Schwarz-rote Koalition
: Minister-Vorstellung diese Woche – erste Namen durchgesickert

Gleich zu Wochenbeginn wollen CDU und CSU ihre Kandidaten für das neue Bundeskabinett vorstellen. Erste Namen werden berichtet. Die Union lässt sich noch nicht in die Karten schauen.
Von
Von Carsten Hoffmann und Jörg Blank, dpa
Berlin
Jetzt in der App anhören
Friedrich Merz und Lars Klingbeil: ARCHIV - 09.04.2025, Berlin: Friedrich Merz (l), Unions-Kanzlerkandidat und CDU-Bundesvorsitzender, und Lars Klingbeil, SPD-Fraktions- und Bundesvorsitzender, geben eine Pressekonferenz der Parteivorsitzenden von Union und SPD zur Vorstellung des Koalitionsvertrages im Paul-Löbe-Haus. (zu dpa: «Klingbeil: Auch in Union keine einheitliche Position zu Taurus») Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Friedrich Merz und Lars Klingbeil sind sich einig - in dieser Woche müssen ihre Parteien noch zustimmen.

Michael Kappeler/dpa
  • CDU und CSU stellen diese Woche ihre Minister vor, erste Namen bekannt.
  • Johann Wadephul wird Außenminister, Katherina Reiche übernimmt das Wirtschaftsministerium.
  • SPD stimmt bis 29. April über Koalitionsvertrag ab, Ergebnis am Mittwoch.
  • Union und SPD stellen je 7 Minister, CSU 3.
  • Friedrich Merz soll am 6. Mai als Bundeskanzler gewählt werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vor der Entscheidung der CDU über den schwarz-roten Koalitionsvertrag gewinnt die künftige Ministerriege der Union immer mehr Konturen. Der CDU-Politiker Johann Wadephul soll nach Informationen des Portals „Table Media“ Außenminister einer Regierung unter einem Bundeskanzler Friedrich Merz werden.

Die Energiemanagerin und frühere CDU-Abgeordnete Katherina Reiche werde das Wirtschaftsministerium übernehmen, heißt es in dem Bericht. Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien solle das neue Bildungsressort in der Bundesregierung führen. Alle drei werden seit Wochen als aussichtsreiche Kandidaten gehandelt.

Merz und Söder wollen Minister am Montag vorstellen

Ein CDU-Sprecher sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, man äußere sich zu den Spekulationen nicht. Er verwies auf die am Montag geplante Vorstellung der Kabinettsbesetzung. Dann will CDU-Chef Merz in Berlin die künftigen Ministerinnen und Minister präsentieren, die seine Partei in die Bundesregierung entsendet. Parallel dazu stellt CSU-Chef Markus Söder seine Kandidaten in München vor.

Der Fachpolitiker Wadephul aus Schleswig-Holstein wäre erster CDU-Außenminister seit fast 60 Jahren. Spekuliert wurde auch über den früheren NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet. Prien gehörte auch zum Koalitionsverhandlungsteam der CDU. Für Reiche wiederum wäre es eine Art Comeback: Von 1998 bis 2015 gehörte sie dem Bundestag an. Sieben Jahre davon war sie Mitglied der Bundesregierung als Parlamentarische Staatssekretärin.

Chef von MediaMarkt-Saturn soll Digitalminister werden

  • Friedrich Merz

    Friedrich Merz, CDU, Bundeskanzler

    Michael Kappeler/dpa
  • Fraktionssitzung im Bundestag: ARCHIV - 24.03.2025, Berlin: Lars Klingbeil, SPD-Fraktions- und Bundesvorsitzender, gibt eine Pressekonferenz zu Beginn der Fraktionssitzung seiner Partei. Der Deutsche Bundestag kommt am 25.03.2025 zu seiner konstituierenden Sitzung für die 21. Legislaturperiode zusammen. (zu dpa: «Klingbeil: Debatte um Esken ist «beschämend»») Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Lars Klingbeil, SPD, Vizekanzler und Finanzminister

    Kay Nietfeld/dpa
  • Koalitionsverhandlungen von Union und SPD abgeschlossen: ARCHIV - 09.04.2025, Berlin: Johann Wadephul (CDU) steht am Rande einer Pressekonferenz der Parteivorsitzenden von Union und SPD zur Vorstellung des Koalitionsvertrages im Paul-Löbe-Haus. (zu dpa: «Merz will «sehr gute Regierungsmannschaft» präsentieren») Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Johann Wadephul, CDU, Außenminister

    Michael Kappeler/dpa
  • Ukraine-Treffen in Brüssel: 11.04.2025, Belgien, Brüssel: Boris Pistorius (SPD), geschäftsführender Bundesminister der Verteidigung, spricht auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen der internationalen Kontaktgruppe (UDCG) zur Koordinierung von militärischer Unterstützung für die Ukraine im Nato-Hauptquartier. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Boris Pistorius, SPD, Verteidigungsminister

    Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa
  • Alexander Dobrindt

    Alexander Dobrindt, CSU, Bundesinnenminister

    Michael Kappeler/dpa
  • Thorsten Frei: ARCHIV - 05.04.2025, Berlin: Thorsten Frei (CDU), erster parlamentarischer Geschäftsführer der Union, gibt zu Beginn der Fortsetzung der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD vor dem Konrad-Adenauer-Haus ein Pressestatement. (zu dpa: «Frei sieht schnelle finanzielle Weichenstellungen») Foto: Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Thorsten Frei, CDU, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes

    Christophe Gateau/dpa
  • Katherina Reiche

    Katherina Reiche, CDU, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie

    Helge Toben/dpa
  • Bärbel Bas

    Bärbel Bas, SPD, Ministerin für Arbeit und Soziales

    Anna Ross/dpa
  • Koalitionsverhandlungen abgeschlossen - CDU: 09.04.2025, Berlin: Karin Prien (CDU), Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, kommt zur Sitzung vom Bundesvorstand der CDU im Konrad-Adenauer-Haus. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Karin Prien, CDU, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

    Bernd von Jutrczenka/dpa
  • Bildungsministerin Stefanie Hubig: ARCHIV - 04.09.2023, Rheinland-Pfalz, Mainz: Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz, beim Besuch einer Schulklasse. (zu dpa: «Osterferien: Deutsch lernen leicht gemacht») Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Stefanie Hubig, SPD, Bundesjustizministerin

    Boris Roessler/dpa
  • Nina Warken

    Nina Warken, CDU, Gesundheitsministerin

    Christoph Soeder/dpa
  • CDU der große Sieger - AfD in Pfalz stark: ARCHIV - 14.06.2024, Berlin: Patrick Schnieder (CDU) am Rednerpult des Deutschen Bundestags (zu dpa: «CDU der große Sieger – AfD in Pfalz stark») Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Patrick Schnieder, CDU, Bundesminister für Verkehr

    Bernd von Jutrczenka/dpa
  • Karsten Wildberger: HANDOUT - 28.04.2025, ---, --: Karsten Wildberger. Digitalminister soll der Manager Karsten Wildberger werden. Der Chef von Ceconomy, des Mutterkonzerns der Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn, soll das neu geschaffene Ressort für Digitalisierung und Staatsmodernisierung übernehmen. Foto: Oliver Roesler
oro-Phot/CECONOMY AG /dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Karsten Wildberger, CDU, Digitalminister

    Oliver Roesler oro-Phot/CECONOMY AG/dpa
  • SPD zu VW: ARCHIV - 16.10.2024, Berlin: Verena Hubertz (SPD) nimmt an der Aussprache nach der Regierungserklärung von Kanzler Scholz im Bundestag zum EU-Rat teil. (zu dpa: «SPD-Fraktionsvize warnt vor Job-Abbau bei VW») Foto: Rabea Gruber/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Verena Hubertz, SPD, Ministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen

    Rabea Gruber/dpa
  • Carsten Schneider: ARCHIV - 03.04.2025, Berlin: Carsten Schneider (SPD), Ostbeauftragter der geschäftsführenden Bundesregierung, auf der Konferenz der ostdeutschen Regierungschefs in der Vertretung des Freistaates Thüringen. (zu dpa: «Carsten Schneider wird neuer Bundesumweltminister») Foto: Jens Kalaene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Carsten Schneider, SPD, Umweltminister

    Jens Kalaene/dpa
  • Alois Rainer: ARCHIV - 11.09.2020, Berlin: Alois Rainer (CDU/CSU), spricht bei der 172. Sitzung des Bundestags. Debattiert wird über die Beschleunigung von Investitionen. (zu dpa: «Bär soll Forschungsministerin werden - Rainer bekommt Agrar») Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Alois Rainer, CSU, Bundeslandwirtschaftsminister

    Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
  • Member of the Bavarian conservative Christian Social Union (CSU) party Dorothee Baer arrives for the continuation of coalition talks between the conservative CDU/CSU party union and the SPD, on April 8, 2025 at the CDU's headquarters in Berlin. (Photo by Odd ANDERSEN / AFP)

    Dorothee Bär, CSU, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt

    ODD ANDERSEN/AFP
  • Integrationsbeauftragte Reem Alabali-Radovan: ARCHIV - 10.09.2024, Berlin: Reem Alabali-Radovan (SPD), Staatsministerin der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration der Bundesregierung und Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, aufgenommen während einer Pressekonferenz.  Reem Alabali-Radovan ist in ihrem Wahlkreis erneut als Direktkandidatin für die Bundestagswahl nominiert worden. (zu dpa: «Rassismus-Definition für deutsche Verwaltungen ist fertig») Foto: Soeren Stache/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Reem Alabali-Radovan, SPD, Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

    Soeren Stache/dpa
  • Wolfram Weimer

    Wolfram Weimer, CDU, Kulturstaatsminister

    Thomas Banneyer/dpa
  • Gremiensitzungen CDU: 28.04.2025, Berlin: Jens Spahn (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages, kommt zur Präsidiumssitzung der CDU. Foto: Fabian Sommer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Jens Spahn, CDU, Fraktionschef der Unionsfraktion

    Fabian Sommer/dpa
1 / 20

Am Montagvormittag wurden dann die Namen für die Ministerposten in der Regierung und der großen Koalition öffentlich gemacht.

Die CDU stellt laut Koalitionsvertrag sieben der insgesamt 17 Ministerinnen und Minister, ebenso wie die SPD. Auf die CSU entfallen drei Ressorts. Die SPD will ihre Kandidatinnen und Kandidaten für das neue Kabinett erst nach dem Ende ihres Mitgliederentscheids über den Koalitionsvertrag präsentieren. 

Mitgliederentscheid der SPD

Die SPD lässt ihre rund 358 000 Mitglieder über das Vertragswerk mit der Union entscheiden. Bis zum 29. April um 23.59 können sie online ihre Stimmen abgeben. Das Ergebnis soll am Mittwoch bekanntgegeben werden. Vorher will die SPD auch keine Minister nennen. 

Neben der Mehrheit der Stimmen ist die Beteiligung von 20 Prozent der Parteimitglieder notwendig. Die Partei-Jugend ist unzufrieden mit dem Koalitionsvertrag, trotzdem gilt eine mehrheitliche Zustimmung vor allem mangels Alternative als wahrscheinlich. Die einzigen Alternativen wären eine Koalition zwischen Union und AfD, eine Minderheitsregierung oder die Neuwahl des Bundestags.

Mit Verweis auf den Stimmenzuwachs der AfD appellierte die SPD-Vorsitzende Saskia Esken eindringlich an die Mitglieder ihrer Partei, für den mit CDU und CSU ausgehandelten Koalitionsvertrag zu stimmen. „Unsere Aufgabe in der nächsten Legislatur ist ganz klar - manche sagen sogar, das sei unsere letzte Chance –, wir müssen das Vertrauen in die Demokratie wiedererlangen, erneuern und ihre Feinde zurückdrängen“, sagte Esken bei einer Dialogkonferenz mit Parteimitgliedern im nordhessischen Baunatal. „Das ist unsere historische Verpflichtung“, fügte sie hinzu.

Union entscheidet auf kleinem Parteitag

Schon an diesem Montag kommen etwa 150 Delegierte der CDU in Berlin zusammen, um über den zwischen den Parteiführungen von CDU, CSU und SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag abzustimmen. Die Zustimmung gilt als sicher. Die CSU hatte den 144 Seiten Entwurf bereits kurz nach der Einigung per Vorstandsbeschluss abgesegnet.

Bundeskanzler soll am 6. Mai gewählt werden

Wenn auch die SPD zustimmt, soll der Koalitionsvertrag am 5. Mai unterzeichnet werden. Am Tag darauf wäre die Wahl des Kanzlers. Merz benötigt am 6. Mai im Bundestag die Zustimmung der Mehrheit aller Bundestagsabgeordneten, also 316 Stimmen - auch Kanzlermehrheit genannt. 

Dem Bundestag gehören 328 Politiker von Union und SPD an. Wenn mehr als zwölf von ihnen fehlen oder Merz die Stimme verweigern, kann innerhalb von zwei Wochen ein zweiter Wahlgang angesetzt werden - gegebenenfalls mit einem anderen Kandidaten. Wenn es auch dann noch keine Kanzlermehrheit gibt, reicht in einem dritten Wahlgang die Mehrheit der Stimmen der anwesenden Abgeordneten. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass die Mehrheit im ersten Wahlgang zustande kommt.