Wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland kurz vor dem Gipfel am 03.03.2021? In den vergangenen Tagen sind die Diskussionen um Lockerungen für Handel und Geschäfte sowie die Diskussionen um die Öffnung weiterer Schulen (wie in Baden-Württemberg) noch einmal deutlich hochgekocht.
Dem Wunsch nach Öffnung vieler Menschen stehen in der Tendenz wieder leicht ansteigende RKI-Fallzahlen sowie die Sorge von Politikern und Wissenschaftlern vor einer weiteren Ausbreitung Corona-Mutationen in Deutschland gegenüber. So wurde das französische Grenzgebiet Moselle am Sonntag beispielsweise zum Virusvariantengebiet erklärt und somit die Einreise erschwert.
Am Mittwoch, dem 3. März, werden auf der nächsten Corona-Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die weiteren Maßnahmen und Regeln in der Corona-Pandemie beschlossen. Eine der Grundlagen: Die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland mit Inzidenz, Neuinfektionen, Toten und Genesenen. Wie hoch liegen die Fallzahlen heute, am Montag, dem 01.03.2021, also laut RKI?

Neue RKI-Fallzahlen für Deutschland heute: Aktuelle Inzidenz und Neuinfektionen am 01.03.21

  • Zeit Online“ berichtete, dass es 6491 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektions-Rekord: Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 Fällen am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.447.068 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Montagmorgen 60 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 70.105 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 73 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.1.21, erreicht worden.
  • Genesene: Laut RKI haben sich 2.255.500 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Er lag am Sonntagmorgen bei 1,08. Am Vortag hatte er bei 1,2 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der Wert liegt laut dem RKI am Montagmorgen bei 65,8 am Sonntag hatte er bei 63,8 gelegen. „Zeit Online“ meldete einen Wert von 67,4. Vor rund vier Wochen, am 31. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 90,2 gelegen. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz pendelt seit mehreren Tagen um die Marke 60. Während des seit Dezember andauernden harten Lockdowns war der Wert wochenlang zurückgegangen, bevor er im Verlauf der vergangenen Tage wieder stieg, dann sank und nun erneut stieg.


RKI-Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an. Zum Dashboard geht es hier.

Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co.: Die Fallzahlen der Johns-Hopkins-Uni

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Montag (Stand 5:22 Uhr) weltweit rund 114.065.230 Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.530.712 Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 28.605.523 Infizierte und 513.091 Tote.
  • Indien: 11.110.152 Infizierte und 157.157 Tote.
  • Brasilien: 10.551.259 Infizierte und 254.942 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.450.295 Infizierten und 70.152 Toten.

Corona in Deutschland: NRW mit den meisten Neuinfektionen, es folgen Bayern und BW

Im Vergleich der Bundesländer lag „Zeit Online“ zufolge Nordrhein-Westfalen bei der Zahl der Neuinfektionen erneut vorne. Binnen 24 wurden in NRW 1524 neue Fälle registriert, gefolgt von Bayern mit 1164, Baden-Württemberg mit 851, Niedersachsen mit 598 und Hessen mit 563. Im Vergleich der Landkreise verzeichnete Köln die meisten Neuinfektionen: Hier dem Bericht von Zeit Online zufolge wurden 140 Fälle registriert. Es folgen Hamburg mit 126, Hannover mit 104, Frankfurt am Main und Märkischer Kreis mit jeweils 91 Infizierten. In 70 Kreisen wurden keine neuen Infizierten gemeldet.

Corona Zahlen Deutschland: Tiefststand bei Corona-Toten

Die Zahl der binnen 24 Stunden ans Robert Koch-Institut gemeldeten Corona-Todesfälle hat den tiefsten Wert seit Anfang November erreicht - allerdings ist diese Entwicklung mit Vorsicht zu interpretieren. Die Behörden der Bundesländer übermittelten im Laufe des Sonntags 60 neue Fälle von Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind, wie aus RKI-Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht. Kann sich der Trend fortsetzen?Bei der Interpretation des Tiefststandes sind mehrere Dinge zu beachten:
  • Der Wert bezieht sich explizit nicht darauf, wie viele Menschen binnen eines Tages gestorben sind. Es geht um die Zahl der Meldungen an das RKI.
  • An Montagen sind die Zahlen generell besonders niedrig, weil an Sonntagen weniger gemeldet wird.
  • Die Impfungen von Hochbetagten, die grundsätzlich ein besonders hohes Sterberisiko haben, könnten eine Rolle spielen. „Das ist wahrscheinlich schon ein Effekt der Impfung“, sagte RKI-Präsident Lother Wieler

Impfzahlen Deutschland: Impfquote und Zahlen zur Corona-Impfung

Die Bundesregierung gibt die vom RKI gemeldeten Zahlen der Impfungen in einem Dashboard heraus. Diese werden jeden Werktag aktualisiert. Der aktuelle Stand der Impfungen (Stand 27.2., 8:00 Uhr):
  • 2,4 % der Bevölkerung ist geimpft
  • Das entspricht 2.029.047 Personen
  • 3.881.490 Personen haben bereits eine erste Impfung erhalten.
So hoch ist der Anteil an Geimpften an der Bevölkerung in den Bundesländern (Stand 27.2.)
So hoch ist der Anteil an Geimpften an der Bevölkerung in den Bundesländern (Stand 27.2.)
© Foto: Screenshot Impddashboard Bundesregierung

Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.: Die wichtigsten Corona-Kennzahlen erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.