Gasheizungen sind auf dem absteigenden Ast. Die Nachfrage an alternativen Heizsystemen ist spätestens seit dem Ukraine-Krieg stark gestiegen – aus Angst vor der nächsten Nebenkostenabrechnung. Jetzt plant die Bundesregierung, Gasheizungen schon früher als geplant zu verbieten.
  • Wann sollen Gasheizungen verboten werden?
  • Was ist mit bestehenden Gasheizungen?
  • Wir der Ersatz von der Bundesregierung gefördert?

Verbot von Gasheizungen: Ab wann soll es gelten?

Im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung wurde bereits vereinbart, dass ab 2025 jede neu installierte Heizung zu 65 Prozent aus erneuerbaren Energien bestehen muss. Das hätte der Gasheizung schon den Todesstoß gegeben. Wegen der neuen Dringlichkeit, vom Gas wegzukommen, will die Regierung jetzt dieses Ziel um ein Jahr nach vorne ziehen: Ab 1. Januar 2024 sollen keine neuen Gasheizungen installiert werden dürfen. Dieser Plan ist noch keine beschlossene Sache - ob das durchgeht, steht also noch in den Sternen.

Gasheizungen ab 2024: Können alte Geräte weiterbetrieben werden?

Ab 1. Januar 2024 also keine neuen Gasheizungen. Was ist aber mit Geräten, die bis zum Stichtag installiert wurden? Laut Gebäudeenergiegesetz müssen Immobilieneigentümer ihre Gasheizung spätestens nach 30 Jahren austauschen. Ob diese Zeitspanne verändert wird, ist nicht klar. Viele Geräte beginnen aber nach Angaben von Experten schon nach 15 bis 20 Jahren an, zu schwächeln. Neuere Geräte sind zudem sehr viel effizienter als alte Gasheizungen, weshalb es sich alleine deshalb schon lohnen kann, eine Heizung auszutauschen.

Gasheizung austauschen: Wird das gefördert?

Wenn Eigentümer also zunehmend animiert werden sollen, die Gasheizung auszutauschen, fragt sich manch einer berechtigterweise: Wer bezahlt das? Neue Heizungen sind bekanntlich teuer. Fördert das die Bundesregierung?
Ja, die Bundesregierung unterstützt beim Austausch einer alten Heizung. Es gibt unterschiedliche Förderprogramme, je nachdem, was man austauscht. Unterstützt werden Hybrid-Systeme, komplett erneuerbare Systeme und Energieberater, die das passende System finden. Hier erfahrt ihr alles zum Förderprogramm aktuell.

Kritik am Sofortprogramm: Klimaschutz wird unterschätzt

Umwelt- und Wirtschaftsvertreter haben teils scharfe Kritik an den vorgestellten Klimasofortprogrammen des Verkehrs- und des Bauministeriums geäußert. Klimaschützer warfen insbesondere Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) vor, den Klimaschutz nicht ernst genug zu nehmen. Die Wohnungswirtschaft kritisierte, Bauministerin Klara Geywitz plane zu langfristig und blende aktuelle Probleme aus.
Wissing will zum Erreichen der Klimaziele vor allem die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge, die Fahrradinfrastruktur und den öffentlichen Nahverkehr ausbauen. Im Sofortprogramm seines Ministeriums sind außerdem neue gesetzliche Vorgaben für das Arbeiten im Homeoffice vorgesehen, um Wege zur Arbeit einzusparen. Auch der Gütertransport per Lkw soll effizienter gestaltet werden.
Der Verkehrssektor hatte im Jahr 2021 den vom Klimaschutzgesetz vorgegebenen Treibhausgasausstoß um etwa drei Millionen Tonnen überstiegen. Deshalb war Wissings Ministerium zur Vorlage eines Sofortpakets verpflichtet.
Nach Einschätzung von Greenpeace enthält dieses jedoch hauptsächlich "blumige Ankündigungen". Laut dem Ökologischen Verkehrsclub wird es "dem Ernst der Lage nicht gerecht". Es brauche "ehrliche, kurzfristig wirksame Maßnahmen, die den Energieverbrauch sofort reduzieren", erklärte auch die Deutschen Umwelthilfe. Die Aktivisten fordern unter anderem ein Tempolimit auf Autobahnen, ein Verbot von Kurzstreckenflügen und die Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets für den öffentlichen Nahverkehr.
Der Gebäudesektor hatte im vergangenen Jahr ebenfalls die Klimavorgaben nicht eingehalten und zwei Millionen Tonnen Treibhausgas zu viel ausgestoßen. Bauministerin Geywitz stellte deshalb ein gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium von Robert Habeck (Grüne) erarbeitetes Sofortprogramm vor.
Große CO2-Einsparungen verspricht sich Geywitz von der Umstellung und Optimierung von Heizsystemen. "Wir müssen die Art und Weise, wie wir unsere Häuser beheizen, verändern", sagte die Ministerin. Konkret geplant ist etwa, dass ab 2024 keine neuen Gasheizungen mehr eingebaut werden dürfen.
Als "Schlüsseltechnologie" bezeichnet das Strategiepapier der Ministerien die Wärmepumpe: Diese habe einen "hohen Effizienzgrad" und könne potenziell treibhausgasneutral betrieben werden. Neben dem geförderten Einbau neuer Wärmepumpen steht dabei vor allem auch die Qualifikation von Fachkräften im Mittelpunkt.