• Der harte Lockdown in Deutschland wird bis zum 7. März verlängert.
  • Öffnung von Läden erst ab stabiler Inzidenz von 35
Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben sich beim Corona-Gipfel 10.02.21 auf einen neuen Zielwert von einer Inzidenz von 35 geeinigt. Somit sollen erst ab einem Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über sieben Tage weitere Öffnungsschritte über die nun beschlossenen hinaus erfolgen dürfen. Damit gilt für Geschäfte, Gastronomie und Kultureinrichtungen ein längerer Lockdown. Der bisherige Zielwert war 50.

Öffnung von Geschäften und Läden? Kretschmann stellt Lockerung in Aussicht

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fasst eine baldige Öffnung des Einzelhandels ins Auge. „Sollten wir stabil die 35 erreichen, das heißt, sollten wir diese Inzidenz im Land über mehrere Tage – zwischen drei und fünf Tagen am Stück – unterschreiten, dann werde ich weitere Öffnungsschritte veranlassen“, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

Inzidenz: Weitere Öffnungen erst ab einem 7-Tages-Wert von 35

Der Einzelhandel, Museen und Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen dürfen nach dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom Mittwoch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 unter strengen Auflagen Türen wieder öffnen. Der Wert muss aber drei Tage unter 35 bleiben, bevor die Lockerung in Kraft tritt.
Wie die Regel ganz konkret aussieht, ist auch nach Veröffentlichung der neuen Corona-Verordnung Baden-Württemberg unklar. Gilt die Regel dann bei einem landesweiten Wert oder werden Landkreis einzeln betrachtet? „Gehen Sie mal davon aus, dass es die Landkreise betrifft“, sagte ein Sprecher des Staatsministeriums.
Das Problem ist der Shopping-Tourismus aus Nachbarlandkreisen mit höherer Inzidenz. Dafür werde jetzt in den Ministerien nach einer Lösung gesucht.

Welche Städte und Landkreise sind derzeit unter bzw. über dem neuen Grenzwert von 35?

Öffnung des Einzelhandels: Corona-Brandbrief von Boris Palmer an Merkel

Drei Oberbürgermeister aus Baden-Württemberg, darunter der Tübinger OB Boris Palmer, wenden sich in einem dringenden Appell erneut an Kanzlerin Angela Merkel (CDU), den Einzelhandel wieder zu öffnen. Die drei Stadtoberhäupter schlagen konkret vor, dass Städte mit einer Inzidenz unter 35 sofort den Anfang machen dürfen und Innenstadtbezirke komplett öffnen können, wenn ein negativer Schnelltest vorgewiesen werde.

Handelsverband Baden-Württemberg fordert Öffnungsperspektive

Die Einzelhändler in Baden-Württemberg hatten vor dem Bund-Länder-Gipfel (Mittwoch, 10. Februar) zu den Corona-Maßnahmen auf ein Ende generell verordneter Ladenschließungen gedrängt. „Der Handel braucht dringend eine Öffnungsperspektive. Ohne die geht es nicht“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, Sabine Hagmann. „Der aktuelle harte Lockdown darf nicht ohne eine klare Öffnungsperspektive für die Händler fortgesetzt werden.“ Ein Festhalten an den bisherigen „pauschalen und mit der Gießkanne erlassenen Maßnahmen“ über den 14. Februar hinaus wäre nicht nachvollziehbar, sagte sie.