Vulkane in Deutschland: Gibt es aktive Vulkane in Deutschland?

Hier gibt es einen Überblick über die vulkanischen Gegenden Deutschlands und darüber, wie aktiv diese heute noch sind.
Dasril Roszandi/dpa- Deutschland hat viele vulkanische Gegenden, u.a. Eifel, Westerwald, Vogelsberg und Rhön.
- Eifel ist das aktivste Gebiet, Laacher See zeigt noch vulkanische Aktivitäten.
- Vogtland hat Erdbeben aufgrund eines aktiven Magmareservoirs.
- Vulkanausbrüche in naher Zukunft unwahrscheinlich, aber langfristig nicht auszuschließen.
- Nächstgelegene aktive Vulkane sind in Italien, z.B. Vesuv und Ätna.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Weltweit sind aktuell etwa 1.500 Vulkane aktiv und es kommt jährlich zu rund 50 Vulkanausbrüchen. Die meisten Vulkane befinden sich dort, wo Erdplatten kollidieren oder sich voneinander entfernen. Dabei ist der Pazifische Feuerring mit einer Länge von etwa 40.000 Kilometern eine der aktivsten Vulkanregionen der Welt. Gibt es auch bei uns Vulkane? Und sind diese noch aktiv?
In welchen deutschen Gegenden gibt es Vulkane?
Auch in Deutschland gibt es Vulkane. Viele Gegenden in Deutschland haben eine lange vulkanische Geschichte und es kommt sogar hin und wieder zu leichten Erdbeben in diesen Gegenden. So haben folgende Orte vulkanische Vergangenheiten:
Eifel:
Das Gebiet der Eifel beherbergt zahlreiche ehemals aktive Vulkane. Vor etwa 650.000 Jahren entstanden mit Beginn der starken Hebungen im Rheinischen Schiefergebirge zwei Vulkanfelder in der Ost- und Westeifel. Auch heute hebt sich die tektonische Scholle unter der Eifel noch. Das liegt daran, dass in einer Tiefe von etwa 50 bis 150 Kilometer unter der Eifel seismische Wellen gedämpft werden. Daraus kann geschlossen werden, dass dort zum Teil aufgeschmolzenes Mantelgestein vorhanden ist. Kennzeichnend für die Landschaft der Eifel sind die sogenannte Eifelmaare. Dabei handelt es sich um kreisrunde Seen, die vor Urzeiten durch vulkanischen Explosionen entstanden.
- Westeifel: Vor etwa 500.000 Jahren fand die aktivste Phase der Vulkane in der Westeifel statt. In der Umgebung von Gerolstein befindet sich das Vulkanfeld der Westeifel, das sich über 600 Quadratkilometer erstreckt und 240 Eruptionszentren umfasst. Hierzu gehören vor allem kleinere Schlackenkegel und Maare. Auch das Ulmener Maar ist eines dieser Eruptionszentren. Mit der letzten Aktivität vor etwa 10.500 Jahren ist das Ulmener Maar Deutschlands jüngster Vulkan.
- Osteifel: Dort gibt es etwa 100 Vulkane. Insbesondere in der Umgebung des Laacher Sees befinden sich mit 60 Eruptionszentren, meist in Form von Schlackenkegel, viele vulkanische Ursprünge. Vor ungefähr 12.900 Jahren endete die Aktivität der Vulkane in der Osteifel mit der Bildung des Laacher-See-Beckens. Dabei wurden innerhalb von wenigen Tagen mehr als sechs Kubikkilometer Magma eruptiert.
Westerwald:
Durch die Senkung und daraus resultierende Entstehung der Niederrheinischen Bucht im östlichen Rheinischen Schiefergebirge vor etwa 6 bis 25 Millionen Jahren gab es in den Gebieten des Westerwaldes und des Siebengebirges vulkanische Aktivitäten. Als sich das Rheinische Schiefergebirge vor ca. 2,5 Millionen Jahren dann hob, bildeten sich Quellkuppen. Heute gibt es in der Region des Westerwaldes etwa 40 urzeitliche Vulkanzentren.
Vogelsberg:
Die vulkanische Aktivität des Vogelbergs im Miozän - also vor etwa 5 bis 23 Millionen Jahren - markieren den Höhepunkt des Vulkanismus in Deutschland. Der Vogelsberg ist aus einer Vielzahl von übereinander gestapelten Basaltdecken aufgebaut. Heute ist der höchste Gipfel dabei der Oberwald mit 773 Metern. Parallel zum Vogelsberg-Vulkanismus entstanden in der Niederhessischen Senke Basaltkuppen, Kegel und Rücken des Knüllgebirges und des Habichtswaldes. Hierbei blieben kleine kegelförmige Einzelvulkane oder als Lavapfropfen erhalten gebliebene Schlotfüllungen übrig.
Rhön:
Zwischen den Zeitaltern des Obligozän zum Miozän - vor etwa 18 bis 25 Millionen Jahren - fand im Gebiet der Rhön die Hauptzeit des Vulkanismus. So ist in der Hohen Rhön eine enorme Abfolge basaltischer Gesteine erhalten, die unter anderem durch pyroklastische Ströme oder ruhigere, sogenannte effusive, vulkanische Aktivitäten entstanden sind.
Erzgebirge:
Aus Kristallingestein erhob sich im Obligozän - vor 30 Millionen Jahren - das Erzgebirge, während es im südlich parallelen Egerrift bzw. Egergraben eine zeitgleiche Senkung gab. Entlang der Bruchzonen kam es im Egerrift zu Vulkanismus, der Lavaströme verursachte, die sich entlang der Flusstäler bewegten. Durch weitere Hebung des Erzgebirges gruben sich die Flüsse tief in die Gesteine ein und brachten aufgrund der höheren Resistenz von Basalt gegenüber dem darunter liegenden Kristallingestein das heutige Terrain hervor.
Vogtland:
Das Vogtland gehört zu den aktivsten Erdbebengebieten Mitteleuropas, was an der Marienbader Störungszone südlich des Egergrabens liegt, die vor etwa 3 bis 4 Millionen Jahren begonnen hat sich zu bewegen. Im Rahmen der Bewegungen entlang der Störungszone kam es immer wieder zu Spannungen in der Erdkruste, die auch in den letzten 100 Jahren noch durch zahlreiche kleinere Erdbeben, sogenannte Schwarmbeben, abgebaut wurden. Außerdem befindet sich dort in 30 Kilometer Tiefe ein Magmareservoir, aus dem Gase aufsteigen. Die übrig gebliebenen Reste der vulkanischen Aktivitäten sind die Basaltkuppen, die dadurch entstanden, dass ein Großteil der Lava in Schloten stecken blieb.
Grube Messel:
Vor rund 48 Millionen Jahren sank der Oberrheingraben ab, während sich an der Östlichen Grabenschulter die Schwarzwald-Odenwaldscholle erhob. Hierdurch kam Magma mit Grundwasser in Berührung, was zu einer sehr explosiven phretomagmatischen Eruption führte. Dabei wurde ein 700 Meter tiefer Krater herausgesprengt, in dem Grundwasser nachfloss und einen Maarsee bildete.
Kaiserstuhl:
Vor etwa 16 bis 19 Millionen Jahren entstand aufgrund der Zusammenkunft der Störungszone des Oberrheingrabens und der Bonndorfer Störung und daraus resultierenden vulkanischen Aktivitäten ein Stratovulkan: Der heutige Kaiserstuhl. Dieser produzierte damals für Deutschland und auch für Europa einzigartiges vulkanisches Material, da dort auch kalkhaltige, silikatarme Vulkanite austraten. Die Magmazusammensetzung am Kaiserstuhl wird als exotisch angesehen und ist auf eine Kontamination des Magmas zurückzuführen.
Hegau:
Am Hegau nahe des heutigen Bodensees bildeten sich vor etwa 7 bis 14 Millionen Jahren Vulkankegel und Kuppen aus Basaltsäulen. Im Laufe der Zeit entstanden auch zähflüssige Schmelzen aus den basaltischen Magmen, wodurch sich keulenförmige Gebilde im Inneren des Vulkans bildeten. Da diese Gebilde gegenüber Erosion stabiler sind als das umliegende Gestein, werden sie herausgewittert, wodurch Quellkuppen entstanden sind.
Gibt es in diesen Vulkan-Gegenden auch aktive Vulkane?
Die Vulkane der Eifel zählen zwar zu den jüngsten Vulkanen Deutschlands, dennoch ist in nächster Zeit nicht mit einem Ausbruch zu rechnen. Auf längere Sicht sind Vulkanausbrüche in der Eifel jedoch keinesfalls auszuschließen. Gerade am Laacher See in der Osteifel sind Aktivitäten vulkanischen Ursprungs heute noch zu beobachten. Dort steigen nämlich Gasblasen auf und es riecht ein wenig nach Schwefel. Das liegt an kleinen Öffnungen im Boden, aus denen beispielsweise Kohlenstoffdioxid, Methan oder Schwefelwasserstoff entweicht. Sogar schwache Erdbeben konnten seit 2013 tief unter dem Laacher See nachgewiesen werden. Hierbei handelt es sich um niederfrequente Beben in einer Tiefe von 10 bis 45 Kilometern, die für den Menschen ohne technische Hilfsmittel gar nicht wahrnehmbar wären. Die kleinen Erdbeben deuten darauf hin, dass unter dem Laacher See Flüssigkeiten oder Gase wie beispielsweise Magma, Wasser oder Kohlenstoffdioxid in die obere Erdkruste aufsteigen.
Dementsprechend ist der Vulkan unter dem Laacher See also nur in einen langen Schlaf gefallen. Bis er wieder Feuer spuckt, dürfte es noch einige tausend Jahre dauern. So zeigten Analysen des Gesteins der letzten Eruption, dass sich die Magmakammer vor dem Ausbruch 30.000 Jahre lang füllte, bis es zur Eruption kam.
Grundsätzlich ist es auch so, dass sich die Eifel mehr bewegt, als sie eigentlich sollte. Dass sich die Erdkruste hebt und senkt ist an sich völlig normal, aber ein großer Teil des Rheinischen Schiefergebirges inklusive der Eifel hebt sich jährlich um etwa einen Millimeter mehr, als es sollte. So sind die Dehnung und Erhebung des Untergrundes stärker als die Rückfederung. Hinzu kommt, dass sich die Eifel neben der Hebung nach oben auch horizontal ausdehnt. So wird das Gebiet pro Jahr um einen Drittel Millimeter größer.
Ein weiteres Gebiet, das ein wenig aktiver ist als die anderen bisher genannten Gegenden vulkanischer Art, ist das Vogtland. In den Gebieten des Vogtlandes kommt es zwar nicht direkt zu vulkanischen Aktivitäten, allerdings gibt es dort in regelmäßigen Abständen von etwa sechs Jahren auch immer wieder stärkere Beben. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gehen deshalb davon aus, dass die Magmakammer unter dem Vogtland noch aktiv ist und es aus diesem Grund in unbestimmter Zukunft auch zu stärkeren Aktivitäten vulkanischer Art kommen kann.
Es lässt sich also sagen, dass es derzeit und in näherer Zukunft sehr unwahrscheinlich ist, dass es in Deutschland zu Vulkanausbrüchen kommt. Die nächstgelegenen aktiven Vulkane sind dementsprechend der Vesuv, der Ätna und der Stromboli in Italien.
Quellen:
- Ascheregen und Lavaströme: Wie aktiv sind Vulkane in Deutschland? | National Geographic
- ESKP: Vulkangebiete in Deutschland
- wetter.de: Aktive Vulkane: 10 tickende Zeitbomben, die für die Menschen gefährlich sind
- quarks.de: So aktiv sind Vulkane in Deutschland
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