Edelvariante vom Merinoschaf. Sie kratzt nicht so wie gewöhnliche Schafwolle.

Bad-Hair-Day dank Schal und Mütze

Ohne Schal und Mütze aus dem Haus? Auf keinen Fall, denken sich viele bei den aktuellen Temperaturen. Kein Wunder, denn einen Großteil der Wärme verlieren wir über den Kopf. Aber so warm und gemütlich Schal und Mütze – mit oder ohne Bommel – auch sein mögen, sie vertragen sich nicht gut mit Haaren und führen zu Schönheitsfehlern. Frauen und Männer mit langen Haaren werden das Problem kennen. Da steht man morgens vor dem Spiegel, föhnt und glättet sich mühsam den Schopf – und wenig später im Büro ist die Frisur schon wieder dahin. Verheddert und strubbelig. Und damit nicht genug. Kaum sind die Haare entknotet, fangen sie an, unkontrolliert in alle Richtungen zu fliegen. Was dagegen hilft? Wahrscheinlich nur zwei Dinge: Keine Mütze oder einfach Haare ab.

Taschenwärmer: Der kleine Knick zum Glück

Um im Winter warm zu werden, kann man natürlich ein Ritual nachvollziehen, das im Sportunterricht immer als Erstes kam: die Aufwärmrunde. Obwohl es bei Frost wohl mehr als eine Runde braucht, um den Körper auf Betriebstemperatur zu bringen.

Was aber helfen kann, zumindest die Hände schnell warm zu bekommen, sind Taschenwärmer, Wärmekissen oder Knick-Handwärmer – für sie gibt es viele Namen. Das Gelkissen mit einem kleinen Metallplättchen ist mit einer speziellen Salzflüssigkeit gefüllt. Beim Knicken des Plättchens kristallisiert diese aus, erhärtet sich und gibt Wärme ab. Bis zu 50 Grad wird das Päckchen warm. Perfekt für diejenigen, deren Finger vom Tippen auf der Tastatur im kalten Homeoffice steif werden oder die beim Umherwischen auf dem Handy eine kleine Wärmepause brauchen. Nachteil: Um den Prozess erneut starten zu können, müssen die Gelpads weichgekocht werden. Dabei kann man energiesparend zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: das Pad einfach gemeinsam mit dem Frühstücksei kochen.

Das Auto von Eis befreien: Warm dank Workout

Schweiß ganz ohne Sportequipment bei Minustemperaturen? Wer ein eigenes Auto hat und damit regelmäßig auch im Winter fährt, wird’s kennen: Am Vorabend vergessen, die Frontscheibe abzudecken – schon haben wir den Salat. Hilft nur eins: Augen zu und Eiskratzen! Ganz nebenbei verbrennt der Körper nicht nur Kalorien, sondern wird auch wohlig warm.

Wärme-Sohlen: Dank Akku zu lang anhaltend warmen Füßen

Aber seien wir mal ehrlich: Man kann noch so dick angezogen sein, sich draußen bewegen und im Zweifel auch die Wärmflasche am Bauch mit sich herumtragen. Am Ende sind es doch oft die Füße, die auf dem eiskalten Boden nahezu gefrieren. Da helfen auch mehrere Schichten selbstgestrickter Wollsocken meist nicht mehr. Doch auch dafür gibt es inzwischen Abhilfe: Wärme-Sohlen sind der Retter in der Not. Und die gibt es inzwischen sogar ganz fancy nicht mehr nur für das zweimalige Vergnügen, sondern aufladbar! Ja, dank Akku oder USB-Aufladekabel können sie inzwischen wiederverwendet werden. Damit wäre der Nachhaltigkeitsaspekt auch abgehakt.

Onesies: Im Strampler auf dem Sofa

Und was ist zu tun, wenn man durchgefroren zu Hause ankommt? Auch hier haben wir einen Tipp! Jeder hat das in Kindertagen erduldet: Onesies, neudeutsch für Einteiler, damals schlicht Strampler genannt, haben inzwischen auch das Textilsegment der Erwachsenen erobert. Auf den ersten Blick erscheinen sie wie eine grandiose Idee. Ursprünglich als Thermoschlaf­anzug für Erwachsene entwickelt, wurde der Strampelanzug im Laufe der Zeit modefähig. Nun hilft er beim Warmhalten, vor allem wenn er mit Plüschfutter versehen ist. Sitzt man im Prinzip als eine wandelnde Decke auf dem Sofa, fällt es gar nicht auf, wenn die Heizung auf Sparflamme läuft.

Doch spätestens beim Besuch des stillen Örtchens dürften sich vor allem Frauen erinnern, warum sie dem Modetrend abgeschworen haben: Wer einmal halbnackt und zitternd auf der Toilette saß, weiß sofort, warum der „Onesie“ nur bedingt nach guter Kleidungswahl klingt.

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