Das Weltwirtschaftsforum 2023 beginnt in der Schweiz: Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie treffen sich die Reichen und Mächtigen wieder im Schnee von Davos. Wer ist dabei und welche Themen sollen besprochen werden? Hier gibt es alle Infos:

Weltwirtschaftsforum 2023: Wann findet das Treffen in Davos statt?

Das mittlerweile 53. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) findet vom 16. bis 20. Januar 2023 statt.

Weltwirtschaftsforum 2023: Welche Themen stehen auf dem Programm?

Das Weltwirtschaftsforum 2023 steht unter dem Motto „Zusammenarbeit in einer fragmentierten Welt“. An den Tagen finden unterschiedliche Gesprächsrunden statt. Insgesamt lässt das Programm des diesjährigen Weltwirtschaftsforums vier Themenschwerpunkte erkennen. Und das sind sie:
  • Inflation und drohende Rezession
  • Energie- und Ernährungskrise contra Klimaschutz
  • Der Ukraine-Krieg und seine Folgen für die Politik
  • Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel

Weltwirtschaftsforum 2023: Welche Teilnehmer sind dabei und wer hat abgesagt?

Die ganzen großen Schwergewichte der Politik sind in diesem Jahr nicht mit in Davos dabei. US-Präsident Joe Biden hat abgesagt, der chinesische Staats- und Regierungschef Xi Jinping schickt einen Vize. Wegen des Krieges in der Ukraine wird auch Russlands Präsident Wladimir Putin nicht in die Schweiz reisen. Ob sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut zuschalten lassen oder diesmal sogar selbst anreisen will, blieb bis kurz vor Beginn aus Sicherheitsgründen geheim.
Bundeskanzler Olaf Scholz ist fast schon der renommierteste Name im WEF-Programm. Insgesamt sind 50 Staats- und Regierungschefs angekündigt - doch es könnte kurzfristig noch Absagen geben. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa etwa kommt aufgrund einer schweren Stromversorgungskrise in seinem Land nun doch nicht nach Davos.
Insgesamt wollen fast 2700 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bei dem Treffen bis Freitag über Lösungen für internationale Probleme diskutieren. Ein Firmenboss wird nicht dabei sein. Tesla-Chef Elon Musk hatte das Treffen als absolut langweilig abgetan.

Verschwörungstheorien rund um das Weltwirtschaftsforum

Das 1971 gegründete Weltwirtschaftsforum ist für Anhänger von Verschwörungen zu einer Art Zentrum des Bösen geworden. „Große ökonomische Zusammenschlüsse wie das Weltwirtschaftsforum sind gerne Projektionsflächen für Verschwörungserzählungen, weil dort verschiedenste Menschen mit Macht zusammenkommen, um sich auszutauschen“, sagt Politikwissenschaftler Jan Rathje vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das CeMAS untersucht Radikalisierungstendenzen und Verschwörungserzählungen im Netz.
Besonderen Anschluss haben solche Behauptungen seit Beginn der Corona-Pandemie gefunden. Im Jahr 2020 stellte WEF-Gründer Klaus Schwab die Initiative „The Great Reset“ und sein fast gleichnamiges Buch vor. Darin betrachtet er die Pandemie als Chance, Gesellschaften und die globale Wirtschaft gerechter, sozialer und ökologisch nachhaltiger zu gestalten.
Doch der „Great Reset“ wird unter Verschwörungsanhängern „als ein Signal gewertet, dass sich die Welt nun grundsätzlich verändern solle, und zwar auf Grundlage einer Verschwörung der Menschen, die sich bei einem Treffen wie dem Weltwirtschaftsforum zusammengefunden haben“, sagt Rathje. Oft gilt die Pandemie in dieser Vorstellung als absichtlich erzeugt.
In den Glauben an eine erzwungene Umgestaltung der Welt passen dann die unterschiedlichsten Behauptungen: Aus einem Appell, Fahrzeuge öfter mal zu teilen, bekannt als „Sharing Economy“, wird die Lüge, das WEF wolle Privatautos verbieten. In einem WEF-Aufnäher auf der Uniform von Schweizer Polizisten sehen Verschwörungsanhänger den Beleg, dass das Wirtschaftstreffen seine eigene Polizei besäße, ganz wie ein Staat.
(mit Material von dpa)