Die Corona-Tests in Deutschland sind seit knapp einem Monat kostenpflichtig. Nur wenige Personengruppen bekommen noch kostenfreie Antigen-Schnelltests. Nun hat der Bund zurückgerudert, die Schnelltests sind ab 13.11.2021 angesichts der rapide steigenden Corona-Zahlen im Land wieder kostenlos.
  • Werden Corona-Tests wieder kostenlos?
  • Wer bekommt aktuell schon kostenlose Schnelltests?
  • Corona Tests kostenlos für Studenten, Geimpfte und Schwangere – wie ist die aktuelle Lage?

Corona-Schnelltests ab Samstag, 13.11., wieder kostenlos

Von diesem Samstag, 13.11., an sind wieder kostenlose Corona-Schnelltests für alle möglich. Das legt eine Verordnung des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) fest, die am Freitag verkündet wurde. Der Bund führt damit das vor rund einem Monat stark eingeschränkte Angebot der „Bürgertests“ wieder auf breiter Front ein. Damit haben alle mindestens einmal pro Woche Anspruch auf einen Schnelltest durch geschultes Personal - auch unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus. Bescheinigungen können auch als Nachweis bei Zugangsregeln dienen.

Corona-Test: Hier bekommt ihr die kostenlosen Tests

Dienstleister, die derzeit Testungen vornehmen, sollen den Angaben zufolge ihre Tätigkeit fortsetzen können. Zusätzlich dazu sollten aber anders als früher nur noch Sanitätshäuser oder Drogerien beauftragt werden. Eine Beauftragung weiterer Anbieter solle nicht mehr möglich sein. Hintergrund sei, dass eine erneute unkontrollierte Entstehung von Teststationen verhindert werden soll.
Spahn hatte deutlich gemacht, dass jetzt wohl ab Anfang kommender Woche nach und nach auch das Angebot vor Ort wieder ausgebaut werden dürfte und mehr Tests verfügbar werden. Nun können bestehende Anbieter die Arbeit fortsetzen. Die Länder können zudem weitere Testzentren beauftragen.
Mit dem Test-Angebot sollen Ansteckungen frühzeitig erkannt und verhindert werden. Die Infektionszahlen stiegen zuletzt steil an. Die Lage in den Kliniken spitzt sich zu. Das Robert Koch-Institut (RKI) fordert angesichts der Wucht der vierten Welle die Rückkehr zu massiven Einschränkungen. Es rief alle Bürger auf, ihre Kontakte zu reduzieren. Spahn forderte vor Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag ein schnelles Gegensteuern.

Tests wieder kostenlos: Verwirrende Corona-Regeln

Der geschäftsführende Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag) mit Blick auf das Treffen, er hoffe sehr auf bundeseinheitliche Regelungen. „Wir dürfen die Bevölkerung nicht länger verwirren.“ Das ganze Durcheinander könne doch niemand mehr verstehen. „Impfzentren auf, Impfzentren zu - Lohnfortzahlung bei Quarantäne ja, dann wieder nein - Test kostenfrei, Test kostenpflichtig. Ja, hat denn im Ernst jemand geglaubt, dass noch jemand sich auf eigene Rechnung testen lässt, wenn er danach in Quarantäne keine Lohnfortzahlung bekommt?“ Seehofer mahnte im Kampf gegen die vierte Welle eine gemeinsame Kraftanstrengung von scheidender Bundesregierung und möglicher Ampel-Koalition an.
Trotz der hohen Infektionszahlen wollen die potenziellen Regierungspartner SPD, Grüne und FDP die epidemische Lage von nationaler Tragweite am 25. November auslaufen lassen. Die bisherige Rechtsbasis für Corona-Beschränkungen soll durch ein neues Infektionsschutzgesetz ersetzt werden, das einen kleineren Katalog möglicher Corona-Maßnahmen rechtlich absichern soll. Über dieses Gesetz wird im Bundestag beraten.
„Die Corona-Lage ist dramatisch“, sagte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). „Wir benötigen neue und wirksame Maßnahmen.“ Die Debatte über das Ende der epidemischen Lage sei daher „missverständlich“. „Mit diesem Wort werden rechtliche Sonderbefugnisse der Regierung gemeint, die aber das Parlament ausfüllen kann. Und es geht um Maßnahmen wie Ausgangssperren, die inzwischen von Gerichten verworfen wurden.“
Lindner sagte weiter, Impfdurchbrüche und Infektionsdynamik begründeten „eine neue Lage, auf die reagiert werden muss“. „Deshalb werden wir unter anderem die kostenfreien Tests wieder einführen. Ihre Abschaffung war verfrüht.“ Und wenn bei der Beratung des neuen Infektionsschutzgesetzes im Bundestag „sinnvolle Ergänzungen vorgeschlagen werden, sind die Freien Demokraten auch immer dafür offen“.
Die Unionsfraktion will sich einem Medienbericht zufolge im Bundestag für eine Verlängerung der epidemischen Lage einsetzen. Auch drei Länder-Gesundheitsminister der Grünen sprechen sich für ihren Fortbestand aus - trotz der Pläne der möglichen Ampel-Regierung.

Kostenlose Corona-Tests: Wer muss nicht für einen Test zahlen?

Bestimmte Personengruppen bekommen Antigen-Schnelltests seit Beginn der Pandemie grundsätzlich kostenlos. Das sind:
  • Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können
  • Kinder unter 12 Jahren
  • 13- bis 17-Jährige
  • Schwangere
  • Stillende
  • Menschen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test brauchen
  • Teilnehmende einer Corona-Wirksamkeitsstudie
  • Genesene Personen, deren Corona-Infektion nicht länger als sechs Monate zurückliegt

2G-plus-Regel: Bald kostenlose Corona-Tests für Geimpfte?

Aktuell wird über die Anwendung der 2G-plus-Regel debattiert. Dort wo sie Anwendung finden könnte, wären weiterhin nur Geimpfte und Genesene zugelassen. Zusätzlich müssten sie jedoch neben ihrem Nachweis über Impfung und überstandene Corona-Infektion einen Nachweis über einen negativen Corona-Test vorlegen können. Konkret bedeutet das: Man bräuchte beispielsweise für den Zutritt in Pflegeheimen zwei Nachweise. Daher fordern einige Politiker zumindest kostenfreie Schnelltests für bereits Geimpfte oder Genesene.

Kostenlose Corona-Tests für Studenten

An den Hochschulen und Universitäten gelten die 3G. Sprich, um Vorlesungen zu besuchen, muss man geimpft, getestet oder genesen sein. Grundsätzlich müssen Studierende die Tests selbst bezahlen, außer sie können sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen. Auch Studierende aus dem Ausland, die sich für ein Studium in Deutschland aufhalten und mit in Deutschland nicht anerkannten Impfstoffen geimpft wurden, können sich bis zum 31. Dezember 2021 kostenlos per Schnelltest testen lassen. Ansonsten gilt auch für Studenten: Test bezahlen. Allerdings bieten einige Hochschulen und Universitäten kostenlose Tests für Studenten an.

Schnelltest, PCR-Test: Was kostet ein Corona-Test aktuell?

Bis auf ein paar Ausnahmen müssen Schnelltests seit dem 11. Oktober 2021 selbst bezahlt werden. Den Preis für die Antigen-Schnelltests legen die Anbieter fest. In Apotheken verlangt man 15 bis 30 Euro pro Test. Auch Testzentren, die Schnelltests oder PCR-Tests anbieten, dürfen frei über die Preisgestaltung entscheiden. Eine bundeseinheitliche Preisvorgabe ist nicht vorgesehen, einen Preisdeckel wird es nicht geben.
Die Kosten für einen PCR-Test liegen in der Regel zwischen 60 und 200 Euro. Der Preis variiert, je nachdem wie schnell das Testergebnis vorliegen soll. PCR-Tests, deren Ergebnis innerhalb weniger Stunden mitgeteilt werden soll, sind also deutlich kostspieliger.