• Die Corona-Zahlen in Bayern steigen immer weiter an
  • Die Inzidenz hat laut RKI am 31.10.2021 200 überschritten und liegt jetzt bei 248,9
  • In manchen Regionen in Bayern liegt der Inzidenzwert über 500. In Mühldorf am Inn sogar bei über 650
  • 3G-plus und 2G-Regel: Welche neuen Corona-Regeln kommen?
  • Zudem gilt ab 2. November eine verschärfte Quarantäne-Pflicht
Die derzeit vom Anstieg des Corona-Infektionsgeschehens besonders betroffenen Gegenden in Südbayern haben sich zusammengetan und ihre Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie deutlich verschärft. Das teilte die Stadt Rosenheim am Freitag mit.

Die FFP2-Maske ist wieder Pflicht in Rosenheim, Mühldorf, Berchtesgaden und Miesbach

In den Landkreisen Mühldorf am Inn, Altötting, Traunstein, Berchtesgadener Land und Miesbach sowie in Stadt und Landkreis Rosenheim gilt ab 1. November überall dort, wo bisher Maskenpflicht besteht, die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Das gilt unter anderem für Supermärkte, Freizeiteinrichtungen sowie für Busse und Bahnen.

Im Süden Bayerns werden die Corona-Regeln verschärft

Wer nicht geimpft oder genesen ist (2G), erhält keinen Zutritt mehr zu Diskotheken und Clubs. Ein negativer PCR-Test ersetzt den Nachweis der Impfung oder der überstandenen Erkrankung ausdrücklich nicht mehr. In Rosenheim stehe die Krankenhaus-Ampel, die bayernweit noch grünes Licht zeigt, regional inzwischen auf Rot. „Die jetzt getroffenen Maßnahmen sind angesichts der hohen Belastung der RoMed-Kliniken mit Covid-Patienten leider unumgänglich“, sagte Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU). Er räumte ein, dass die Impfbereitschaft in seiner Stadt im Vergleich zum landesweiten Mittel unterdurchschnittlich entwickelt sei und rief seine Mitbürger zur Impfung auf.

Härtere Corona-Maßnahmen: Kommt die Maskenpflicht in der Schule zurück?

Angesichts explodierender Corona-Zahlen müssen Schülerinnen und Schüler in Bayern nach den Herbstferien - also ab 8. November - voraussichtlich auch im Unterricht wieder Masken tragen. Endgültig soll dies in einer Sondersitzung des Kabinetts in der kommenden Woche beschlossen werden. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag in München an. Auch die Dauer der Maskenpflicht soll nächste Woche beraten werden.
Die Maske sei die schnellste und einfachste Form des Schutzes, sagte Söder. Schon nach den Sommerferien hatten Schülerinnen und Schüler auch am Platz Masken tragen müssen - diese umfassende Pflicht war dann aber nach einigen Wochen wieder wie geplant ausgelaufen.

Quarantäne in Bayern: Freitesten ab fünf Tagen nicht möglich

In Bayern gelten wieder verlängerte Corona-Quarantänezeiten. Enge Kontaktpersonen eines mit dem Coronavirus infizierten Menschen müssen vom 2. November an wieder mindestens sieben Tage isoliert leben, bevor sie sich mit einem PCR- oder Antigenschnelltest freitesten können. Auch dürfen sie keine typischen Krankheitszeichen für Covid-19 haben. Bisher war das freitesten nach fünf Tagen Quarantäne möglich. Als Gründe für die strengeren Regeln wurden unter anderem die sprunghaft gestiegenen Infektionszahlen genannt.
Zudem habe sich bei einer Quarantänedauer von fünf Tagen gezeigt, dass sich die Infektionsketten häufig nicht unterbrechen ließen, heißt in der neuen Allgemeinverfügung. „Dies ist darin begründet, dass häufig Infektionen erst nach dem fünften Tag oder später nachgewiesen werden können.“ Die Inkubationszeit betrage bis zu 14 Tage.
In Regionen mit vielen Infektionen könne die zuständige Kreisverwaltungsbehörde auch von den Vorgaben abweichen, hieß es. Die Quarantänedauer von engen Kontaktpersonen dürfe etwa per Allgemeinverfügung verlängert werden. „Dies kann beispielsweise durch das Entfallen der Möglichkeit der vorzeitigen Freitestung aus der Quarantäne für enge Kontaktpersonen erfolgen.“
Für vollständig Geimpfte und Genesene mit einer Impfung, die mittels PCR-Methode positiv auf das Virus getestet wurden, ist nun ebenfalls eine mindestens siebentägige Quarantäne vorgeschrieben. Erst dann sei ein Freitesten möglich, insofern sie keine Symptome hätten.

Gibt es in Bayern einen neuen Lockdown?

Söder betonte, es werde keinen generellen Lockdown geben - könne es auch gar nicht geben, weil die Mehrzahl der Menschen geimpft sei. Auch für Menschen ohne Corona-Impfschutz soll es keinen Lockdown geben. Das hatte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung am 26.10.2021 in München bereits klargestellt. Mehr Infos dazu gibt es im folgenden Artikel:

München

Corona-Regeln Bayern: Wo gilt 2G, wo 3G?

Speziell für Corona-Hotspots im Freistaat stellte Söder aber, quasi als regionale Nachjustierung der sogenannten Krankenhaus-Ampel, schärfere Zugangsregelungen zu bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens in Aussicht: Aus der sogenannten 3G-Regel könnte 3G plus werden, und aus 3G plus dann 2G, erklärte er.
Das würde bedeuten, dass bei bestimmten Dingen nur noch Geimpfte und Genesene Zugang haben (2G) oder alternativ ein PCR-Test zwingend ist (3G plus). Dies könnte beispielsweise dort angewandt werden, wo die Klinken überlastet sind, erklärte Söder. Bis kommende Woche solle dies abschließend beraten und dann vorgestellt werden. Zudem kündigte er schärfere Kontrollen all dieser Regeln an.

Krankenhaus-Ampel Bayern: Forderung nach Neufassung für 3G-plus und Co.

Bayerns Landkreise fordern angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen eine Neufassung der bayerischen Pandemie-Regeln. „Wir brauchen eine Regionalisierung der Krankenhausampel. Damit wäre es vor Ort möglich, die FFP2-Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und eine 3G-Plus-Regelung in Kraft zu setzen. Das bedeutet ausschließlich PCR-Test“, sagte der Präsident des Bayerischen Landkreistags, Christian Bernreiter (CSU), am Donnerstag bei einer Konferenz aller 71 Landrätinnen und Landräte in Dachau bei München.

Krankenhaus-Ampel in Bayern teilweise dunkelrot

Auch wenn die bayernweite Krankenhausampel weiter auf Grün stehe, seien die Landkreise in vielen Regionen in äußerster Alarmbereitschaft. Es gebe bereits Regionen, in denen sie längst dunkelrot leuchtet, da dort kein einziges freies Intensivbett mehr zur Verfügung stehe. „Die Behandlung von Covid-Patienten ist wesentlich aufwendiger und zeitintensiver. Das belastet unsere Leute in den Krankenhäusern seit Monaten“, betonte Bernreiter.

Söder kritisiert geplantes Ende von „epidemische Lage von nationaler Tragweite“

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident das geplante Auslaufen der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ kritisiert. „Was anderes als das, was jetzt stattfindet, ist eine epidemische Lage?“, fragte Söder am Donnerstag in München mit Blick auf die bundesweit wieder steigenden Zahlen. Die Diskussion sei schwer nachzuvollziehen.
Das Auslaufen der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ war von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt worden, die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP wollen dies im Bundestag auch vollziehen. Bis zum Frühjahr sollen den Ländern aber weniger umfassende Vorgaben möglich sein. Spätestens am 20. März soll es dann allerdings das Aus für sämtliche Corona-Beschränkungen geben.
Söder sagte dazu, es sei wenig zielführend, nun das Datum 20. März zu nennen. Schließlich könne keiner eine Gewähr dafür abgeben, was am 20. März sein werde. Die Ampel-Parteien sollten nun bald mit den Ländern reden: „Es wäre sinnvoll, dass wir möglichst bald zwischen Bund und Ländern zusammenkommen und beraten, wie das weitergeht.“