• Bund und Länder beraten am Dienstag auf dem Corona-Gipfel über die Maßnahmen
  • Der Lockdown soll nach Medienberichten verlängert werden.
Die Corona-Zahlen in Deutschland sind weiter hoch, die Auswirkungen der Lockerungen zu Weihnachten noch klar. Am Dienstag treffen sich Bund und Länder erneut zum Corona-Gipfel, am Montag berieten die Kultusminister der Länder über eine mögliche Öffnung von Schulen und Kitas.

Werden die Schulen geöffnet? Das wurde beschlossen

Die Kultusminister beschlossen am Montag einen Stufenplan, der abhängig vom jeweiligen Infektionsgeschehen zunächst jüngeren Schülern wieder Präsenzunterricht ermöglichen soll. Für die Abschlussklassen sollen weiterhin Ausnahmen vom Distanzunterricht möglich sein.
Eine längere Aussetzung des Präsenzunterrichts bleibe nicht ohne negative Folgen für die Kinder, heißt es im Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK). Eine schnelle Wiederaufnahme des Schulbetriebs sei daher von großer Bedeutung. Sollte es zu Lockerungen des im Dezember beschlossenen Lockdowns kommen, „müssen die Schulen von Anfang an dabei sein“.
In einer zweiten Stufen soll dann für Schüler ab Klasse sieben Wechselunterricht in geteilten Klassen möglich sein, in einer dritten Stufe folgt dann wieder Präsenzunterricht für alle. Die Abstimmung der Kultusministerkonferenz soll als Vorlage dienen für die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Bundesländer am Dienstag.

Corona Schule BW: Eisenmann trägt Beschluss mit

Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann hatte zuvor für für eine Öffnung der Grundschulen und Kitas in Baden-Württemberg ab dem 11. Januar plädiert. Für diesen Vorstoß erntete sich allerdings schnell Kritik. Sowohl der Elternbeirat in Baden-Württemberg, als auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprachen sich gegen die Öffnung von Schulen in Baden-Württemberg aus. Eisenmann trägt nun den Beschluss der KMK mit.

Corona Schule Bayern: Das sagt Söder zur Öffnung der Schulen

Wann fängt die Schule in Bayern wieder an? Das fragen sich Lehrer, Kinder und Eltern vor dem nächsten Corona-Gipfel. Einer schnellen Öffnung der Schulen für den Präsenzbetrieb erteilten Ministerpräsident Markus Söder und Kultusminister Michael Piazolo eine Absage.

Thüringen will Winterferien vorziehen

Thüringen hat zu Beginn des Jahres mit hohen Infektionszahlen zu kämpfen. Die Inzidenz dort ist die zweithöchste in Deutschland. Deshalb spricht sich Ministerpräsident Bodo Ramelow für eine Verlängerung des Lockdown aus. Thüringen will  außerdem die Winterferien vorziehen. Das kündigte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Montag im Mitteldeutschen Rundfunk an. Die Ferienwoche soll nach seinen Angaben auf die letzte Januarwoche vorverlegt werden. Bis dahin gebe es Unterricht zu Hause.

Schulöffnung Sachsen? Kretschmer gegen Öffnung der Schulen

Kein Bundesland ist aktuell so sehr von der Corona-Krise betroffen wie Sachsen. Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht eine Öffnung der Schulen deshalb kritisch. Mit Eltern und Lehrern, aber auch mit den Kindergärten müsse darüber gesprochen werden, dass die Einrichtungen noch für eine gewisse Zeit geschlossen bleiben müssten, um das Bewegungsgeschehen weiter zu reduzieren, sagte Kretschmer.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin für geschlossene Schulen

Auch Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) wollte die Schulen in ihrem Land zunächst weiter geschlossen lassen. „Angesichts des Infektionsgeschehens und der unsicheren Datenlage bin ich Schulöffnungen im Präsenzunterricht zum 11. Januar gegenüber sehr skeptisch“, sagte sie der „Bild“-Zeitung (Montagsausgabe). „Jetzt kommt es darauf an, die Fortschritte des digitalen Lernens auszuschöpfen.“

Wann öffnen die Schulen? Bundesbildungsministerin Karlicek hält Präsenzunterricht für nicht vorstellbar

Die Menschen in Deutschland müssen wegen der Corona-Pandemie mit noch längeren Einschränkungen ihres Lebens und weiterhin geschlossenen Schulen nach den Weihnachtsferien rechnen. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag), eine vollständige Rückkehr zum Präsenzunterricht in allen Jahrgängen sei aufgrund der derzeitigen Infektionslage „nicht vorstellbar“. Am Dienstag beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über die Corona-Lage in Deutschland. Sorge bereitet insbesondere eine Mutation des Coronavirus.

Video Karliczek: Präsenzunterricht derzeit nicht vorstellbar

Lehrerverband für eingeschränkten Präsenzbetrieb

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte, den Lockdown in den Schulen mindestens solange zu verlängern, bis klar sei, wie sich Silvester auf die Corona-Infektionszahlen auswirke. Die Bundesländer sollten deshalb die Schulschließungen um „mindestens eine Woche“ verlängern, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Dem Sender RTL sagte sie, Wechselunterricht sei „das Gebot der Stunde“.
Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hält Wechselunterricht für „das Maximale, was möglich ist“. Für Grundschulen und Abschlussklassen sei das ein denkbares Modell, sagte Meidinger im Bayerischen Rundfunk. Der Bundeselternrat forderte die Länder in den RND-Zeitungen auf, konsequent auf geteilte Klassen und Wechselunterricht zu setzen.

Schülervertreter fordern Schule im Wechselmodell

Die Bundesschülerkonferenz fordert einen Start der Schulen nach dem 10. Januar im Wechselmodell. „Wir müssen die Schulen jetzt auf Wechselmodelle vorbereiten und jüngere Schülerinnen und Schüler sowie Abschlussklassen hierbei bevorzugen“, sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, am Montag anlässlich der Beratungen der Kultusminister zur Corona-Lage. Außerdem forderte er einen Nachteilsausgleich für die anstehenden Abschlussprüfungen.

Lauterbach kritisiert Vorschlag zu Schulöffnungen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat den Vorschlag, die Schulen in Baden-Württemberg ab dem 11. Januar wieder zu öffnen, scharf kritisiert.
Sollte Unterricht wieder in den Schulen stattfinden, wäre die gesamte Arbeit der vergangenen Wochen umsonst gewesen, sagte Lauterbach am Samstag dem Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden. Er richtete sich damit gegen den Vorschlag von Kultusministerin Susanne Eisenmann.