Die kommende Heizperiode steht im Zeichen von Energiesparen. Das Gas ist knapp, nachdem Russland die Lieferungen nach Deutschland gestoppt hat. Die Bundesregierung will mit einer Verordnung bestimmte Maßnahmen herbeiführen. Diese gilt seit dem 1. September und zunächst bis Ende Februar 2023.
Einzelhändler werden in der Verordnung auch in die Pflicht genommen. Hier die wichtigsten Infos:
  • Türen geschlossen halten: Einzelhandel will sparen
  • Beleuchtung auf den Straßen: Wird es dunkel in den Innenstädten?

Energie sparen im Einzelhandel: Keine Schaufensterbeleuchtung

Die Regierung plant mit einer neuen Verordnung, den Energieverbrauch deutlich zu senken. „Nach dem derzeitigen Stand muss Deutschland etwa 20 Prozent Gaseinsparung erreichen, um eine Gasmangellage abzuwenden“, heißt es in der Verordnung. Fünf bis acht Prozent seien schon geschafft, heißt es.
Um dieses Ziel zu erreichen, soll auch der Einzelhandel zum Sparen gezwungen werden. Laut Entwurf soll es verboten sein, Ladentüren dauerhaft offenzuhalten. Ausnahmen soll es nur dann geben, wenn das Offenhalten im Falle eines Notfalls notwendig ist. Sinn der Sache ist, durch die geschlossenen Türen Wärme einzusparen.
Außerdem soll es keine Beleuchtung von Schaufenstern in der Zeit von 22 bis 6 Uhr geben.
Einzelhändler haben aber auch schon eigenständig angekündigt, in diesem Winter mehr Energie zu sparen. Die Beleuchtung werde reduziert, Türen sollten nicht dauerhaft offenstehen, teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) mit. Damit nicht bei geschlossenen Ladentüren weniger Kundinnen und Kunden ins Geschäft kämen, wolle der Einzelhandel ihnen mit Plakaten zeigen: „Türen zu, Geschäft offen“.
Händlerinnen und Händler können die Plakate laut Verband herunterladen und selbst ausdrucken. Sie können sie auch beim HDE bestellen oder bei einigen Landesverbänden auch abholen.

Beleuchtung in Innenstädten: Einzelhandel warnt vor Dunkelheit

Der Einzelhandel warnt vor dem kompletten Abschalten aller Ladenbeleuchtungen in den Innenstädten, um Energie zu sparen. „Mit der Schaufensterbeleuchtung sorgen wir auch für Sicherheit und soziale Verantwortung in den Städten, vor allen Dingen in den weniger frequentierten Zeitfenstern in der Nacht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das Energiesparen dürfe nicht auf Kosten der Sicherheit gehen.
Der Handel spare heute schon bewusst Energie ein, sagte Genth. „Besonders effektiv ist es, Klimaanlagen im Sommer nicht so kühl einzustellen und die Heizung im Winter nicht so stark aufzudrehen“, sagte Genth. Er verwies darauf, dass ein Grad weniger Raumtemperatur beim Heizen sechs Prozent Energie einspare. Mit der neuen Verordnung des Wirtschaftsministeriums sei es möglich, die Temperatur in den Läden auf bis zu 19 Grad herunterzufahren. Beleuchtungen könnten auf LED umgestellt werden.

Energieverordnung: Welche Maßnahmen gelten noch ab September 2022?

In der Verordnung sind auch andere Maßnahmen zum Energiesparen vorgesehen. Insbesondere trifft das öffentliche Gebäude, in denen nur noch bis maximal 19 Grad geheizt werden darf. Weitere Maßnahmen sind beispielsweise, dass Gebäude nicht mehr von außen beleuchtet werden und dass Werbeplakate nachts zwischen 22 und 16 Uhr nicht beleuchtet sein dürfen. Des Weiteren plant die Regierung besondere Energiesparmaßnahmen in Wohngebäuden. Hier geht’s zu allen wichtigen Informationen für Vermieter, die ab September einer Informationspflicht unterstehen.

Weihnachten 2022: Was ist mit der Weihnachtsbeleuchtung?

Die Bundesregierung hat eine Ausnahme für Weihnachtsbeleuchtung im Energiespargesetz beschlossen. Das Beleuchtungsverbot gelte nun nicht "bei der Beleuchtung von Gebäuden und Baudenkmälern, die anlässlich traditioneller oder religiöser Feste (wie beispielsweise Weihnachten) installiert und betrieben wird", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Trotzdem gibt es viele Städte, die auf die Beleuchtung verzichten möchten. Hier geht‘s zum Artikel über Weihnachtsbeleuchtung 2022 in Deutschland.