Sportler und Kunden von Fitnessstudios sind vom „Lockdown light“ verunsichert. Was ist erlaubt, was ist verboten? Von Woche zu Woche wird die Lage unübersichtlicher, wozu auch Gerichtsurteile beitragen. Zwar hatten Fitnessstudio-Betreiber in Bayern jüngst Recht bekommen, doch öffnen dürfen sie deswegen noch lange nicht. Lediglich über Schlupflöcher wie in Baden-Württemberg scheint die gebeutelte Fitnessstudio-Branche manchmal ein Stück weiter zu kommen. Für nicht erbrachte Leistungen kann im Fitnessstudio übrigens auch keine Wochen- oder Monatsrate abgebucht werden. Allerdings existiert laut Rechtsexperten kein Sonderkündigungsrecht wegen Corona.
Unstrittig ist ansonsten lediglich der Sport im Freien – alleine, zu zweit, mit Personen aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt. Beim Indoor-Sport gibt es je nach Bundesland jedoch große Unterschiede.

Bayern Corona Fitnessstudio: Nichts geht mehr

Fitnessstudios und Schwimmbäder in Bayern haben geschlossen. Privater Indoor-Sport wurde verboten. Auch Personal Training oder Yoga im Studio ist deswegen nicht möglich. Damit reagierte Bayern auf ein Urteil, mit dem im Sinne der Gleichbehandlung eigentlich eine Teil-Öffnung von Fitnessstudios ermöglicht werden sollte.

Fitnessstudio: Öffnung in Baden-Württemberg

Individualsport ist in Baden-Württemberg nicht nur im Freien zulässig, sondern auch in Fitnessstudios. Zumindest „allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts“. Darüber hinaus gibt es Ausnahmen für den Schul- und Reha-Sport. Tennishallen, Golfplätze oder Reitplätze dürfen auch von mehreren Individualsportlern gleichzeitig genutzt werden. Allerdings gibt es Einschränkungen für Umkleiden und Sanitäreinrichtungen. Hervorzuheben ist ausdrücklich, dass Personal Training gestattet wird.

Fitnessstudio, Coronavirus und Sport in Berlin

In Berlin ist Sport unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen im Freien erlaubt. Eine großzügige Ausnahme gilt für Kinder bis zu 12 Jahren in festen Gruppen und draußen. In diesem Fall darf die Gruppe 10 Personen umfassen. Die Betreuungsperson wird nicht mitgerechnet. Schwimmbäder sind nur für den Schulsport geöffnet.

Berlin

Fitnessstudio und Sport in Brandenburg

Der Sportbetrieb ist in Brandenburg „auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen“ verboten. Ausgenommen sind Schul- und Individualsport „alleine, zu zweit oder mit einem anderen Haushalt“.

Fitnessstudio und Sport in Bremen

Individualsport ist in Bremen erlaubt, etwa Leichtathletik, Tennis, Golf oder Turnen. Kontaktsport wie Judo oder Karate ist nicht mit wechselnden Partnern gestattet. Der Hallenbetrieb ist nur mit Hygienekonzept möglich.

Sport in Hamburg: Wann öffnen Fitnessstudios wieder?

Fitnessstudios in Hamburg bleiben geschlossen. Das hat kürzlich das Oberverwaltungsgericht bestätigt. Hallen sind ebenfalls geschlossen, dürfen aber für den Schulsport oder für den Reha-Sport mit bis zu 5 Personen öffnen, dies jedoch nur mit Abstand von 1,5 Metern.

Fitnessstudio und Sport in Hessen

Der Landessportbund teilte mit, dass in Hessen „auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes“ der Sport möglich sei. Das betrifft unter anderem Paartanz, Tischtennis (Einzel), Golf und Judo Vereinssport entfällt jedoch. Fitnessstudios sind im Prinzip geschlossen.

Fitnessstudio und Sport in Mecklenburg-Vorpommern

Die Corona-Hardliner im Norden halten Fitnessstudios im Prinzip geschlossen. Erlaubt sind Individualsport, Schulunterricht (inklusive Schwimmen) sowie Kinder und Kinder- und Jugendsport bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs.

Fitnessstudios und Sport in Niedersachsen

Individualsport ist in Niedersachsen erlaubt, etwa Leichtathletik, Tennis, Golf oder Turnen. Kontaktsport wie Judo oder Karate ist nicht mit wechselnden Partnern gestattet. Der Hallenbetrieb ist nur mit Hygienekonzept möglich.

Fitnessstudio und Sport in Nordrhein-Westfalen

Fitnessstudios sind nach einem Urteil des Landesverfassungsgerichts Nordrhein-Westfalen erst einmal dicht. NRW erlaubt den Individualsport nur „allein, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes außerhalb geschlossener Räumlichkeiten von Sportanlagen“. Tennis und Golf im Freien sind weiter möglich.

Fitnessstudio und Sport in Rheinland-Pfalz

Mannschafts- und Kontaktsportarten sind in Rheinland-Pfalz generell untersagt. Fitnessstudios und Schwimmbäder bleiben vorerst geschlossen. Individualsport ist nur im Freien möglich.

Fitnessstudio und Sport im Saarland

Im Saarland ist der „Freizeitsport- und Amateursport auf und in allen öffentlichen und privaten Sporthallen, Sportplätzen, Sportanlagen und Sporteinrichtungen untersagt“. Der Individualsport bleibt aber möglich. Zum Beispiel können mehrere 2er-Gruppen trainieren, wenn genug Platz vorhanden ist oder wenn die Sporträume unterteilt werden können.

Fitnessstudio und Sport in Sachsen

Der Freistaat Sachsen verbietet allgemein „die Öffnung und das Betreiben von Anlagen und Einrichtungen des Freizeit- und Amateurbetriebs“. Es gibt Ausnahmen für Schul- und Indvidualsport.

Fitnessstudio und Sport in Sachsen-Anhalt

Das Land Sachsen-Anhalt hat wegen Corona alle Sportstätten, mitsamt Fitnessstudios und Schwimmbädern geschlossen. Nur Reha-Sport und der Individualsport sind allein oder mit einem anderen Haushalt möglich.

Fitnessstudio und Sport in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein bleiben die Hallen geöffnet, solange Abstandsregeln eingehalten werden können und ein Hygienekonzept vorliegt. Das betrifft unter anderem Tennis und Reiten. Yogakurse können mit Abstand zum Beispiel in Turnhallen stattfinden. Reha-Kurse sind mit bis zu 10 Personen möglich.

Fitnessstudio und Sport in Thüringen

Im Freistaat Thüringen ist Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre der Trainingsbetrieb ohne besondere Einschränkungen erlaubt. Bei Erwachsenen gilt das nur im Fall von Individualsport ohne Körperkontakt. Ausdrücklich genannt sind Reiten, Tennis, Golf, Leichtathletik, Schießsport und Radsport. Gewichtheben und andere Fitnessübungen sind nicht prinzipiell ausgeschlossen. Allerdings werden die Regeln von Kreisen und Gemeinden unterschiedlich gehandhabt, warnt die Staatsregierung.