• Die Corona-Zahlen in Deutschland stiegen zuletzt wieder deutlich schneller
  • Bei den Neuinfektionen binnen 24 Stunden löst Baden-Württemberg Nordrhein-Westfalen offenbar an der Spitze ab
  • Diese Fallzahlen veröffentlicht das RKI heute in seinem Dashboard
Wie entwickeln sich die Corona-Zahlen in Deutschland aktuell? Diese Frage stellen sich viele Menschen angesichts des Stopps der Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoffs in Deutschland und der anschließenden Absage des eigentlich für heute geplanten Impfgipfels von Bund und Ländern. Schon jetzt ist für Experten der Zentralen Impfkommission klar, dass es zu Verzögerungen bei den Impfungen kommen wird. Das ist, nachdem das Impfen beim letzten Corona-Gipfel als eine der großen Säulen im weiteren Kampf gegen das Coronavirus benannt worden war, keine gute Nachricht. Zumal vor kommendem Montag, dem 22.03.2021, wenn der nächste Corona-Gipfel stattfindet.

Corona Zahlen in Deutschland: Wie entwickeln sich die RKI-Fallzahlen angesichts des Astrazeneca-Stopps?

Wie also geht es in der Corona-Pandemie in Deutschland weiter angesichts der seit Wochen steigenden Fallzahlen, die das RKI seit Wochen meldet? Wird der Lockdown verlängert oder kommen tatsächlich weitere Öffnungsschritte, wie sie beim vergangenen Bund-Länder-Treffen vereinbart wurden? Eine der Entscheidungsgrundlagen für die weiteren Regeln und Maßnahmen werden sicherlich wieder die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen und Coronavirus-Werte sein. Wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute laut RKI-Dashboard am Mittwoch, 17.03.2021? Und wie hoch sind sie im Vergleich zum Mittwoch der Vorwoche?

RKI-Fallzahlen für Deutschland heute: Aktuelle Inzidenz und Neuinfektionen am 16.03.21

  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland mehr als 2.594.764 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der Wert liegt heute dem RKI zufolge bei 86,2. Gestern hatte er bei 83,7 gelegen. „Zeit Online“ meldet einen Wert von 88,8.
  • Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz pendelt deutschlandweit seit mehreren Tagen um die Marke 60, zuletzt häufiger leicht darüber. Während des seit Dezember andauernden harten Lockdowns war der Wert wochenlang zurückgegangen, bevor er im Verlauf der vergangenen Tage wieder stieg, dann sank und nun erneut stieg.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Mittwochmorgen 249 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 73.905 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 293 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.1.21, erreicht worden.
  • Genesene: Laut RKI haben sich 2.383.600 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Er liegt bei 1,06. Gestern hatte er bei 1,15 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Corona-Zahlen in Deutschland: BW bei Neuinfektionen vorne - NRW und Bayern folgen

Wie „Zeit Online“ berichtet, ist Baden-Württemberg binnen 24 Stunden das Bundesland mit den meisten Neuinfektionen gewesen. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter im Südwesten demnach 1546 Positive Tests. Es folgt laut Zeit Nordrhein-Westfalen mit 1422 Neuansteckungen und Bayern mit 1352 positiv Getesteten. Die meisten Todesfälle hat dem Bericht zufolge NRW zu verzeichnen. 52 Menschen starben dort im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Es folgen Bayern und Thüringen mit 40 beziehungsweise 37 Corona-Toten.
Auf der Ebene der Stadt- und Landkreise hatte Berlin mit 662 die meisten Neuinfektionen zu verzeichnen. Dem „Zeit Online“-Bericht nach folgen Hamburg und der sächsische Vogtlandkreis mit 209 beziehungsweise 191 Positiv-Tests. Die meisten Corona-Todesfälle auf Kreisebene gab es am Dienstag mit 14 im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Es folgen die beiden Städte Erfurt und Nürnberg, wo 11 beziehungsweise 9 Menschen an oder mit dem Coronavirus starben.

Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co.: Die Fallzahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Mittwoch (Stand 6.00 Uhr) weltweit rund 120.656.989 Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.670.056 Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 29.547.756 Infizierte und 536.887 Tote.
  • Brasilien: 11.603.535 Infizierte und 282.127 Tote.
  • Indien: 11.409.831 Infizierte und 158.725 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.603.064 Infizierten und
73.785 Toten.

RKI-Fallzahlen laut Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen und Inzidenz für die Kreise in Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an. Zum Dashboard geht es hier.

Corona-Zahlen und Inzidenz in Deutschland: So sieht die Öffnungsstrategie aus

Beim Corona-Gipfel wurde hart gerungen um Lockerungen insbesondere für den Handel, ebenso um die dafür relevanten Inzidenzwerte. Hier ist eine grafische Darstellung der neuen Strategie.
Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen. Wird die hier visualisierte Öffnungsstrategie auch nach dem nächsten Corona-Gipfel weiterverfolgt?
Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen. Wird die hier visualisierte Öffnungsstrategie auch nach dem nächsten Corona-Gipfel weiterverfolgt?
© Foto: Bundesministerium der Finanzen

Neuinfektionen, Inzidenz, R-Wert und Co.: Die wichtigsten Corona-Kennzahlen erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.