• Noch sind die Zahlen in Deutschland hoch, der Lockdown hat noch nicht den gewünschten Effekt erzielt
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel will einen Mega Lockdown und hat das Treffen mit den Länder-Chefs vom 25.1.2021 vorverlegt. Als Termin steht jetzt der Dienstag fest.
In den vergangenen Tagen sei die Zahl der registrierten Neuinfektionen wieder angestiegen, hieß es im RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend. Ob sich dieser Trend, über die erwarteten Nachtestungen und Nachmeldungen hinaus, weiter fortsetze, werde sich erst im Laufe der nächsten Tage zeigen. Doch wie ist die Lage heute, Freitag, 15.1.2021? Das sind die aktuellen Werte.

Corona-Zahlen in Deutschland heute: RKI meldet Neuinfektionen, Tote und Inzidenz am 15.1.2021

  • Neuinfektionen: Wie das RKI berichtet, wurden binnen 24 Stunden mindestens 22.368 neu infizierte Menschen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Gestern wurden 25.164 Neuinfektionen gemeldet, am Donnerstag vor einer Woche, 7.1.21, waren 31.849 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden.
  • Die Zahl der aktiven Corona-Fälle beziffert „Zeit Online“ auf 318.642, das wären 383,1 pro 100.000 Einwohner.
  • Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden.
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es 22.796 Neuinfektionen gibt.
  • Das seien 819 Infizierte weniger als am Vortag und 6.049 weniger als in der Vorwoche. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 134.463 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.000.958 positive Fälle registriert.
  • Insgesamt befinden sich 5125 an Covid-19 erkrankte Menschen in intensivmedizinischer Behandlung. Das sind 7 Prozent weniger als in der Vorwoche.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 44994 Personen. Es sind 1113 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 1049 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bereits seit mehreren Tagen liegt die Zahl der gemeldeten täglichen Todesfälle um die Tausend.
  • Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI wieder 1.641.200 Menschen von der Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde am Freitag mit 1,02 angegeben. Am Donnerstag lag er ebenfalls bei 1,02. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 146,1. Gestern war ein Wert von 151,2 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.
  • Nur 5 Kreise in Deutschland liegen unter der Inzidenz-Grenze von 50.
  • Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 287,6 und Sachsen mit 274,1. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 78,7
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.
  • Geimpfte: Insgesamt wurden laut RKI bisher 842.455 Menschen geimpft.
  • Laut SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach liegt das Durchschnittsalter in den großen Intensivstationen derzeit bei 60 Jahren. Darunter seien viele Jüngere, wobei sich Übergewicht als immer stärkerer Risikofaktor für schwerste Verläufe zeige.

Update: Das sind die Corona-Zahlen weltweit laut Johns-Hopkins-Universität am Freitag, 15.1.21

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Freitagmorgen, 15.1.21, 6 Uhr weltweit
  • 93.075.435 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
  • Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 1.993.164 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 23.306.504 Infizierte und 388.533 Tote
  • Indien: 10.512.093 Infizierte und 151.727 Tote
  • Brasilien: 8.324.294 Infizierte und 207.095 Tote
  • Deutschland folgt nach wie vor auf dem 10. Rang mit laut JHU 2.004.011 bisher Infizierten und 44.672 Toten

Mutationen des Coronavirus aus England und Südafrika bereiten Sorge

Weltweit tauchen immer mehr hochansteckende Mutationen des Coronavirus auf. Zunächst die Variante „B117“ in England, dann die Variante „501.V2“ in Südafrika. Auch aus den USA werden zwei Mutationen gemeldet, eine weitere kommt aus Brasilien. Von der Virusmutation B117, die sich in England rasend schnell ausbreitet, sind in Deutschland - Stand Freitag - 16 Fälle bekannt, vom Südafrika-Virus 4. In Baden-Württemberg sind bislang sechs Fälle der in Großbritannien beobachteten Coronavirus-Variante aufgetreten. Zudem gebe es im Südwesten 1 Fall mit der Virusmutation aus Südafrika, teilte das Landesgesundheitsamt mit. Allerdings wurden hier sechs Kontaktpersonen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Wegen der aufwendigen Diagnostik der Virusmutanten ist das jedoch der Stand vom vergangenen Samstag.

Corona-Zahlen laut RKI Dashboard: Aktuelle Fallzahlen für Bundesländer und Landkreise

Das RKI liefert während der Corona-Pandemie in seinem Dashboard täglich die neuen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum RKI-Dashboard. Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel des Instituts: Die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Ein Team aus 1100 Menschen, mit 90 verschiedenen Berufen, arbeitet und forscht jeden Tag gemein­sam daran.

RKI fordert Verschärfung des Lockdown

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist angesichts der derzeitigen Infektionslage für eine Verschärfung des bisherigen Lockdowns in Deutschland. RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann sagte am Donnerstag in Berlin, es sei eine "totale Konsensaussage" aller Modellberechnungen, dass die Maßnahmen weiter verschärft werden müssten, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Auch RKI-Präsident Lothar Wieler befürwortete eine Verschärfung als „Option“.

Die Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt: Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.