Seit Anfang November gelten in Baden-Württemberg verschärfte Corona-Regeln für Ungeimpfte. Jetzt gilt vielerorts 2G oder 3G-plus. Auch die Kontaktbeschränkungen kehren wieder zurück. Grund dafür ist die Situatuion auf den Intensivstationen des Landes. Immer mehr Covid-19-Infizierte werden dort eingewiesen und die Corona-Zahlen steigen weiter an.
Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) erklärte, auch in Baden-Württemberg rolle die vierte Welle „mit voller Wucht“, die Intensivstationen in den Krankenhäusern füllten sich rasant - „in aller erster Linie mit ungeimpften Patientinnen und Patienten, aber auch immer mehr Menschen über 60 Jahren mit Impfdurchbrüchen kommen ins Krankenhaus“. Man sei „hochgradig alarmiert“.
Anfang November überschritt die Zahl der Patientinnen und Patienten, die mit einer Covid-19-Infektion intensivmedizinisch behandelt werden müssen, am zweiten Werktag in Folge die Marke von 250. Die Konsequenz: Die Landesregierung hat die Warnstufe für Baden-Württemberg ausgerufen.
  • Ab wann gilt die Warnstufe in BW?
  • Welche Corona-Regeln gelten jetzt in Baden-Württemberg?
  • Welchen Corona-Test braucht man als Ungeimpte*r wann und wo?

Corona Warnstufe BW: Aktuelle Corona-Regeln seit November

Die mit der Warnstufe zusammenhängenden Einschränkungen, vor allem für Nicht-Geimpfte oder -Genesene, sind am Mittwoch, 03.11.2021, in Kraft getreten.

2G oder 3G-plus im Restaurant, beim Sport und im Kino – Was gilt wo?

Die 2G-Regel gilt in Baden-Württemberg flächendeckend erst in der Alarmstufe. Diese ist noch nicht erreicht, wenn weniger als 390 Corona-Patienten auf Intensivstation liegen. In vielen Bereichen gilt in der nun ausgerufenen Warnstufe allerdings die 3G-plus-Regel. In folgenden Bereichen brauchen Ungeimpfte nun einen Nachweis über einen negativen PCR-Test:
  • In geschlossenen Räumen wie Theatern, Kinos, Stadtfesten, Betriebs- und Vereinsfeiern, etc.
  • In Kultureinrichtungen wie Galerien, Museen, Bibliotheken und Co.
  • Bei Messen, Ausstellungen und Kongressen
  • In der Gastronomie und Vergnügungsstätten (wie Restaurants, Kneipen, Imbisse, Spielhallen etc.)
  • Im Touristischen Verkehr, z.B. bei Schifffahrten, Seilbahnen und Busreisen
  • Bei der außerschulischen Bildung, also VHS-Kursen, Musikschulen und Co.
  • In Freizeiteinrichtungen wie Freizeitparks, Sportstätten, Bäder, Saunen und mehr
  • Beim Sport: Hier findet ihr die aktuellen Corona-Regeln, die beim Sport in den verschiedenen Bereichen gelten.

Corona-Alarmstufe in BW: Die Regeln dürften bald verschärft werden

Angesichts einer sich zunehmend verschärfenden Corona-Lage in Baden-Württemberg rechnet das Sozial- und Gesundheitsministerium schon in Kürze mit der Ausrufung der sogenannten Alarmstufe, die drastische Einschränkungen für viele ungeimpfte Menschen im Land nach sich ziehen würde. Mit Blick auf aktuelle Prognosen und Modellrechnungen der Universität Freiburg gehe man davon aus, dass möglicherweise schon Ende der Woche, „in jedem Fall“ aber Mitte November die Alarmstufe ausgerufen werden könnte, teilte eine Ministeriumssprecherin am Sonntag in Stuttgart auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
Derzeit gilt in Baden-Württemberg die sogenannte Corona-Warnstufe, die für viele Ungeimpfte bereits zahlreiche Beschränkungen mit sich bringt. Sollte die Zahl der Corona-Intensivpatienten im Land nun aber an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen sogar auf über 390 steigen, wäre die Alarmstufe als nächste Eskalationsschwelle erreicht - dann würden noch deutlich schärfere Maßnahmen ergriffen.
  • Die Corona-Verordnung sieht in diesem Fall landesweit die 2G-Regel etwa in Restaurants, Museen, bei Ausstellungen sowie den meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen vor.
  • Viele ungeimpfte Menschen hätten dann in vielen Bereichen keine Möglichkeit mehr, am öffentlichen Leben teilzunehmen - denn ein Nachweis aktueller PCR- oder Antigentests reicht nach Ausrufung der Alarmstufe in vielen Fällen nicht mehr.
  • Das wäre beispielsweise auch in vielen Bereichen auf Weihnachtsmärkten der Fall.
  • Ausnahmen von den harten Maßnahmen würden unter anderem für Kinder und Schwangere sowie Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, gelten.

Die Corona-Regeln in der Gastronomie werden am 11. und 12. November kontrolliert

Nach dem Auslösen der Corona-Warnstufe am Mittwoch will das Land die Einhaltung der strengeren Regeln vor allem in der Gastronomie kontrollieren. Alle Städte und Gemeinden seien dazu aufgerufen, am 11. und 12. November in Restaurants, Bars und Gaststätten vor allem die Einhaltung der 3G-Regel zu überprüfen, teilte das Sozialministerium in Stuttgart am Mittwoch mit. Mit der Warnstufe müssen Gäste, die ein Restaurant besuchen möchten, einen Nachweis über Impfung, Genesung oder einen negativen PCR-Test vorweisen. Zunächst hatte der „Südkurier“ berichtet.
Nach Angaben des Sozialministeriums soll mit der Aktion zur Einhaltung der strengeren Regeln sensibilisiert werden. Ein besonderes Augenmerk werde dabei auf der Kontrolle von PCR-Tests liegen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Booster-Impfung in BW – gegen steigende Coronazahlen in Baden-Württemberg

Die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg steigen weiter. Das Robert-Koch-Institut meldete für Mittwoch, 10.11., eine Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen von 296,9. Angesichts der aktuellen Entwicklung des Infektionsgeschehens sprechen sich sowohl Politiker als auch Mediziner für Booster-Impfungen aus. Wer bekommt in Baden-Württemberg eine dritte Corona-Impfung? Wie funktioniert die Terminvergabe für die Auffrischungsimpfung in BW? Wo kann man sich impfen lassen? Alle Infos im folgenden Artikel.

2G-Optionsmodell: Jeder in BW kann sich dafür entscheiden

Neu ist seit dem 28. Oktober in der Verordnung bereits das 2G-Optionsmodell. Die Wahl der 2G-Option haben grundsätzlich alle Lebensbereiche, zum Beispiel die Gastronomie, Kultur-, Freizeit- und sonstige Einrichtungen sowie Verkehrswesen, Messen, Handels- und Dienstleistungsbetriebe.

PCR-Test in BW: In diesen Fällen brauchen Ungeimpfte einen negativen Corona-Test

In der jetzt ausgerufenen Warnstufe müssen ungeimpfte und nicht-genesene Personen in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens einen PCR-Test vorlegen – insbesondere in Innenräumen. Das betrifft laut Gesundheitsministerium etwa Veranstaltungen, den Restaurant-, Messe- oder Kinobesuch, aber auch den Vereinssport in geschlossenen Räumen. Der PCR-Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. Mit der Warnstufe entfällt auch die Befreiung von der Maskenpflicht beim 2G-Optionsmodell für immunisierte Besucher sowie Be-schäftigte etwa von Restaurants.

Warnstufe BW mit Kontaktbeschränkungen – Drosten sieht Maßnahmen kommen

Christian Drosten ist nicht besonders optimistisch, was den Corona-Winter angeht: Er erwartet in der Pandemie „einen sehr anstrengenden Winter“ und hält auch neue Kontaktbeschränkungen für denkbar. „Wir haben jetzt im Moment eine echte Notfallsituation“, sagte der Leiter der Virologie in der Berliner Charité angesichts der Lage auf den Intensivstationen im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“. „Wir müssen jetzt sofort etwas machen.“

Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte in der Warnstufe BW

Ein Haushalt darf sich in der Warnstufe nur noch mit fünf weiteren Personen treffen – ausgenommen sind auch hier Geimpfte oder Genesene, Personen unter 18 Jahren sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder für die keine Impfempfehlung der Stiko besteht.
„Die erste kritische Marke ist erreicht, die Lage in den Krankenhäusern angespannt“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha. „Wir erleben derzeit eine Pandemie der Ungeimpften. Das sehen wir nicht nur an den getrennt ausgewiesenen Inzidenz-Werten, sondern auch auf den Intensivstationen.“ Dort liegen laut Lucha fast ausnahmslos nicht-geimpfte Patienten mit einem schweren Verlauf. Es sei deshalb klar, dass mit den Einschränkungen bei den Nicht-Geimpften angesetzt werden muss. Sie seien Treiber der Pandemie und sorgen für die Belastung des Gesundheitssystems.

Kommt die Maskenpflicht an Schulen früher zurück?

Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) schließt eine vorzeitige Rückkehr zur Maskenpflicht in den Klassenzimmern angesichts der steigenden Coronafälle bei Kinder und Jugendlichen nicht aus. Die Zahl der infizierten Schülerinnen und Schüler habe zuletzt parallel zum Anstieg des gesamten Infektionsgeschehens zugelegt, sagte sie am Donnerstag. In der Woche nach den Herbstferien würden die Ansteckungszahlen in den Schulen daher sehr genau beobachtet. „Dass wir dann auch kurzfristig die Maskenpflicht am Platz wieder einführen, behalten wir uns ausdrücklich vor“, sagte Schopper.
Im Südwesten müssen Schüler im Unterricht seit dem 18. Oktober keinen Mund- und Nasenschutz mehr tragen, wenn sie an ihrem Platz sitzen. Auch Lehrerinnen und Lehrer können unter bestimmten Voraussetzungen auf die Maske verzichten. Überall sonst im Schulgebäude muss weiterhin eine Maske getragen werden. Masken am Platz müssen laut Kultusministerium wieder getragen werden, wenn die Corona-Alarmstufe des Landes greift und zu viele Corona-Patienten auf den Intensivstationen liegen.

Warnstufe und Alarmstufe: Das Corona-Stufenmodell in Baden-Württemberg

Bereits mit der Corona-Verordnung im September 2021 wurden in Baden-Württemberg drei Stufen festgelegt:
  • Basisstufe: Zahlen und Grenzwerte der Warn- oder Alarmstufe landesweit nicht erreicht oder überschritten.
  • Warnstufe: 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz (Anzahl der stationär zur Behandlung aufgenommenen Patienten, die an Covid erkrankt sind, je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) zählt mindestens acht oder ab 250 Corona-Patienten auf den Intensiv-stationen.
  • Alarmstufe: 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz erreicht oder überschreitet zwölf oder ab 390 Corona-Patienten auf den Intensivstationen.