Im hohen Norden wurde am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Am Abend des 8. Mai 2022 entschied sich von wem Schleswig-Holstein künftig regiert wird. Schon in den letzten Umfragen zeichnete sich ein klarer Vorsprung der CDU von Ministerpräsident Daniel Günther ab, der damit beste Chancen auf eine weitere Amtszeit hat. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Daniel Günther liegen deutlich vor SPD und Grünen und konnten sich bei der Wahl am Sonntag im Vergleich zu 2017 erheblich verbessern.
  • Wann ist mit den endgültigen Ergebnissen zu rechnen?
  • Welche Hochrechnungen gibt es?
  • Wie war die Wahlbeteiligung?
Alle Infos zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein gibt es hier in der Übersicht. In unserem Liveticker gibt es die aktuellen Entwicklungen nachzulesen.

Ergebnisse der Landtagswahl in Schleswig-Holstein

Das Endergebnis bei der Landtagswahl 2022 ist da. Die Wählerinnen und Wähler haben laut Landeswahlleiter wie folgt gewählt:
  • CDU: 43,4 Prozent
  • SPD: 16,0 Prozent
  • Grüne: 18,3 Prozent
  • FDP: 6,4 Prozent
  • AfD: 4,4 Prozent
  • SSW: 5,7 Prozent
  • Linke: 1,7 Prozent
  • Sonstige: 4,2 Prozent
Die Wahlbeteiligung lag bei 60,4 Prozent. Das ist etwas weniger als 2017, als die Wahlbeteiligung bei 64,2 Prozent lag.

Vergleich zu 2017: Wahlergebnis vor fünf Jahren

Bei der letzten Landtagswahl in Schleswig-Holstein im Mai 2017 haben die Parteien wie folgt abgeschnitten:
  • CDU: 32 Prozent
  • SPD: 27,3 Prozent
  • Grüne: 12,9 Prozent
  • FDP: 11,5 Prozent
  • AfD: 5,9 Prozent
  • Linke: 3,8 Prozent
  • SSW: 3,3 Prozent
Die Sitzverteilung nach der Landtagswahl in SH.
Die Sitzverteilung nach der Landtagswahl in SH.
© Foto: dpa-infografik GmbH

Hochrechnungen: CDU gewinnt Wahl in Schleswig-Holstein klar

Die CDU von Ministerpräsident Daniel Günther hat bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein einen spektakulären Sieg eingefahren und alle anderen Parteien klar hinter sich gelassen. Mit über 43 Prozent kamen die Christdemokraten laut Hochrechnungen von ARD und ZDF vom Sonntagabend auf ihr bestes Ergebnis seit den 80er Jahren. Die SPD verbuchte ihr bislang schlechtestes Resultat in dem Bundesland und landete hinter erstarkten Grünen nur auf dem dritten Platz. Die AfD dürfte erstmals den Wiedereinzug in einen Landtag verpasst haben. Die FDP, die seit 2017 in einer Dreierkoalition mit CDU und Grünen regiert, erlitt ebenfalls Einbußen. Die Minderheitenpartei SSW erzielte ihr bestes Ergebnis seit mehr als 70 Jahren. Ministerpräsident Günther wird künftig nur noch einen Koalitionspartner benötigen, um im Landtag auf eine Mehrheit zu kommen. Er kündigte noch am Wahlabend Gespräche mit Grünen und FDP an

Welche Koalitionen sind in Schleswig-Holstein möglich?

Für Günther ist das Ergebnis auch ein großer persönlicher Erfolg. Der 48-Jährige gehört bundesweit zu den Ministerpräsidenten mit den höchsten Beliebtheitswerten. Als Chef der stärksten Partei hat er nun verschiedene Optionen. Theoretisch könnte er das Jamaika-Dreierbündnis mit Grünen und FDP fortsetzen. Das gilt aber als unwahrscheinlich, weil es auch für ein Zweierbündnis reicht. Nach den Prognosen wäre sowohl eine Regierung mit den Grünen, mit der SPD und auch mit der FDP möglich.

Grüne und FDP in Schleswig-Holstein buhlen um Regierungsbeteiligung

Nach dem deutlichen Sieg der CDU bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein buhlen Grüne und FDP bei Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) um eine Regierungsbeteiligung als Juniorpartner. Die Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold sagte am Sonntag in der ARD, die Partei habe "jetzt schon eine Erwartung, dass wir mitregieren können". Es liege an Günther, ob es eine moderne Landesregierung mit den Grünen geben werde. Sollte es keine schwarz-grüne Landesregierung geben, werde ihre Partei "hammerharte Oppositionspolitik" machen.

Esken spricht von "bitterem Ergebnis für die SPD"

SPD-Chefin Saskia Esken hat ein "bitteres Ergebnis für die SPD" in Schleswig-Holstein eingeräumt. "Am Ende hat bei der Wahlentscheidung die Hauptrolle gespielt, den sehr populären Ministerpräsidenten im Amt zu bestätigen", sagte Esken am Sonntagabend mit Blick auf Wahlsieger Daniel Günther (CDU). Es gebe gerade in Krisenzeiten immer die Tendenz, beliebte Führungspersönlichkeiten auch zu stärken.