Neubau der SÜDWEST PRESSE: Die Zukunft des Journalismus kann kommen – ein Rundgang

Der Neubau der NPG nähert sich seiner Vollendung.
Volkmar Könneke- Neubau der Neuen Pressegesellschaft (NPG) in Ulm fast fertig, Fertigstellung für Frühjahr 2026 geplant.
- Gebäude mit 23 Meter hohem Lichthof, 60x44 Meter Fläche, 8500 qm Bürofläche, 121 Parkplätzen.
- Fokus auf moderne Arbeitswelten: flexible Bürokonzepte, Share-Desk-System, kurze Wege, Transparenz.
- Atrium für Veranstaltungen, begrünter Lichthof, Terrasse und Balkon mit Blick auf Ulm.
- Bau als Investition in Mitarbeitende und Zukunft der Medienarbeit, symbolisiert Meinungsvielfalt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Blick geht nach oben. Und damit auch in die Zukunft. 23 Meter hoch ist der Lichthof des Neubaus der Neuen Pressegesellschaft (NPG) in der Ulmer Olgastraße, und wenn Geschäftsführer Andreas Simmet seinen Blick vom Atrium aus zum Lichtdach richtet, stellt er sich zugleich vor, wie in diesem Haus künftig gearbeitet wird. Auch wenn es noch eine Baustelle ist, mag man sich bereits ausmalen, wie hier schon in wenigen Monaten die SÜDWEST PRESSE entstehen wird. Mobil, flexibel, kommunikativ.
Wenn Simmet von „Zusammenarbeit“ in dem neuen Stammsitz des Medienunternehmens spricht, betont er die erste Hälfte des Wortes – genau das soll der Bau ermöglichen. „Viel Austausch, kurze Wege, vertikale und horizontale Verbindungsachsen. Sehr offen, nicht zerklüftet“, so beschreibt der Geschäftsführer die Philosophie hinter der Architektur und betont nochmal: „Es geht um Zusammenarbeit. Alle Abteilungen des Unternehmens, die bisher noch an mehreren Standorten in Ulm verteilt sind, zusammen in einem Haus.“
Dieses Haus soll den „richtigen Ort für jede Arbeit“ bieten. Dazu gehören „Fokusräume“ mit Rückzugsmöglichkeiten, aber ebenso Begegnungs- und Lounge-Ecken verschiedener Art, Kaffee- und Teeküchen, Treffpunkte. Zeitgemäße und moderne Arbeitsplätze eben, wie Simmet sagt.
Investition in die Zukunft
Dass die NPG mitten in Ulm - in direkter Nachbarschaft zum bisherigen Firmensitz und verkehrstechnisch bestens angebunden - gebaut hat, sei auch ein Bekenntnis zur Stadt. Und eine „Investition in die Zukunft“, sagt Simmet, so wie es kürzlich die Übernahme aller Anteile der Medienholding Süd und damit von „Stuttgarter Zeitung“, „Stuttgarter Nachrichten“ und „Schwarzwälder Boten“ war.
80 Jahre SÜDWEST PRESSE
1945 erschien die erste Ausgabe der „Schwäbischen Donauzeitung“ und der heutigen SÜDWEST PRESSE. Zu diesem Geburtstag und begeben wir uns auf eine Zeitreise durch die vergangenen 80 Jahre. Was waren die prägendsten Ereignisse in der Ulmer Stadtgeschichte?
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Bedarfsgerecht, zukunftsfähig, repräsentativ und identitätsstiftend soll der Neubau sein. Er sei dabei ebenfalls eine „Investition in die Mitarbeitenden“, sagt Simmet. Geschäftsführung und Beirat hatten Anfang 2020 beschlossen, dass die Neue Pressegesellschaft eine neue Firmenzentrale bekommen sollte. Man wollte „in einem sich wandelnden Mediengeschäft moderne Arbeitswelten schaffen, in denen man mit diesem schnellen Wandel schritthalten kann“, wie es Stefan Häußler, Leiter für Immobilienaufgaben bei der NPG, formuliert.
Im aktuellen Firmensitz sind die Räumlichkeiten verwinkelt mit oftmals langen Wegen. Das hemmt den Austausch. „Aber wenn man ein Unternehmen voranbringen will, wenn man rasch auf Veränderungen reagieren und agil sein will, dann müssen alle Kollegen wissen, was die anderen tun und wo sie sitzen“, sagt Häußler. „Und sie müssen sich schnell und unkompliziert miteinander austauschen können. Ein zeitgemäßes Gebäude ermöglicht das.“
„Für unser Medienhaus, für eine zukunftsfähige Form des Arbeitens, sind schnelle Kommunikation und kurze Wege sehr wichtig“, beschreibt Geschäftsführer Simmet den Kern des Vorhabens. „Diese Anforderung war Teil des Architekten-Wettbewerbs und spiegelt sich nun in der Gebäudestruktur und Erschließung wider.“

Der Blick geht nach oben und in die Zukunft: Geschäftsführer Andreas Simmet (links) und Stefan Häußler, Leiter für Immobilienaufgaben bei der NPG, im Lichthof.
Volkmar KönnekeDie Projektentwicklung war 2020 gestartet worden, im Zuge der Corona-Pandemie kam es allerdings zu Verzögerungen. Doch dann ging es weiter, mit dem Wettbewerb, bei dem sich die Jury dann für den Entwurf des renommierten Münchner Büros Allmann Wappner entschied.
„Erlebbare Offenheit, strukturelle Klarheit sowie eine symbiotische Verflechtung aller Arbeitsmodule sind die prägenden Elemente des architektonischen Konzeptes“, führten Allmann Wappner aus. „Selbstbewusst, großzügig, gelassen und eine vordergründige Symbolik und Gestik vermeidend, zeigt sich der innere und äußere Ausdruck des neuen Verlagsgebäudes der Neuen Pressegesellschaft, das ganz im fruchtbaren Spannungsfeld von Funktionalität, räumlicher Atmosphäre und notwendiger Selbstdarstellung entsteht.“ Das Gebäude symbolisiere die von der Neuen Pressegesellschaft formulierten Werte von Toleranz, bunter Vielfalt, Meinungsvielfalt sowie Freiheit des Denkens.
Ein Steg als identitätsstiftendes Merkmal des Gebäudes
Der Entwurf hat einen Steg „als identitätsstiftendes Merkmal des Gebäudes“ so die Architekten. Die Idee ist durch einen Blick von außen auf Ulm mitentstanden. Denn der Steg liegt in der Verbindungsachse vom Münster zum Alten Friedhof, setzt diese Achse quasi durch das Gebäude, durch alle Stockwerke fort. „Für uns hat das hervorragend gepasst“, sagt Häußler, „weil dadurch auch die kurzen horizontalen und vertikalen Wege im Gebäude entstanden sind.“
Vier Treppenhäuser hat der neue Firmensitz: zwei Haupt-Treppenhäuser mit jeweils zwei Aufzügen, dazu zwei Neben-Treppenhäuser und zusätzlich die Treppenläufe auf den Verbindungsstegen. Von den Stegen aus sieht man jeweils in beide Büroebenen hinein. Viel Licht, viel Durchsicht: Auch das sei in der Aufgabenstellung des Architektur-Wettbewerbs verankert gewesen, „dass man sich als Zeitung offen zeigen möchte“, sagt Häußler. „Transparenz im wahrsten Sinne des Wortes“.
Bevor es Richtung Zukunft ging, wurden aber erst mal Blicke in die Vergangenheit geworfen. Denn ehe die Bagger richtig anrücken konnten, gruben die Archäologen des Landesdenkmalsamts, und das gleich zweimal.

Hier entstehen die Arbeitsplätze der NPG-Zukunft.
Volkmar KönnekeSie fanden reizvolle Bruchstücke aus dem 13. und 14 Jahrhundert, tiefer im Grund dann Spuren von Grubenhäusern aus dem 11./12. Jahrhundert sowie die Überreste eines Hundes mit krummen Beinen. Auch der Kampfmittelräumdienst ließ das Areal gründlich sondieren – ohne Fund, ohne Alarm.
Das erste Fundament wurde einen Tag vor Weihnachten 2023 gegossen, im Januar 2024 kamen die Kräne, im April 2024 wurde der Grundstein gelegt. Der Bau schritt gut voran. „Es hat alles gepasst, das Wetter war okay, und alle beteiligten Firmen haben sehr gut gearbeitet“, lobt Häußler. Allen voran gilt sein Dank dem Bauunternehmen Grüner und Mühlschlegel, das den Rohbau erstellt hat.
Im Mai 2025 war Richtfest, Stefan Häußler dankte da aus 23 Metern Höhe allen Beteiligten: „Ohne deren handwerkliches Können und Geschick wären wir heute nicht hier. Sie haben 17 Monate lang bei Wind und Wetter, Hitze und Kälte harte Arbeit verrichtet. Alles für unsere Ziele.“ Und es ging weiter flott voran, das Bauunternehmen Züblin und zahlreiche lokale Firmen wurden tätig: von der Fassade über den Innenausbau bis zur Haustechnik.
Vier Eingänge und ein Atrium für Veranstaltungen
Im Oktober 2025 sind nun die meisten Gerüste verschwunden, von Anfang 2026 an wird sukzessive die Inbetriebnahme der Haustechnik starten, im Frühjahr 2026 wird dann im Neubau mit der ganzen Mannschaft losgelegt.
Doch was bietet die neue Firmenzentrale der NPG künftig von ganz unten bis ganz oben? Der Entwurf als Ganzes ist ein stattliches, 60 mal 44 Meter messendes Rechteck, das durch die auffällige diagonale Erschließung aufgebrochen wird. Über den zwei Tiefgaragen-Etagen mit 121 Stellplätzen gibt es ein großzügiges Entrée – wobei das neue Medienhaus über insgesamt vier Eingänge verfügt, jeweils zwei in der Olgastraße und in der Carl-Ebner-Straße, quasi an allen vier Ecken des Gebäudes.
Im Erdgeschoss lädt das Atrium zu Veranstaltungen mit bis zu 200 Besuchern ein; künftig sollen dort auch die SÜDWEST-PRESSE-Foren mit prominenten Gästen stattfinden. Zudem gibt es im Parterre fünf Besprechungs- und Konferenzräume sowie eine Cafeteria mit 80 Plätzen. Die wird als Kantine bewirtet, aber die Beschäftigten werden auch selbst Mitgebrachtes in Mikrowellen erwärmen können. Ins Erdgeschoss zieht noch das Hapag Lloyd Reisebüro der SÜDWEST PRESSE und die Mannschaft der Ebner Media Group.
Geschäftsführer Simmet schaut im Atrium wieder in die Höhe: in den Lichthof. Eigentlich sind es sogar zwei Lichthöfe – denn er wird ja in jeder Etage durch einen Steg in zwei Hälften geteilt. Einer der beiden Lichthöfe wird begrünt.

In der fünften Etage gibt es eine Terrasse mit schönem Blick über die Dächer Ulms.
Volkmar KönnekeIn den vier Geschossen über dem Parterre sind die einzelnen Abteilungen und Teams untergebracht. Im Planungsstadium habe man mit jeder Abteilung in Workshops diskutiert, zu welchen anderen Abteilungen sie im Arbeitsalltag besonders viel Kontakt habe, erläutert Häußler. So wurde priorisiert, wer wohin kommt. Der Raumplan sei also aus den Notwendigkeiten der Arbeitsabläufe heraus entstanden. „Wenn Abteilung A gesagt hat, sie braucht Abteilung B besonders oft und umgekehrt, dann war das ein Perfect Match!“
In Stein gemeißelt ist das aber nicht. „Es ändert sich ja auch manchmal etwas. Und nun können wir variabel sein“, betont Häußler. Die Arbeitswelten sind so geschaffen, dass Veränderungen im Beruf abgebildet werden können. Architektur, die Transformation mitträgt.
Daher hat auch nicht jeder Beschäftigte seinen festen eigenen Schreibtisch, sondern es wird ein Share-Desk-System eingeführt. Die Abteilungen sind zwar im Gebäude klar verortet, und innerhalb der Abteilungen sollen die Teams zusammenfinden, „aber die Grenzen der Teams sind fließend“, sagt Häußler, „und auch die Grenzen einer Abteilung können fließend sein.
Die Redaktion der SÜDWEST PRESSE sitzt im ersten Geschoss, ebenso die NPG Digital und der Lesermarkt. In den Etagen darüber finden die anderen Abteilungen von der IT bis zu den kaufmännischen Bereichen ein neues Arbeitszuhause. Im vierten Geschoss gibt es sogar noch etwas „Luft für Wachstum“, wie Häußler lachend sagt. Auch Radio 7 wird Platz finden in dem Neubau.
Blick über die Dächer und Kirchtürme von Ulm
In der obersten Etage sitzen Geschäftsführung, Personalabteilung und Controlling. Der Blick aus diesen Räumen in der fünften Etage über die Dächer und Kirchtürme von Ulm ist toll. Das oberste Stockwerk hat einen umlaufenden Balkon, der teils bestuhlt wird, im Süden lockt eine Terrasse mit Münsterblick. Die Höhe des Gebäudes orientiert sich etwa an der nördlich angrenzenden Wohnbebauung in der Kepler- und Carl-Ebner-Straße.
Hell ist es in dem Gebäude, auch weil durch das Atrium mit dem riesigen Glasdach viel Helligkeit ins Innere gebracht wird. „Eigentlich liegen alle Arbeitsplätze an einer Fassade“, sagt Häußler. Dank des hochwertigen Glases, der Außenbeschattung und der Klimatechnik mit Quellluft-Öffnungen und Deckensegeln werden angenehme Raumtemperaturen erwartet; die Deckensegel können kühlen, wärmen und sind akustisch wirksam.
Atrium, Cafeteria und Treppenhäuser haben Terrazzo-Fließen, für die Konferenzräume und Büros hat man sich wegen des Schallschutzes für Teppich entschieden, die Kaffeeküchen bekommen Parkett. Andreas Simmet geht strahlend über den Verbindungssteg im fünften Stock, durch ein Fenster fällt sein Blick auf den Turm des Ulmer Münsters. „Es wird eine Freude sein, hier zur Arbeit zu kommen.“
Zahlen zum Neubau
60 mal 44 Meter misst die neue Firmenzentrale der Neuen Pressegesellschaft. Die Bruttogrundfläche beträgt 17.500 Quadratmeter, die Bürofläche 8500 Quadratmeter. 25.200 Tonnen Grund wurden aus der Baugrube ausgehoben, 20.400 Tonnen Beton wurden verbaut. Alle verbauten Stützen übereinander gestellt (880 Meter), wären höher als der Burj Khalifa.
In dem Haus sind 200.000 Meter Datenkabel und 350.000 Meter Stromkabel verbaut, es gibt rund 2500 Leuchten. Des weiteren: 418 Türen, 252 Meter Glasgeländer, 672 Deckensegel und 55 WCs. Verbaut wurden fünf Kilometer Heizungsrohr, zwei Kilometer Abwasserrohr, 2,5 Kilometer Trinkwasserrohr und zwei Kilometer Lüftungsrohr.
Die IT umfasst 2200 Hardware-Datenpunkte und 7200 Softwaren-Datenpunkte. Die Büros sind mit intuitiven Touch-Raumbediengeräten ausgestattet, in den Open-Space-Bereichen können die Nutzer via QR-Codes auf den Schreibtischen die Raumfunktionen wie Beleuchtung, Verschattung und Raumklima über ihre Smartphones steuern.
