Eis, Spaghetti, Sonne und Meer: Italien ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Zu Beginn der Corona-Pandemie geriert das Mittelmeerland wegen besonders hohen Infektionszahlen in die Schlagzeilen. Es war aber auch eines der ersten Länder, in dem die Kurve wieder abflachte – dank umfassender Hygiene-Maßnahmen.
Im August sind die Zahlen jedoch wieder stark angestiegen. Über Wochen gab es wieder mehr als 1000 Neuinfektionen pro Tag – ein bedenklicher Wert.

Coronavirus in Italien: Das sind die aktuellen Zahlen

Am Mittwoch, 02.09.2020 (Stand: 08.32 Uhr) , wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Italien 975 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.
  • Infizierte seit Beginn der Pandemie: 270.189
  • Wieder Genesene seit Beginn der Pandemie: 207.944
  • Gesamtzahl der gemeldeten Todesfälle an oder mit dem Coronavirus: 35.491

Corona in Italien: Diese Regionen sind besonders hart betroffen

  • Lombardei,
  • gefolgt von Piemont,
  • Emilia Romagna
  • und Venezien.

Sardinien: Beliebte Urlaubsinsel ist neuer Corona-Hotspot

Auch die beliebte Ferieninsel Sardinien ist inzwischen ein Corona-Hotspot. Nachdem in der vergangenen Woche mit 91 Fällen ein neuer Spitzenwert seit April erricht wurde, zählten die Behörden am Freitag 55 neue Covid-19-Infektionen und am Samstag 70. Ein Tag zuvor waren es 57 gewesen. Am Freitag wurde auch eine neue Rekordmarke gebrochen: Erstmals wurde seit Beginn der Pandemie die 2000er-Marke überschritten. Der Reproduktionswert (R-Wert) ist inzwischen wieder auf über 1 gestiegen ist. Das berichtet das lokale Nachrichtenportal „Sardinien Intim“.
Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Anfang Juni war der R-Wert auf Sardinien fast auf Null gesunken. Die stark gestiegenen Zahlen dürften vor allem auf Touristen zurückzuführen sein, die die Viren von außen einschleppten. Darüber hinaus haben sich Diskotheken an der Costa Smeralda als Infektionsherde herausgestellt. Betroffen war auch das Lokal „Billionaire“ des ehemaligen Formel-1-Managers Flavio Briatore, der Medienberichten zufolge selbst an Covid-19 erkrankt ist.

Diese Corona-Regeln gelten in Italien:

  • In geschlossenen Räumen wie Geschäften oder Zügen gilt die Maskenpflicht
  • Im öffentlichen Raum gilt an Orten, an denen sich Menschen versammeln können, von 18 Uhr bis 6 Uhr ebenfalls eine Maskenpflicht
  • Es gelten Abstandsregeln von 1-2 Metern zwischen Personen
  • Auch Einweghandschuhe müssen vielerorts getragen werden
  • Vor dem Betreten von Einrichtungen (etwa Geschäfte oder Museen) werden bei den Gästen Fiebermessungen durchgeführt
  • Die einzelnen Regionen und Kommunen in Italien können in Abhängigkeit des Infektionsgeschehens individuelle Regeln für die Einreise in ihr Gebiet erlassen.
  • Verstöße gegen die Tragepflicht können mit Geldstrafen geahndet werden.
Trotz aktuellen Lage in Italien gibt es seitens des Auswärtigen Amtes keine Reisewarnung für Italien. Es teilt mit: „Italien war von Covid-19 besonders stark betroffen, wobei sich die Lage inzwischen verbessert hat. Regionale Schwerpunkte sind die
  • Lombardei, gefolgt von
  • Piemont
  • Emilia Romagna
  • und Venezien.
Zur Einreise nach Italien heißt es: „Aus Deutschland (...) ist die Einreise ohne besondere Gründe und ohne Quarantänepflicht wieder gestattet.“ Personen, die in bestimmte Regionen reisen wollen, müssten sich allerdings 48 Stunden vor Einreise registrieren. Diese Regionen sind:
  • Sardinen
  • Kalabrien
  • Apulien
  • Sizilien

Italiens Wirtschaft schrumpft im Rekordtempo

Im Zuge der Corona-Krise ist Italiens Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni um 12,8 Prozent zum Vorquartal gesunken und damit im Rekordtempo geschrumpft. Das berichtet das Handelsblatt. Die EU-Kommission rechne damit, dass die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone im Gesamtjahr um 11,2 Prozent einbricht. Die offizielle Prognose der Regierung in Rom liegt bei einem Minus von acht Prozent.

Waldbrände und Hochwasser in Italien

Unterdessen haben die Menschen im Land mit extremen Wetterlagen zu kämpfen: Unwetter im Norden und heftige Feuerschäden auf Sizilien. Das Wetter-Chaos traf vor allem Südtirol, es kam zu Hochwasser, Überschwemmungen und Erdrutschen. Hunderte Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen oder sich in obere Stockwerke in Sicherheit zu bringen. Dort führte der Eisack Hochwasser.
Dagegen traf der Katastrophenschutz in Verona in Venetien Vorkehrungen, um der anrollenden Flutwelle der Etsch zu begegnen. In dem Fluss würden Hunderte von Bäumen angeschwemmt, die der Sturm umgekippt hatte, hieß es.
In Alufonte auf Sizilien brannten die Bäume lichterloh.
In Alufonte auf Sizilien brannten die Bäume lichterloh.
© Foto: dpa

Familiendrama in der Toskana: Baum stürzt auf Zelt

Bei dem Unwetter in vielen Teilen Italiens war am Sonntag in der Toskana ein Baum auf ein Zelt in Marina di Massa gekippt, zwei Schwestern im Alter von drei und 14 Jahren starben.
Auf der Mittelmeerinsel Sizilien in Altofonte bei Palermo waren Feuerwehrleute am Montag weiter im Einsatz, um die Reste von Waldbränden zu löschen, wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb. Die Feuer, die vermutlich am Samstag an mehreren Stellen ausgebrochen waren und rund 200 Hektar Wald verkohlten, hatten den Ort in Gefahr gebracht. Hunderte Menschen mussten ihre Häuser räumen, durften aber nach Angaben der Agentur Adnkronos wieder zurückkehren. Am Montag waren die Flammen unter Kontrolle. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Brandstiftung.