• In Bayern wurde derweil eine FFP2-Maskenpflicht für Nahverkehr und Einzelhandel beschlossen
  • Auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hat sich für eine verschärfte Maskenpflicht im Südwesten ausgesprochen.
Die Corona-Lage in Deutschland scheint sich trotz des harten Lockdonws bisher nur wenig zu verändern, die Zahlen sind immer noch hoch. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte bereits vor explodierenden Zahlen. Noch vor dem nächsten Corona-Gipfel am 25.1. scheint sich abzuzeichnen, dass der Lockdown noch einmal verlängert werden könnte.
Wie sieht es heute am Mittwoch, 13.1.21., mit den Neuinfektionen aus?

Corona-Zahlen in Deutschland heute: RKI & JHU melden Neuinfektionen, Tote und Inzidenz am 13.1.2021

  • Neuinfektionen: Wie das RKI berichtet, wurden binnen 24 Stunden mindestens 19.600 neu infizierte Menschen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Gestern wurden 12.802 Neuinfektionen gemeldet, am Mittwoch vor einer Woche, 6.1.21, waren 21.237 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden.
  • Die Zahl der aktiven Corona-Fälle beziffert die „Zeit“ auf 326.034, das wären 392 pro 100.000 Einwohner.
  • Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden.
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es 19.600 Neuinfektienen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 143.254 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 1.953.426 positive Fälle registriert.
  • Insgesamt befinden sich 5230 an Covid-19 erkrankte Menschen in intensivmedizinischer Behandlung.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 42.637 Personen. Das sind 1060 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 1060 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bei den Todesfällen wurde am Freitag, 8. Januar 2021, mit 1188 Fällen innerhalb von 24 Stunden ein neuer Höchstwert registriert. Bereits seit mehreren Tagen liegt die Zahl der gemeldeten täglichen Todesfälle um die Tausend
  • Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI wieder 1.596.600 Menschen von der Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde mit 1,07 (Vortag: 1,14) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 155.0. Gestern war ein Wert von 164,5 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.
  • Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Thüringen mit 324,2 und Sachsen mit 304,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 83,7.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.
  • Geimpfte: Insgesamt wurden laut RKI - Stand 12.1. (Dienstag) 688.782 Menschen geimpft. Das entspricht einer Quote von 8,3 Geimpften pro 1000 Einwohnern.

Corona-Zahlen laut RKI Dashboard: Aktuelle Fallzahlen für Bundesländer und Landkreise

Das RKI liefert während der Corona-Pandemie in seinem Dashboard täglich die neuen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum RKI-Dashboard. Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel des Instituts: Die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Ein Team aus 1100 Menschen, mit 90 verschiedenen Berufen, arbeitet und forscht jeden Tag gemein­sam daran.
Auf dem Dashboard des RKI werden täglich die Corona-Fallzahlen für Deutschland angezeigt.
Auf dem Dashboard des RKI werden täglich die Corona-Fallzahlen für Deutschland angezeigt.
© Foto: Screenshot RKI Dashboard

Das sind die Corona-Zahlen weltweit laut Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Mittwochmorgen (Stand 6 Uhr) weltweit
  • Rund 91,5 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
  • Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 1.962.017 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 22.837.244 Infizierte und 380.670 Tote
  • Indien: 10.479.179 Infizierte und 151.327 Tote
  • Brasilien: 8.195.637 Infizierte und 204.690 Toten
  • Deutschland folgt auf dem 10. Rang mit laut JHU 1.968.326 bisher Infizierten und 42.889 Toten

Video Amtsärzte zweifeln an Lockdown-Ende zum 31. Januar

FFP-2-Maskenpflicht in Baden-Württemberg so wie in Bayern?

BW-Innenminister Thomas Strobl hat sich bereits für eine verschärfte Maskenpflicht auch im Südwesten ausgesprochen, ähnlich wie am Dienstag in Bayern beschlossen. „FFP2-Masken sind schon eine stark infektionsschützende Maßnahme. Da haben wir Luft nach oben“, sagte der CDU-Politiker in Stuttgart. Er denkt dabei an eine Maskenpflicht
  • in Pflegeheimen - auch für Besucher
  • in Flugzeugen und
  • im Nahverkehr.

Jens Spahn gegen Corona-Impfpflicht in Pflegeheimen

Dieser Tage ist angesichts der steigenden Zahlen - und auch vor dem Hintergrund von Markus Söders Forderung - der Ruf nach einer Impfpflicht laut geworden. Doch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lehnt eine Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte kategorisch ab. „Ich habe im Bundestag mein Wort gegeben: In dieser Pandemie wird es keine Impfpflicht geben“, sagte Spahn am Mittwoch im Deutschlandfunk. „Wir setzen auf Aufklärung und Information“, betonte der Gesundheitsminister.

Auch deutsche Pflege-Verbände lehnen Impfpflicht für Pflegende ab

Deutsche Pflegeverbände sprechen sich gegen eine Impfpflicht für Pflegekräfte aus. „Deutschlands Pflegefachpersonen benötigen keine Impfpflicht gegen das Corona-Virus“, so der Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR), Franz Wagner in einer Mitteilung am Dienstag. „Zwang schafft keine guten Lösungen.“ Auch die Bundespflegekammer „hält nichts“ von einer derartigen Regelung.
Die Verbände forderten stattdessen mehr Aufklärung. Es brauche mehr gezielte und verständliche Information und leichten Zugang zu Impfungen für das Personal, forderte der Präsident des Pflegerats. „Eine Impfpflicht könnte auch zu einem negativen Effekt beim bereits
völlig erschöpften Pflegepersonal führen“, so Wagner weiter. Die Berufsgruppe dürfe jetzt nicht pauschal zum Buhmann herabgewürdigt
werden.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte zuvor mit Verweis auf fehlende Impfbereitschaft in Alten- und Pflegeheimen eine Debatte über eine Impfpflicht für Pflegekräfte gefordert. „Der Deutsche Ethikrat sollte sich damit beschäftigen“, sagte er am Dienstagmorgen im ZDF-„Morgenmagazin“. Ähnlich hatte sich der CSU-Chef in der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag) geäußert.

Die Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt: Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.