Im Sommer wird es heiß. Da stehen die Schweißperlen nicht nur auf der Stirn – auch die Maske, die nun zu jedem Gang aus dem Haus dazugehört, ist schnell durchfeuchtet. Das könnte sich jetzt ändern. Für den Sommer kommen in einigen Bundesländern Lockerungen zur Maskenpflicht ab heute, dem 21. Juni 2021.

Baden-Württemberg Maskenpflicht: Keine Maske mehr im Unterricht

Fällt in Stadt- und Landkreisen die 7-Tage Inzidenz unter 50, dann entfällt die Maskenpflicht an Schulen im Freien. Bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 35 und zwei Wochen ohne Infektionsfall an der Schule, muss auch im im Unterricht keine Maske mehr getragen werden. Die Pflicht zur zweimaligen Durchführung von Corona-Tests pro Woche bleibt bestehen.
Das Kultusministerium hat die Schulen am 16. Juni 2021 über die Grundausrichtung der kommenden Regelungen informiert, die noch in der Corona-Verordnung Schule umgesetzt werden müssen. Außerhalb der Unterrichtsräume, zum Beispiel auf den Gängen im Schulgebäude, bleibt die Maskenpflicht aber bestehen.
„Angesichts der niedrigen Inzidenz und der Absicherung über die Testpflicht, durch die jeder Lehrer sowie jeder Schüler und jede Schülerin an den Schulen zweimal wöchentlich getestet wird, können wir die Maskenpflicht an den Schulen vorsichtig lockern“, erklärt Kultusministerin Theresa Schopper. Sie ergänzt: „Es ist mir wichtig, dass wir bei Lockerungen auch an die Kinder und Jugendlichen denken. Sie mussten in der Pandemie zurückstecken, um die Älteren zu schützen, deswegen müssen wir sie jetzt auch bei Lockerungen berücksichtigen und ihnen Belastungen nehmen, wenn dies vertretbar ist.“
Damit das gemeinsame Lernen weiterhin sicher bleibt, steht es den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften natürlich frei weiter freiwillig eine Maske tragen. Auch die gängigen Regeln zum Lüften müssen beachtet werden. Diese Maßnahmen sollen einen möglichst sicheren Schulbetrieb für alle Beteiligten gewährleisten. Sollten die Inzidenzen wieder ansteigen, greifen automatisch die vorhergehenden Schutzmaßnahmen.

Maskenpflicht Gastronomie: Ohne Maske ins Restaurant in NRW

Am 21. Juni 2021 tritt in Nordrhein-Westfalen eine neue Corona-Schutzverordnung in Kraft. Auf Pausenhöfen und im Außenbereich von Schulen muss auch hier kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. Im Gegensatz zu Baden-Württemberg bleibt die Maskenpflicht in Innenräumen aber bestehen.
Alle kreisfreien Städte und Kreise in NRW liegen derzeit stabil unter der Inzidenz von 35.
  • Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von 35 in allen Regionen sind keine Test- oder Impfnachweise mehr für den Besuch der Innengastronomie erforderlich.
  • In Hotels, Pensionen und Jugendherbergen ist bei Anreise aber ein Negativtest weiterhin vorzuweisen.

Baden-Württemberg im Freien: Draußen keine Maskenpflicht

Auch im Freien fällt die Maskenpflicht weitestgehend weg. In Warteschlangen und bei Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern außerhalb des Sitz- oder Stehplatzes muss sie jedoch weiterhin getragen werden. Ebenso wie dort, wo Kommunen dies anordnen. In geschlossenen Räumen bleibt die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung grundsätzlich bestehen. Bei ausreichender Lüftung darf sie an festen Sitz- oder Stehplätzen bei Bildungs-, Kultur-, Sport- und anderen Veranstaltungen aber abgenommen werden.
Zoos können ab jetzt ohne Terminbuchung und Kontaktdatenerfassung besucht werden. Bei kontaktfreien Sportangeboten in geschlossenen Räumen können Mindestabstände aufgehoben werden, wenn ein negativer Test vorliegt.

Bayern: Keine Lockerungen um den Mund-Nasen-Schutz

In Bayern soll die Maskenpflicht trotz weiter sinkender Inzidenzen vorerst nicht ausgesetzt werden. „Ich rate da zur Zurückhaltung“, so Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 14. Juni 2021 in München. Die Öffnungsschritte in Bayern seien erst eine Woche alt. „Es ist noch nicht absehbar, wie das alles wirkt“, sagte er. Die Maske sei neben der Impfung eines der wenigen wirksamen Instrumente im Kampf gegen Corona.

Corona aktuell: Opposition in Bayern für Lockerung der Maskenpflicht

Dafür bekomm er heftigen Gegenwind aus der Opposition. Julika Sandt, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, kritisiert Söder’s Haltung: „Ministerpräsident Markus Söder ignoriert kaltherzig, was sich an diesen heißen Tagen bis zum späten Nachmittag in der Kinderbetreuung abspielt.“ Der Maskenzwang für Kinder in Horten oder auf Schulhöfen müsse in ihren Augen so bald wie möglich fallen. SPD-Fraktionsvorsitzender Florian von Brunn stellt klar: „Bei FFP2 ist das Risiko höher, dass sie nicht richtig sitzt und dadurch Schutz verliert - und jetzt im Sommer ist die Tragepflicht gerade für ältere und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen eine Zumutung.“ Markus Söder möchte indes keine voreiligen Schlüsse ziehen. "Nicht immer gleich alles außer Acht lassen, wenn der Himmel aufklart", gab er zu Protokoll.