• Die Inzidenz in den meisten Städten und Kreisen liegt über Grenzwert von 100 - welchen droht die Notbremse noch?
  • Neue Einschränkungen für den Astrazeneca-Impfstoff bedeutet im Kampf gegen das Virus einen zusätzlichen Dämpfer
  • So hoch sind die neuesten Corona-Fallzahlen laut RKI und JHU - Inzidenz, Neuinfektionen und Co. am Gründonnerstag, den 01. April 2021
Bereits in den Wochen vor Ostern sind die Fallzahlen und Inzidenzwerte in Deutschland weiter gestiegen. Was ist mit Lockerungen für private Treffen und Kontakte zu Ostern? Die aktuellen Regeln in Baden-Württemberg ermöglichen ein Oster-Fest mit der Familie unter bestimmten Voraussetzungen. In Bayern gelten zwischen Gründonnerstag und Ostermontag bestimmte Regeln. Die 7-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt ebenfalls weiter. Nur noch wenige Städte und Kreise sind unter dem Grenzwert der Inzidenz von 100. Aber wie hoch sind die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland am Gründonnerstag, den 01.04.2021?

Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland heute: Neue RKI-Fallzahlen zu Neuinfektionen, Inzidenz & Co. am 01.04.2021

  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Heute wird der Wert mit 134,2 angegeben, gestern lag er bei 132,3.
  • Der bundesweite Inzidenzwert ist vor allem von symbolischer Bedeutung und hat keine zwingenden Folgen für den Umgang mit der Pandemie. Entscheidend für das Inkrafttreten der Notbremse - Aufhebung von Lockerungen der Corona-Maßnahmen - ist die jeweilige Inzidenz in einzelnen Regionen Deutschlands.
  • Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12.2020, mit 197,6 erreicht worden.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland mehr als 2.833.173 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Mittwochmorgen 201 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 76.543 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 219 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.01.2021, erreicht worden.
  • Genesene: Laut RKI haben sich etwa 2.535.000 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser liegt heute bei 0,97. Gestern hatte er bei 1,01 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

RKI-Fallzahlen laut Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen und Inzidenz für die Kreise in Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das RKI-Dashboard liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an.
Auf dem Dashbaord des RKI sind die täglich aktuellen Fallzahlen einsehbar.
Auf dem Dashbaord des RKI sind die täglich aktuellen Fallzahlen einsehbar.
© Foto: Screenshot; RKI

Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co. - Fallzahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Donnerstag, 01.04.21 (Stand 6 Uhr), weltweit rund 128.791.500 Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.814.899 Menschen.

Diese Länder sind aktuell am stärksten von Corona betroffenen:

  • USA: 30.459.483 Infizierte und 552.038 Tote.
  • Brasilien: 12.748.747 Infizierte und 312.515 Tote.
  • Indien: 12.149.335 Infizierte und 162.468 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.829.221 Infizierten und 76.459 Toten.

Video Viele Fragen nach Astrazeneca-Jo-Jo

Keine neuen Modellprojekte in Baden-Württemberg

Schlechte Nachricht für alle Bewerber auf ein Corona-Modellprojekt in Baden-Württemberg: Vorerst werden Anträge zu Öffnungsschritten mit Testkonzept nicht mehr geprüft. Trotz des massiven Interesses der Städte und Kreise legt das Land mögliche weitere Modellprojekte nach Tübinger Vorbild wegen der steigenden Corona-Zahlen zunächst auf Eis. „Wir müssen verantwortungsvoll mit der aktuellen Lage umgehen“, mahnte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart.

Tourismusminister bittet um Verzicht auf Gruppenausflüge an Ostern

Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (CDU) hat an die Bevölkerung appelliert, an Ostern auf Unternehmungen in der Gruppe zu verzichten und beliebte Ausflugsziele zu meiden. „Auch wenn wir alle pandemiemüde sind und uns die aktuellen Einschränkungen wirklich aufs Gemüt schlagen, so muss für die Ostertage leider gelten: Gruppenaktivitäten sind nicht möglich“, erklärte Wolf. Das Ansteckungsrisiko hierbei sei zu groß.
„Ich verstehe sehr gut, dass es die Menschen bei entsprechendem Wetter nach draußen zieht, das geht mir ja selbst auch so“, räumte er ein. Aber wenn sich an bekannten und beliebten Ausflugsorten Menschentrauben bildeten, hätte das fatale Folgen. Das gelte auch für Gruppenausfahrten mit Motorrädern.
Laut Corona-Verordnung des Landes dürfen sich drinnen wie draußen derzeit Angehörige aus höchstens zwei Haushalten treffen - jedoch maximal fünf Menschen, wobei Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt werden.

Corona-Kennzahlen erklärt: Die Bedeutung von Inzidenz, Neuinfektionen, R-Wert und Co.

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

7-Tage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.