Vulkanausbruch: Welche Auswirkungen sind auf Deutschland möglich?

Welche lokalen und globalen Auswirkungen haben Vulkanausbrüche? Ein Überblick.
Antonius Jagad Sr/XinHua/dpa- Vulkanausbrüche können lokal zu Asche, Lavaströmen und Druckwellen führen.
- Globale Effekte sind verringerte Sonneneinstrahlung und saurer Regen.
- VEI misst die Explosivität von 0 (nicht explosiv) bis 8 (Supervulkanisch).
- Der Ausbruch von Eyjafjallajökull 2010 störte massiv den Flugverkehr.
- Schutzmaßnahmen sind Frühwarnsysteme und Evakuierungspläne.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vulkanausbrüche können Einfluss auf die ganze Welt nehmen, ganz unabhängig davon, wie weit der Vulkanausbruch von uns weg ist. Entscheidend ist dafür die Stärke der Eruption. Welche Auswirkungen haben Vulkanausbrüche dort, wo der Vulkan ausbricht und welche globalen Folgen gibt es nach einer stärkeren Eruption?
Welche lokalen Auswirkungen haben Vulkanausbrüche?
Bricht ein Vulkan aus, so kann es zu den unterschiedlichsten lokalen und regionalen Auswirkungen kommen. Was in den meisten Fällen geschieht, ist zum einen, dass Asche auf das Land herunterreget und gemeinsam mit Vulkangasen die Atmung der Menschen beeinträchtigt. Zum anderen kann es auch Lavaströme sowie Glut- und Aschewolken geben, die die Umgebung mit einer Gesteinsschicht überziehen die bei großen Vulkanausbrüchen große Entfernungen zurücklegt und meterdick werden kann. Beim Ausbruch selbst können Druckwellen entstehen, die so stark sind, dass sie Häuser und Bäume umkippen und zerstören können. Wenn Lockergestein auf dem Vulkan mit Wasser in Verbindung gerät, entstehen oft Schutt- und Schlammströme, sogenannte Lahars, die alles verwüsten, was sich auf ihrem Weg befindet. Wenn nun solch eine Druckwelle, ein Lahar oder ein pyroklastischer Strom einen See oder sogar das Meer erreicht, können infolgedessen Tsunamis entstehen, was zu Überschwemmungen führt.
Welche globalen Auswirkungen haben Vulkanausbrüche?
Beispielsweise kann die bei einem Vulkanausbruch freigesetzte Asche die Lichtdurchlässigkeit der Atmosphäre verringern, was dazu führt, dass die Sonneneinstrahlung auf der Erdoberfläche verringert wird. Die durch den Vulkanausbruch freigesetzten Gase wie beispielsweise Schwefeldioxid können außerdem sauren Regen verursachen, der die Wasserqualität mindert und sich auf die Pflanzen- und Tierwelt auswirkt. Wenn die Gase in höhere Schichten gelangen, sind die Auswirkungen besonders stark und lang anhaltend. Gelangen die Gaspartikel nämlich "nur" in die unterste Schicht der Atmosphäre - die Troposphäre - werden sie verhältnismäßig schnell durch Niederschläge ausgewaschen. Erreichen die Gaspartikel allerdings die Stratosphäre, können sie dort bis zu drei Jahre lang verbleiben. Dort entwickeln sich unterschiedliche Effekte.
Eine Möglichkeit ist die, dass der durch den Vulkanausbruch in die Stratosphäre gelangte Schwefel die Stratosphäre aufheizt. Jedoch wird die von außen eintreffende Strahlung reflektiert, wodurch weniger Strahlung an der Erdoberfläche ankommt und diese dadurch sogar abkühlt. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Kohlenstoffdioxid und Halogene wie Chlor oder Brom in die Stratosphäre gelangen, wo sie einen natürlichen Treibhauseffekt erzeugen. Diese Gase spalten das Ozon in der Höhe und führen zur Verringerung der Ozonschicht, wodurch mehr Strahlung die Atmosphäre durchdringen kann und sich die Erde erwärmt.
So fiel beispielsweise als Folge des Vulkanausbruchs des indonesischen Vulkans Tambora im Jahr 1815 in großen Teilen Europas und der USA der Sommer aus. Einige Jahre später, im Jahr 1883, entstand bei dem Vulkanausbruch des wiederum indonesischen Vulkans Krakatau eine Aerosolwolke, die um die ganze Welt rauschte und einen drei bis vier Jahre lang anhaltenden "Vulkanischen Winter" nach sich zog. Ein jüngeres Beispiel, das global folgenreich war, ist der Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo im Jahr 1991. Diese Eruption gab solche Mengen an Schwefelemissionen ab, dass auch hierdurch die globale Temperatur für zwei bis drei Jahre sank.
Folgen für den Flugverkehr:
Spätestens durch den Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island im Jahr 2010 wurde deutlich, dass Vulkanasche innerhalb der Flugrouten eine große Gefahr für den Flugverkehr darstellen kann. Das liegt daran, dass heiße Aschepartikel sowie Ruß die Turbinen der Flugzeuge verkleben und dort Maschinenausfälle verursachen können. Aus diesem Grund wird der Flugverkehr im Fall von Vulkanausbrüchen vorsorglich eingestellt. So wurden 2010 aufgrund des Ausbruchs vom Eyjafjallajökull über 100.000 Flüge gestrichen.
Kann man sich vor den Auswirkungen eines Vulkanausbruchs schützen?
Um die Risiken, die Vulkanausbrüche bergen, zu minimieren, ist es wichtig sowohl die Bevölkerung als auch die Umwelt zu schützen. Ein wesentlicher Aspekt sind hierbei Überwachungssysteme, die frühzeitig Vulkanaktivitäten erkennen. Zudem sollten in allen vulkanischen Gegenden Evakuierungspläne vorhanden sein, um die Bevölkerung im Ernstfall über Notfallmaßnahmen informieren zu können. Hinzu kommen Schutzbauten wie beispielsweise Vulkandämme oder Ablenkungskanäle, die die Ausbreitung von Lavaströmen eindämmen und dadurch Siedlungen vor Schäden schützen sollen.
Schwere des Vulkanausbruchs nach Vulkanexplosivitätsindex:
Die Fatalität der Auswirkungen eines Vulkanausbruchs hängt davon ab, wie schlimm der Vulkanausbruch selbst war. Aus diesem Grund gibt es den sogenannten Vulkanexplosivitätsindex (VEI), der bestimmt wie stark bzw. gefährlich ein Vulkanausbruch ist. So sind Eruptionen der Stufe 0 nicht explosiv und ab einem Vulkanexplosivitätsindex von 4 spricht man von einer großen Explosivität, ab 5 von einer sehr großen. Insgesamt neun Stufen von 0 bis 8 werden durch den Vulkanexplosivitätsindex beschrieben. Dabei entspricht jede Erhöhung um eine Stufe einer Verzehnfachung der Ausbruchsstärke - außer der Übergang von Stufe 0 zu Stufe 1 der mit einer Verstärkung um den Faktor 100 berechnet wird. Für die Klassifizierung des Vulkanexplosivitätsindex werden drei Faktoren berücksichtigt:
- 1) Das Volumen der geförderten Tephra (vulkanische Lockerstoffe)
- 2) Die Höhe der Eruptionssäule
- 3) Die Art des Vulkanismus
Die Stärke von Vulkanausbrüchen genau zu messen, ist dennoch sehr schwierig. Die Heftigkeit der Vulkanausbrüche wird nach dem Vulkanexplosivitätsindex auf folgende Weise eingeteilt.
Welche Stufen des Vulkanexplosivitätsindex gibt es?
- VEI 0: Nicht explosiv, die Höhe der Eruptionssäule beträgt unter 100 Meter, das Volumen der ausgeworfenen Tephra ist kleiner als 0,00001 Kubikkilometer, solche Ausbrüche treten weltweit (mehrmals) täglich auf - der Eruptionstyp solcher Vulkanausbrüche nennt sich Hawaiianisch
- VEI 1: Geringe Explosivität, die Höhe der Eruptionssäule beträgt 100 Meter bis 1 Kilometer, das Volumen der ausgeworfenen Tephra ist größer als 0,0001 Kubikkilometer, solche Ausbrüche treten weltweit täglich auf - der Eruptionstyp solcher Vulkanausbrüche nennt sich Hawaiianisch/Strombolianisch
- VEI 2: Mäßige Explosivität, die Höhe der Eruptionssäule beträgt 1 bis 5 Kilometer, das Volumen der ausgeworfenen Tephra ist größer als 0,001 Kubikkilometer, solche Ausbrüche treten weltweit etwa wöchentlich auf - der Eruptionstyp solcher Vulkanausbrüche nennt sich Strombolianisch/Vulcanianisch
- VEI 3: Mäßig bis große Explosivität, die Höhe der Eruptionssäule beträgt 3 bis 15 Kilometer, das Volumen der ausgeworfenen Tephra ist größer als 0,01 Kubikkilometer, solche Ausbrüche treten weltweit alle paar Monate bis jährlich auf - der Eruptionstyp solcher Vulkanausbrüche nennt sich Vulcanianisch/Plinianisch
- VEI 4: Große Explosivität, die Höhe der Eruptionssäule beträgt 10 bis 25 Kilometer, das Volumen der ausgeworfenen Tephra ist größer als 0,1 Kubikkilometer, solche Ausbrüche treten weltweit etwa jährlich bis alle 10 Jahre auf - der Eruptionstyp solcher Vulkanausbrüche nennt sich ebenfalls Vulcanianisch/Plinianisch
- VEI 5: Sehr große Explosivität, die Höhe der Eruptionssäule beträgt etwa 20 bis 35 Kilometer, das Volumen der ausgeworfenen Tephra ist größer als 1 Kubikkilometer, solche Ausbrüche treten weltweit etwa alle 10 bis 50 Jahre auf - der Eruptionstyp solcher Vulkanausbrüche nennt sich Plinianisch
- VEI 6: Sehr große Explosivität, die Höhe der Eruptionssäule beträgt über 30 Kilometer, das Volumen der ausgeworfenen Tephra ist größer als 10 Kubikkilometer, solche Ausbrüche treten weltweit etwa alle 100 Jahre auf - der Eruptionstyp solcher Vulkanausbrüche nennt sich Plinianisch/Ultra Plinianisch
- VEI 7: Sehr große Explosivität, die Höhe der Eruptionssäule beträgt über 40 Kilometer, das Volumen der ausgeworfenen Tephra ist größer als 100 Kubikkilometer, solche Ausbrüche treten weltweit etwa alle 1.000 Jahre auf - der Eruptionstyp solcher Vulkanausbrüche nennt sich Ultra Plinianisch
- VEI 8: Extrem große Explosivität, die Höhe der Eruptionssäule beträgt über 50 Kilometer, das Volumen der ausgeworfenen Tephra ist größer als 1.000 Kubikkilometer, solche Ausbrüche treten weltweit etwa alle 10.000 Jahre auf - der Eruptionstyp solcher Vulkanausbrüche nennt sich ebenfalls Ultra Plinianisch oder Supervulkanisch
Quellen:
- Auswirkungen von Vulkanausbrüchen - ESKP
- Vulkanausbrüche - Der Feuerring der Erde | Munich Re
- Vulkanismus: Ursachen und Auswirkungen - Geo Veritas
- eurogeopark.org: Die Explosivität der Eruptionen (VEI)
- coolgeography.co.uk: Volcanoes - frequency and distribution
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