Aktive Vulkane weltweit: Das sind die gefährlichsten Vulkane der Welt

Der Vulkan Merapi gehört zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt. Hier sind noch mehr Vulkane, die ein hohes Gefahrenrisiko bergen.
Dasril Roszandi/dpa- Überblick der gefährlichsten Vulkane weltweit; Risiken und Ereignisse
- Krakatau, Nyiragongo und Nevado del Ruiz zählen zu den gefährlichsten Vulkanen
- Schäden durch Ausbrüche: Krakatau 1883 (35.000 Tote), Nevado del Ruiz 1985 (23.000 Tote)
- Supervulkan Yellowstone in den USA könnte Kontinente verwüsten
- Vesuv in Italien intensiv überwacht, letzte große Eruption 1944
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Weltweit gibt es viele verschiede aktive Vulkane. Dabei sind die gefährlichsten von ihnen über den gesamten Erdball verstreut, sodass es auf nahezu jedem Kontinent mindestens einen Vulkan gibt, der zu den gefährlichsten der Welt zählt. Das sind die aktivsten und gefährlichsten Vulkane der Welt:
(Anak) Krakatau zwischen Java und Sumatra (Indonesien)
Nicht nur soll der Ausbruch des Krakatau am 27. August 1883 eines der lautesten Ereignisse der jüngeren Geschichte gewesen sein, auch die Folgen der Eruption waren außerordentlich katastrophal. So gilt besagter Vulkanausbruch als der zweitstärkste der letzten 10.000 Jahre. Die Eruption des Krakataus war sogar so stark, dass der Vulkan sich dabei selbst in die Luft sprengte. Im Umkreis des Krakataus starben im Rahmen des Ausbruchs über 35.000 Menschen - die meisten dabei durch Tsunamis, die durch den Vulkanausbruch entstanden. Seit 1927 entwickelt sich auf den Trümmern des zerstörten Vulkans ein neuer Vulkan: Anak Krakatau. Dieser Vulkan-Phönix zählt schon heute zu den aktivsten Vulkanen der Welt und birgt damit viele Gefahren.
Nyiragongo im Kongo
Der Schildvulkan Nyiragongo, der im Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo zu Ruanda liegt, ist vor allem durch seine spezielle Lava gefährlich. Im Krater des Nyiragongo kocht nämlich ein Lavasee, der sehr dünnflüssige Lava enthält und dadurch besonders gefährlich ist. Durch die dünnflüssige Konsistenz der Lava ist diese bei möglichen Ausbrüchen extrem schnell und die rechtzeitige Flucht davor wird dadurch erschwert. Gemeinsam mit dem benachbarten Vulkan Nyamuragira verursacht der Nyiragongo 40% aller vulkanischen Eruptionen Afrikas.
Nevado del Ruiz in Kolumbien
Am 13. November 1985 verursachte der Ausbruch des 5.300 Meter hohen Vulkans Nevado del Ruiz mit 23.000 Todesopfern eine der schlimmsten Naturkatastrophen des 20. Jahrhunderts. Aufgrund der durch die Eruption verursachten heißen Asche schmolz die Gletscherspitze des Gipfels in wenigen Minuten, wodurch enorme Schlammlawinen, die Lahare genannt werden, den Vulkan hinabstürzten. Die Lahare flossen über 100 Kilometer weiter und zerstörten dabei unter anderem die Stadt Armero vollständig. Auch jetzt noch zählt der Nevado del Ruiz zu den gefährlichsten Vulkanen der Welt.
Popocatépetl in Mexiko
Der Name des mexikanischen Vulkans Popocatépetl kommt aus dem Aztekischen und bedeutet "Rauchender Berg". Mit seiner Höhe von 5.462 Metern ist der Popocatépetl zwar einer der höchsten Vulkane der Welt, seine Explosionskraft war jedoch bei den letzten Ausbrüchen eher gering. Seit etwa 25 Jahren ist der Popocatépetl nun wieder aktiver und es steht regelmäßig eine Rauchwolke über seinem Gipfel, wodurch der Vulkan insbesondere für die naheliegende Metropole Mexiko-Stadt mit über 8 Millionen Einwohnern gefährlich ist.
Mont Pelée auf Martinique (Kleine Antillen)
Die Explosion des Vulkans Mont Pelée am 8. Mai 1902 stellt einen der tödlichsten Vulkanausbrüche des 20. Jahrhunderts dar, da dabei mehr als 30.000 Menschen starben. Die bei der Eruption entstandenen Wolken erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 700 km/h und Temperaturen von bis zu 800 Grad Celsius in ihrem Inneren. Seit 1905 ruht der Vulkan zwar, jedoch wird er seitdem ständig überwacht, da dennoch eine beständige Gefahr von ihm ausgeht.
Unzen in Japan
Japan liegt am Pazifischen Feuerring, weshalb Beben und Vulkane dort stets dazugehören. Da das Magma in diesen Gebieten oft einen eher sauren pH-Wert besitzt, ist es sehr zähflüssig und bleibt deshalb beim Aufstieg häufig stecken, wodurch der Druck innerhalb der Magmakammer steigt und es zum explosiven Ausbruch kommt. Dies geschah beispielsweise im Jahr 1792: Die Flanke des Unzen fiel durch den Ausbruch zusammen und rutschte ins Meer, wo daraufhin 20 Meter hohe Tsunamis ausgelöst wurden. Nach einer langen Zeit der Ruhe, ist der Unzen seit den 1990er Jahren wieder aktiver und es gab vermehrt pyroklastischer Ströme.
Laki auf Island
Da das Magma des Vulkans Laki basisch, gasarm und flüssig ist, strömt es verhältnismäßig leicht aus Schloten und verschiedenen Spalten. Die Ausbrüche des Laki können sich außerdem über Wochen oder Monate hinziehen. Dies geschah beispielsweise zwischen 1783 und 1784, als sich nahezu 15 Kubikkilometer Lava in das Umland ergossen und dadurch 600 Quadratkilometer Land bedeckten. Hinzu kam damals, dass Millionen Tonnen Asche, Schwefeldioxid und Fluorgas in die Atmosphäre gelangten, weshalb die Vegetation vergiftet und der Himmel verdunkelt wurde. Im Rahmen der Ausbrüche starben 50.000 Menschen - ein Viertel der damaligen isländischen Bevölkerung. Doch nicht nur auf Island zeigten sich die Folgen der Eruptionen des Laki. Die Ausgasungen des Laki verursachten weltweite Folgen in Form von Wetterkapriolen von Nordamerika bis Indien.
Tambora in Indonesien
Die Explosion des Vulkans Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa im Jahr 1815 sorgte im darauffolgenden Jahr für das sogenannte "Jahr ohne Sommer". Der Ausbruch des Tambora gilt als der schwerste Vulkanausbruch der vergangenen 25.000 Jahre mit einer 7 auf dem Vulkanexplosivitätsindex. Mehr als 70.000 Menschen kamen bei der Eruption des Tambora 1815 allein auf Sumbawa und Lombok ums Leben.
Yellowstone in den USA
Der Yellowstone in den USA ist ein Supervulkan, der wie viele Supervulkane, aus einem riesigen Krater, einer sogenannten Caldera - und nicht aus einem typischen Berg - besteht. Ein solcher Krater entsteht dann, wenn sich die Magmakammer unter dem Vulkan entleert hat. Beim Yellowstone ist die heiße Gesteinsblase, die sich im Untergrund befindet, 60 km lang, 35 km breit und bis zu 10 km tief. Aufgrund der Größe vergehen in der Regel Tausende von Jahren zwischen den einzelnen Ausbrüchen von Supervulkanen. Doch geschieht eine solche Eruption, verwüstet diese ganze Kontinente und beeinflusst die gesamte Erde. Bislang wurden drei Ausbrüche des Yellowstone nachgewiesen - der Letzte vor etwa 640.000 Jahren. Nach geologischen Maßstäben könnte die nächste Eruption des Yellowstone deshalb "bald" stattfinden.
Vesuv in Italien
Der Vesuv wird von einigen Vulkanologen als der gefährlichste Vulkan Europas eingeordnet. So zerstörte eine Eruption des Vesuv im Jahr 79 nach Christus zum Beispiel die Stadt Pompeji. Nun liegt Neapel vor den Füßen des Vulkans, weshalb dieser intensiv überwacht wird. Der letzte größere Ausbruch des Vesuvs fand 1944 statt - da damals Evakuierungen vorgenommen wurden, fanden glücklicherweise nur verhältnismäßig wenige Menschen den Tod. Im Fall des Vesuv besteht eine ständige Gefahr eines schnellen Erwachens, was Evakuierungspläne der Millionen-Stadt Neapel bei plötzlichen Ausbrüchen erschweren würde.
Masaya in Nicaragua
Aufgrund der hohen Explosionskraft des Vulkans Masaya in Nicaragua, hat dieser eine erhöhte Ausbruchshäufigkeit. Seit Ende 2015 bildet sich im Krater des Masaya ein neuer Lava-See, der nach wie vor aktiv ist und aktuell Temperaturen von bis zu 1.200 Grad Celsius beträgt.
Taal auf Luzon (Philippinen)
Der auf der philippinischen Insel Luzon liegende Vulkan Taal ist 400 Meter hoch und weniger als 50 km von Manila, der Hauptstadt der Philippinen, entfernt. Bei einem Ausbruch des Taal wären aus diesem Grund bis zu 21 Millionen Menschen in Gefahr. Die letzte Eruption fand 2020 statt und bedeckte mehrere Dörfer im Umkreis komplett mit Asche, wodurch auch einige Hausdächer einstürzten.
Kilauea auf Hawaii
Der sich Big Island Hawaii befindende Vulkan Kilauea gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Als jüngster Vulkan der hawaiianischen Vulkankette, die über dem Meeresspiegel liegt, durchbrach der Kilauea erst vor etwa 100.000 Jahren die Meeresoberfläche und wuchs noch bis auf eine Höhe von 1.219 Metern. Zwischen den Jahren 1983 und 2018 kam es beim Kilauea immer wieder zu kleinen Ausbrüchen in Form von fast ununterbrochenem Lava-Spucken. In diesem Rahmen kam es vor allem 2018 dazu, dass hunderte von Häusern zerstört wurden.
Merapi in Indonesien
Bei dem indonesischen Vulkan Merapi, der sich auf der Insel Java befindet, handelt es sich um einen Hochrisiko-Vulkan. Nicht nur befindet er sich in direkter Nähe der indonesischen Großstadt Yogyakarta, sondern er ist auch noch hochexplosiv. Aufgrund seines zähflüssigen Magmas besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Merapi sich bei einem Ausbruch selbst verstopfen würde, wodurch es zu einer enorm explosiven Eruption kommen würde. Der momentane Kegel des Merapi steht auf den Ruinen eines alten Vorläufer-Vulkans, was darauf schließen lässt, dass es an dieser Stelle bereits zu einem katastrophalen Ereignis kam.
Quellen:
- Spektrum der Wissenschaft: 10 lebensgefährliche Vulkane der Erde
- Aktive Vulkane: 10 tickende Zeitbomben, die für die Menschen gefährlich sind - wetter.de
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