US-Wahl: Reaktionen aus Deutschland: „Es weht ein anderer Wind“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Annette Riedl/dpa- Donald Trump erklärt sich zum Sieger der US-Wahl 2024; wichtige Swing States konnte er gewinnen.
- Deutsche Politiker wie Scholz, Söder und Steinmeier gratulieren Trump zum Wahlsieg.
- Söder fordert innenpolitische Änderungen in Deutschland, u.a. stärkere Bundeswehr und wirtschaftliche Anpassungen.
- Steinmeier betont die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen für Stabilität und Wohlstand.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Obwohl noch kein offizielles Ergebnis vorliegt, hatte der Republikaner Trump sich laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bereits zum Sieger der US-Präsidentschaftswahl erklärt. Er konnte sich nach den bisherigen Erkenntnissen die wichtigen Swing States Pennsylvania, North Carolina und Georgia sichern und damit einen entscheidenden Vorsprung vor seiner Kontrahentin Kamala Harris verschaffen. „Es ist ein politischer Sieg, wie ihn unser Land noch nie erlebt hat“, sagte Trump bei einem Auftritt vor Anhängern im Bundesstaat Florida, nachdem der Sender Fox News ihn im Alleingang als Gewinner und damit als künftigen Präsidenten ausgerufen hatte. Andere Sender und die Nachrichtenagentur AP folgten dem zunächst nicht. Erste Politiker aus Deutschland haben Trump bereits zum Wahlsieg gratuliert. Die ersten Reaktionen aus Deutschland im Überblick:
Bundeskanzler Olaf Scholz
Auf X, ehemals Twitter, schreibt Olaf Scholz:
„Ich gratuliere @realDonaldTrump zur Wahl zum US-Präsidenten. Gemeinsam arbeiten Deutschland und die USA seit langem erfolgreich zusammen, um Wohlstand und Freiheit auf beiden Seiten des Atlantiks zu fördern. Das werden wir zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger fortsetzen.“
CSU-Chef Markus Söder
Angesichts des sich abzeichnenden Siegs von Donald Trump bei der Präsidentenwahl in den USA fordert CSU-Chef Markus Söder laut dpa auch innenpolitische Konsequenzen in Deutschland. „Glückwunsch an Donald Trump. Für Deutschland muss sich jetzt aber einiges zwingend ändern“, teilte der bayerische Ministerpräsident in den sozialen Netzwerken mit. Zwar blieben die USA weiter Deutschlands wichtigster Partner, „aber wir werden so gefordert wie nie. Es weht ein anderer Wind“.
Deutschland müsse sich nun deutlich mehr anstrengen, um mithalten zu können. „Die Bundeswehr muss massiv gestärkt werden - statt zwei Prozent vom BIP braucht es mindestens drei Prozent und eine echte Wehrpflicht. Beides rasch“, forderte Söder. Wirtschaftlich benötige Deutschland zudem ein „komplettes Update“ mit vergleichbaren Steuern und Energiepreisen wie die USA.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Bundespräsident Steinmeier hat Donald J. Trump laut seinem Instagram-Kanal zum Wahlsieg gratuliert. „Die transatlantischen Beziehungen sind von entscheidender Bedeutung für die Stabilität und den Wohlstand unserer beiden Länder und unserer Kontinente“, betonte er in seinem Schreiben an den designierten 47. US-Präsidenten.
Außenministerin Annalena Baerbock
Außenministerin Annalena Baerbock hat dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump nach Angaben der dpa zur Wahl gratuliert. „Donald Trump hat die Wahl gewonnen. Dazu gratulieren wir“, sagte die Grünen-Politikerin nach der Rückkehr von einer Ukraine-Reise in Berlin. Deutschland, Europa und die USA seien engste Partner und Verbündete. „Dabei ist unsere transatlantische Freundschaft seit jeher nicht auf eine Partei gebucht.»
Zugleich sei es das Wesen von Demokratie, dass sich nach Wahlen sowohl innenpolitische Verhältnisse als auch außenpolitische Beziehungen neu justierten, sagte Baerbock und ergänzte: „Deutschland wird auch für die künftige amerikanische Regierung ein enger, verlässlicher Verbündeter sein. Das ist unser Angebot.“ Dabei gelte: „Wie in jeder guten Partnerschaft: Dort, wo es ohne Frage politische Differenzen gibt, ist ein ehrlicher und vor allen Dingen intensiver Austausch wichtiger denn je.»
Für sie sei klar, dass die Europäer jetzt noch mehr sicherheitspolitische Verantwortung übernehmen müssten, sagte Baerbock. Die Bundesregierung habe dafür wichtige Weichen gestellt. „Investitionen in unsere europäische Sicherheit müssen wir jetzt groß denken und groß machen“, ergänzte sie. Das heiße auch: „Wir müssen uns von den selbst angelegten Fesseln, gerade bei Investitionen in unsere Sicherheit in Deutschland und in der EU, befreien. Auch, um den europäischen Pfeiler in der Nato weiter zu stärken.“ Das sei kein Ersatz für die transatlantische Partnerschaft, sondern eine Investition darin.
AfD-Vorsitzende Alice Weidel
Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel freut sich nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) über den sich abzeichnenden Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl. „Ich habe bereits Donald Trump gratuliert“, da seine Konkurrentin Kamala Harris kaum mehr eine Chance habe, sagte Weidel am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk.
„Nicht das ‚woke‘ Hollywood hat diese Wahl entschieden, sondern die arbeitende Bevölkerung und die Familien, die um ihre wirtschaftliche Existenz bangen, die jungen Leute, die sich um ihre Zukunft sorgen“, zeigte sich Weidel überzeugt. „Diese Wahl könnte ein Vorbild auch für Deutschland sein.“
Auf die Frage, ob Trumps Bewegung unter dem Motto „Make America Great Again“ ein Vorbild für die AfD sei, antwortete Weidel: „Oh, definitiv“. Ihre Partei wolle Deutschland „groß“ machen. „Natürlich ist er ein Vorbild für uns“, sagte sie über Trump.
