In Südtirol ist es am Wochenende zu Unwettern und schweren Regenfällen gekommen. Die Folge: Hochwasser, Überflutungen und Erdrutsche. Wie der Landesfeuerwehrverband Südtirol über Facebook-Seite mitteilt, gab es am Samstag und Sonntag (29., 30. August) insgesamt mehr als 400 Feuerwehreinsätze. Daran waren über 3000 Einsatzkräfte beteiligt.
Das Wetter-Chaos traf folgende Orte besonders hart:
  • Neumarkt
  • Klausen
  • Salurn
  • Branzoll

Neumarkt: 320 Menschen wurden evakuiert – Dammbruch-Gefahr

In Neumarkt wurden wegen eines drohenden Dammbruchs durch die Etsch 320 Menschen evakuiert. Die Tiroler Tageszeitung berichtet, dass die Einwohner dazu aufgerufen wurden, unter anderem Wertgegenstände, Lebensmittel und Bekleidung in höher gelegene Stockwerke zu bringen, vor dem Verlassen des Gebäudes Fenster und Türen zu schließen sowie Strom und Gas abzuschalten. Die Turnhalle der Mittelschule sei als Unterkunft zum Einsatz gekommen. Es seien aber glücklicherweise nur kleinere Abschnitte des Radweges im Unterland überschwemmt worden.

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Klausen: Eissack trat über die Ufer – Bahnlinie wurde gesperrt

In der Gemeinde Klausen trat der Eisack über die Ufer, teilte die Zeitung mit. Auch hier mussten Menschen aus den betroffenen Ortsteilen evakuiert werden. Die Anwohner wurden dazu aufgerufen, öffentliche Straßen und Plätze zu verlassen und sich in höher gelegene Stockwerke zu begeben. Auch die Bahninfrastruktur war in Klausen betroffen: Die Brennerbahnlinie im Eisacktal wurde am Sonntagnachmittag gesperrt.

Salurn und Branzoll: Pegelstände der Etsch auf gefährlichen Höhen

In den Orten Salurn und Branzoll stiegen die Pegelstände der Etsch zeitweise auf ein gefährliches Niveau (4,5 Meter) und riefen den Hochwasserdienst auf den Plan.

Steinmannwald: Gefährlicher Felssturz und Erdrutsch

Im Zuge der Unwetter in Südtirol kam es am Samstag im Steinmannwald zu einem großen Felssturz und Erdrutsch. Das berichtet das lokale Nachrichtenportal Südtirol News. Der Landesfeuerwehrverband Südtirol hat dazu ein weiteres Video veröffentlicht.

A22: Brennerautobahn war zeitweise gesperrt

Das Wetter-Chaos sorgte für ein Verkehrs-Chaos: Die Brennerautobahn zwischen Bozen Süd und San Michele war am Wochenende zeitweise in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Im Land kam es zu Staus und Verzögerungen. Der Zugverkehr zwischen Bozen und Insbruck wurde unterbrochen

Regen-Rekord in Südtirol: Bis zu 110 Liter pro Quadratmeter

Seit Freitagnachmittag sind am Wochenende in Südtirol zwischen 80 und 110 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Damit hat es in 48 Stunden so viel geregnet wie normalerweise im ganzen Monat August, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Unwetter in Südtirol: So ist die Lage am Montag

In der Nacht von Sonntag auf Montag hat sich die Lage in Südtirol wieder entspannt und wird „von Minute zu Minute besser“, heißt es aus dem Lagezentrum des Zivilschutzes. Bei allen Messungen am Montag waren die Pegel der großen Flüsse in Südtirol wieder unter der Warnschwelle, berichtet die lokale Newsseite „Stol.it“.
Die zwischen Bozen Süd und San Michele gesperrte Brennerautobahn wurde um 5 Uhr wieder geöffnet. Auch die Gampenstraße ist den Informationen von „Stol.it“ zufolge wieder offen. Die Staatsstraße bei Atzwang ist jedoch weiterhin gesperrt. Der Zugverkehr bleibt bis auf Weiteres zwischen Waidbruck und Franzensfeste und zwischen Mezzocorona und Trient Nord unterbrochen, zudem auch die Zuglinie im Pustertal.

Unwetter in Italien: Weiter Einsätze in Venetien und Sizilien

Während es in Teilen Südtirols Zeichen der Entspannung gibt, traf der Katastrophenschutz in Verona in Venetien Vorkehrungen, um der anrollenden Flutwelle der Etsch zu begegnen. In dem Fluss würden Hunderte von Bäumen angeschwemmt, die der Sturm umgekippt hatte, hieß es.
Bei dem Unwetter in vielen Teilen Italiens war am Sonntag in der Toskana ein Baum auf ein Zelt in Marina di Massa gekippt, zwei Schwestern im Alter von drei und 14 Jahren starben.
Auf der Mittelmeerinsel Sizilien in Altofonte bei Palermo waren Feuerwehrleute am Montag weiter im Einsatz, um die Reste von Waldbränden zu löschen, wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb. Die Feuer, die vermutlich am Samstag an mehreren Stellen ausgebrochen waren und rund 200 Hektar Wald verkohlten, hatten den Ort in Gefahr gebracht. Hunderte Menschen mussten ihre Häuser räumen, durften aber nach Angaben der Agentur Adnkronos wieder zurückkehren. Am Montag waren die Flammen unter Kontrolle. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Brandstiftung.