Nach der niedrigen Zahl an Neuinfektionen am Montag, hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin am Dienstag wieder mehr Neuinfektionen gemeldet. Das RKI gab die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 242.381 an.
Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 244.802 Infizierte.
Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland wird vom RKI am Dienstag mit 1218 angegeben. Am Samstag waren es noch 1479 neue registrierte Fälle, am Sonntag 785 und am Montag 610. Die Fallzahlen an Sonn- und Montagen sind oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.

Corona-Zahlen in Deutschland: So viele Tote, Genesene und Infizierte gibt es

Die Zahl der Infizierten steigt in den letzten Wochen wieder stärker an. So ist die Lage in Deutschland:
  • Zahl der Infizierten: 243.599
  • Zahl der Neuinfektionen in den letzten 24 Stunden: 1218
  • Zahl der Toten: 9302 (keine Veränderung zum Vortag)
  • Zahl der Genesenen: etwa 217.600
Die Nachrichtenagentur AFP hatte am Morgen niedrigere Zahlen gemeldet. Laut Angaben der DPA hatte das RKI in der Nacht zunächst nicht alle Zahlen gemeldet - um 7:30 Uhr waren die Werte vollständig gemeldet worden.

RKI-Zahlen: So hat sich die Lage in der vergangenen Woche entwickelt

In den letzten sieben Tagen sind dem RKI 7.756 Neuinfektionen gemeldet worden. Reiserückkehrer, die sich um Urlaub mit dem Coronavirus angesteckt haben, lassen die Zahlen in den letzten Wochen ansteigen. Die 7-Tage-Inzidenz lag am Dienstag bei 9,3.

RKI-Dashboard: Aktuelle Zahlen der Bundesländer und Landkreise

Das RKI gibt jeden Tag um 0:00 Uhr die gemeldeten Zahlen der Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg sowie die darunter liegenden Landkreise in einem Dashboard aus.
Das interaktive Dashboard des RKI ermöglicht Zugang zu den Zahlen aus den einzelnen Landkreisen.
Das interaktive Dashboard des RKI ermöglicht Zugang zu den Zahlen aus den einzelnen Landkreisen.
© Foto: Screenshot Dashboard RKI

Corona-Zahlen der Johns Hopkins University

Die Johns Hopkins Universität aus den USA gibt vom RKI abweichende Zahlen an. Das hängt mit den unterschiedlichen Quellen zusammen, die die beiden Institute für ihre Daten verwenden.
So ist die Lage in Deutschland laut Johns Hopkins-Universität (Stand Dienstag, 1. September, 6:47 Uhr):
  • Zahl der Infizierten: 243.305
  • Zahl der Neuinfektionen: 470
  • Zahl der Toten: 9.300
  • Zahl der Genesenen: 216.795


Corona in Deutschland: Kinderärzte wünschen sich, dass RKI seine Empfehlungen ändert

Mit Blick auf die bevorstehende Erkältungssaison im Herbst und Winter haben Kinderärzte erneut die aktuellen Empfehlungen zur Corona-Testung kritisiert. Das RKI müsse seine Empfehlungen ändern, damit die Praxen dem "großen Ansturm" gewachsen seien und arbeitsfähig blieben, erklärte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, am Montag in Köln.
"Wir müssen in diesem Jahr die Erkältungssaison unter verschärften Pandemiebedingungen managen", betonte Fischbach. Dies könne nicht gelingen, "wenn uns das RKI dazu zwingt, von jedem Kind mit Husten ohne weitere Symptome einen Abstrich zu nehmen". Die Ärzte plädieren dafür, Kinder mit leichten Erkältungssymptomen symptomatisch zu behandeln. In Fällen mit einem begründeten Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung solle getestet werden.
Das RKI empfiehlt aktuell eine „niederschwellige Testung“ aller Menschen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung. Das gilt unter anderem bei akuten respiratorischen Symptomen wie Husten, Schnupfen oder Halskratzen.
Fischbach verwies darauf, dass Säuglinge und Kleinkinder acht bis zwölf Infektionen pro Jahr durchmachen. Mehr als zwei von drei Infekten werden bei Kindern und Jugendlichen nach einer Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung im Winter diagnostiziert, besonders häufig zwischen Januar und März.

Bund prüft Einbeziehung von Tiermedizin-Laboren bei Corona-Tests

Das Bundesgesundheitsministerium erwägt eine weitere Ausdehnung der Laborkapazitäten für Corona-Tests. Es werde noch einmal geprüft, ob und wie auch tiermedizinische Labore in die Auswertung einbezogen werden könnten, sagte eine Sprecherin am Montag in Berlin. In einigen Bundesländern werde das schon praktiziert. Derzeit seien nach Angaben des RKI bundesweit 1,4 Millionen Tests pro Woche möglich, gemacht worden seien zuletzt mehr als 900.000 Tests. Für den Herbst sollen Tests insgesamt stärker auf Risikogruppen wie ältere Menschen, Pflegeheime und Kliniken ausgerichtet werden.

Altmaier: Zweiter Lockdown kann verhindert werden

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geht davon aus, das ein zweiter Lockdown in der Corona-Krise mit möglichen massiven Folgen für die Wirtschaft verhindert werden kann. Steigenden Infektionszahlen werde man durch gezielte und regional begrenzte Maßnahmen entgegenwirken, sagte Altmaier am Dienstag in Berlin. Damit könne sich die wirtschaftliche Belebung in den kommenden Monaten weiter nach und nach entfalten. Altmaier sagte, er sei überzeugt, dass die wieder gestiegenen Neuinfektionszahlen gesenkt werden können.

Corona in Deutschland: Gesundheitsportal geht an den Start

Auf einem neuen Gesundheitsportal der Bundesregierung können sich Bürger seit Dienstag über häufige Krankheiten sowie über Pflege und Prävention informieren. Unter der Adresse www.gesund.bund.de finden sich Informationen etwa zu Krebs- und Herzkreislauferkrankungen oder aktuell auch zum Coronavirus. "Gerade die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig seriöse Gesundheitsinformationen sind", erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).
Nur wer informiert sei, könne sich und andere schützen. Mit dem Nationalen Gesundheitsportal sollten die Bürger "auch jenseits von Corona zu Fragen rund um ihre Gesundheit" informieren werden - "schnell, benutzerfreundlich und fundiert".