Corona-Tests in BW kosten ab jetzt Geld. Zumindest für die meisten Menschen im Südwesten.Denn: Die Impfquote von Baden-Württemberg beträgt laut Impfdashboard aktuell 65,2 Prozent. Damit liegt das Bundesland im nationalen Vergleich im Mittelfeld. Impf-Vorreiter in Deutschland ist Bremen mit einer Quote von 79,3 Prozent. Angesichts der Sorge um steigende Infktionszahlen und schwerere Krankheitsverläufe bei ungeimpften Infizierten, soll der Druck auf Ungeimpfte erhöht werden, ihr Impfangebot doch noch wahrzunehmen. Die Maßnahmen im Umgang mit dem Coronavirus werden dementsprechend angepasst: Ab 11. Oktober werden Corona-Schnelltests kostenpflichtig.
  • Was werden die Corona-Tests ab 11.10.2021 in Baden-Württemberg kosten?
  • Wer hat noch Anspruch auf kostenlose Tests?
  • Wo werden überall Tests in BW benötigt?

Kostenpflichtige Tests in BW: Warum die Tests jetzt Geld kosten

Ungeimpfte werden für Verdienstausfälle wegen einer angeordneten Corona-Quarantäne im Normalfall nicht mehr entschädigt. Einen bundesweit einheitlichen Starttermin gibt es nicht, aber die Bundesländer wollen diese Regelung im Laufe des Oktobers umsetzen. Im Bund-Länder-Beschluss ist der 1. November 2021 als spätester Termin vorgesehen. In BW war man schneller. Dort gilt diese Regelung schon seit dem 15. September. Schon ab 11. Oktober müssen Schnelltests, die Ungeimpfte oft beim Zugang zu Restaurants oder Veranstaltungen brauchen, in der Regel selbst bezahlt werden.
Die Regierung will damit den Druck auf Impfunwillige erhöhen. Wer sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen will, obwohl für ihn ein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht, muss nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die finanziellen Konsequenzen tragen.
Der Gesundheitsminister betonte, dass 95 Prozent der Covid-19-Intensivpatienten ungeimpft seien. Das Pflegepersonal habe dadurch „sehr viel Mühe und Belastung, die nicht nötig wäre“. Es bleibe dennoch dabei, dass nicht nach dem Warum der Erkrankung gefragt werde und jeder behandelt werde, stellte Spahn klar.

Stuttgart

PCR Test und Schnelltest: So viel kosten Corona Tests in BW

Was der Schnelltest genau kosten, kann nicht einheitlich festgestellt werden. Der Grund: Die Hersteller und Testzentren können die Preise selbst setzen. Geschätzt werden die Kosten aber zwischen 15 und 30 Euro pro Test. Teststellen-Betreiber konnten pro Test 18 Euro abrechnen. Im Sommer, als die Tests weniger nachgefragt wurden, wurde das Geld aber auf 12,50 Euro gekürzt. PCR-Tests sind in der Regel um einiges teuer. Sie kosten zwischen 60 und 100 Euro.
Der Bund bezahlt seit März für jeden Bürger und jede Bürgerin mindestens einen Schnelltest pro Woche. Die Kosten belaufen sich dafür bei über drei Milliarden Euro.

Kostenpflichtige Tests: Wer muss nichts bezahlen?

Grundsätzlich darf sich jede Person weiterhin einmal wöchentlich kostenlos testen lassen, wer keine Impfung bekommen kann. Das betrifft folgende Personengruppen:
  • Kinder unter zwölf Jahren
  • Personen, die aus medizinischen Gründen keine Impfung bekommen können
  • Schwangere in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft
  • Personen, die wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne sind und zur Beendigung der Isolation einen negativen Test brauchen
  • Bis zum 31. Dezember: Alle Minderjährigen und alle Schwangere, alle Studierende aus dem Ausland, die mit nicht-anerkannten Impfstoffen geimpft wurden
  • Studienteilnehmer zur Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen

3G und 2G in BW: Wo werden Tests benötigt?

Für Ungeimpfte gilt in Deutschland seit 23. August eine erweiterte Testpflicht in Innenräumen. Wer weder geimpft noch genesen ist, muss sich vor dem Besuch im Restaurant, in der Kneipe oder Bar testen lassen. Liegt die Inzidenz unter 35, kann diese Regel laut der aktuellen Verordnung ausgesetzt werden. In manchen Bundesländern gelten jedoch eigene, veränderte und teils verschärfte Maßnahmen. In Baden-Württemberg gilt seit dem 16. September eine neue Corona-Verordnung. In dieser wurden klare Regeln für Ungeimpfte aufgestellt.
Wer in Baden-Württemberg den Außenbereich eines Gastronomie-Betriebs besucht, braucht bei geltender „Basisstufe“ in Baden-Württemberg als Ungeimpfter keinen Nachweis über einen negativen Corona-Test. Ohne Test ist es als Nicht-Geimpfter jedoch nicht möglich, im Innenbereich Platz zu nehmen. Im dreistufigen Warnsystem, das in der neuen Corona-Verordnung Baden-Württembergs verankert ist, wird die Warnstufe ausgerufen, wenn die Hospitalisierungsinzidenz an fünf Werktagen in Folge den Wert von 8 erreicht oder die Auslastung der Intensivbetten in den Kliniken an zwei Werktagen hintereinander den Wert von 250 erreichen. Ungeimpfte müssen auch im Außenbereich die 3G-Regel beachten. Im Innenbereich müssen nicht geimpfte Menschen sogar einen PCR-Test vorlegen.

Neue Corona-Verordnung in BW gilt ab dem 15.10.

Baden-Württemberg verschärft mit der neuen Corona-Verordnung die Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte in Unternehmen mit Publikumsverkehr. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etwa in der Gastronomie oder in Friseursalons müssen sich künftig zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen, wie das Sozialministerium am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Geimpfte und genesene Beschäftigte müssen sich nicht testen lassen. Bisher galt eine solche Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte mit Außenkontakt nur dann, wenn sich die Corona-Lage im Südwesten deutlich verschärft, also in der sogenannten Warn- und der Alarmstufe. Die neue Verordnung tritt an diesem Freitag, 15. Oktober in Kraft.
Schon länger bekannt ist, dass das Land auch größere Veranstaltungen ohne Maskenpflicht und Abstandsregeln erlaubt, wenn nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind. Mit diesem 2G-Optionsmodell, das es in einigen Bundesländern schon länger gibt, kann es auch wieder volle Säle und volle Fußballstadien geben. „Neben geimpften oder genesenen Personen sind auch Schülerinnen und Schüler sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, zugelassen“, schreibt das Ministerium. Bisher lag die Obergrenze für Großveranstaltungen bei maximal 25 000 Besuchern unter 3G-Bedingungen.

Impfquote in Deutschland: Mehr Menschen geimpft als angenommen

Die Impfquote unter den Erwachsenen in Deutschland ist einer neuen Erhebung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge höher als bislang angenommen. Es sei „in der Erwachsenenbevölkerung von einem Anteil mindestens einmal Geimpfter von bis zu 84 Prozent und einem Anteil vollständig Geimpfter von bis zu 80 Prozent auszugehen“, heißt es in der Auswertung des neuen Impfquoten-Monitorings. Deutschland könne nunmehr mit den 3G-Regeln (Geimpft, genesen, oder getestet) für Innenräume sowie den Schutzmasken in Bus und Bahn gut durch Herbst und Winter kommen, sagte Jens Spahn (CDU). Als verzichtbar nannte der Minister dagegen Corona-Regeln wie insbesondere die Aha-Regeln mit den Schutzmasken im Außenbereich. Spahn sieht mit der Entwicklung den Kurs von Bund und Ländern bestätigt, mit Vorsicht schrittweise zu mehr Freiheit und Normalität zu kommen. Er mahnte aber zugleich, die „eigentliche Anstrengung“ stehe noch bevor, wenn die Menschen in der kalten Jahreszeit wieder mehr drinnen sein würden.

Schnelltests: Keine Änderungen bei Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen

Keine Änderungen gibt es bei Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen. Bis Jahresende stellt das Land Schulen kostenlose Tests zur Verfügung. Kliniken und Pflegeheime dürften nicht-immunisierte Besucherinnen und Besuchern nicht an kostenpflichtige, externe Testangebote verweisen, teilte das Stuttgarter Ministerium mit. „In diesen Bereichen bleiben die Tests weiterhin kostenlos, denn die Bewohner und Patienten sind auf soziale Kontakte angewiesen und brauchen die Besuche“, erläuterte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Auch Arbeitgeber blieben verpflichtet, ihren Beschäftigten kostenlose Tests zu stellen.