Bayern war in den vergangenen Wochen das einzige Bundesland mit Corona-Hotspots. Doch mit Hamm hat am Dienstag auch erste Stadt in Nordrhein-Westfalen die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über sieben Tage überschritten. Am Mittwoch lag nach Angaben des RKI die 7-Tage-Inzidenz mit 80,4 weit über dem Grenzwert.

Corona in NRW: 7-Tage-Inzidenz in Hamm über kritischem Wert

In Hamm ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich über eine kritische Marke gestiegen. Nach Angaben der Stadt sind 87,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage registriert worden. Das teilte die Stadt Hamm auf ihrer Internetseite mit. Die Zahlen unterscheiden sich aufgrund von Verzögerungen bei der Meldung von denen des RKI. Zuletzt hatten sich demnach bei einer Hochzeitsfeier 99 Menschen infiziert. Bei der Feier waren 236 Gäste aus Hamm.

Corona-Zahlen in Hamm: So viele Neuinfektionen gibt es laut Stadt

Die Stadt Hamm meldete am Montag folgende Zahlen (22.09, 12:00 Uhr):
  • Zahl der aktiven Fälle: 164
  • Zahl der Neuinfektionen: 31
  • Zahl der Toten: 38
  • Zahl der Genesenen: 694
  • Menschen in Quarantäne: 1757
  • Fälle pro 100.000 Einwohner über sieben Tage: 87,1

Corona-Zahlen in Hamm: So viele Neuinfektionen gibt es laut RKI

Das Robert Koch Institut (RKI) meldete am Mittwoch folgende Zahlen für die Stadt (Stand 23.09., 0:00 Uhr). Die Zahlen unterscheiden sich aufgrund von Verzögerungen bei der Meldung von denen der Stadt:
  • Zahl der Infizierten: 888
  • Zahl der Neuinfektionen: 32
  • Zahl der Toten: 38
  • Fälle pro 100.000 Einwohner über sieben Tage: 80,4
  • Einwohner: 179.111

Corona-Regeln Hamm: OB Thomas Hunsteger-Petermann verschärft Corona-Maßnahmen

Aufgrund der stark steigenden Zahl an Neuinfektionen hat die Stadt neue Corona-Regeln beschlossen. Das gilt nun in Hamm:
  • Feiern und Veranstaltungen: Private Feiern mit geselligem Charakter (z. B. runde Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen) sind ab sofort ab einer Teilnehmerzahl von 25 Personen anzeigepflichtig. Ab 50 Teilnehmern bis zur Obergrenze von 150 Teilnehmern müssen Feiern von der Stadt Hamm genehmigt werden.
  • Sportveranstaltungen: Bei Sportveranstaltungen dürfen ab sofort maximal 150 Zuschauer zugelassen werden.
  • Absage von Veranstaltungen: Das GenussFest und der verkaufsoffene Sonntag in der Hammer Innenstadt, die für den 27. September geplant waren, werden abgesagt.
  • Testzentrum: Die Stadt Hamm hat für mögliche Reihentests zum Beispiel von Schulen oder Kitas ein Testzentrum in der Alfred-Fischer-Halle eingerichtet

Corona in NRW: Remscheid, Köln und Gelsenkirchen mit steigenden Corona-Zahlen

Mit Remscheid hat eine weitere Stadt in NRW den Grenzwert gesprengt. Damit hat Nordrhein-Westfalen am Mittwoch mehr Corona-Hotspots als Bayern. Auch in anderen Städten in NRW liegt der entsprechende Wert weiter über der Zahl 35:
  • Gelsenkirchen liegt nach Angaben des RKI am Mittwoch bei 39,1.
  • Remscheid liegt bei 51,4.
  • Für Köln betrug der Wert am Mittwoch 33,3.
  • Der Oberbergische Kreis stagnierte bei 29,7.
Am Montag wollten die Behörden entscheiden, ob in Hamm, Gelsenkirchen und Remscheid wieder striktere Beschränkungen eingeführt werden. In Köln solle am Dienstag der Krisenstab zusammentreten, teilte ein Sprecher mit.

NRW erlaubte im September 50 Großveranstaltungen - Auch in Hamm und Köln

Die NRW-Landesregierung hat seit Inkrafttreten der jüngsten Corona-Schutzverordnung sämtliche beantragten Großevents mit mehr als 1000 Teilnehmern genehmigt (Stand: 22. September, 11 Uhr). Das ergab eine Anfrage der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Mittwoch) beim NRW-Gesundheitsministerium von Karl-Josef Laumann (CDU).
Konkret handelt es sich um:
  • acht Shows und Feste
  • 26 Märkte
  • drei Messen
  • neun Sportveranstaltungen
  • vier sonstige Veranstaltungen.
18 davon hatten bis zu 2000 Teilnehmer, 23 Veranstaltungen zwischen 2000 und 5000 und neun mehr als 5000. Zu den Veranstaltungsorten gehören auch die derzeit stark betroffenen Städte Hamm und Köln. Daneben wurden Events in Aachen, Balve, Bielefeld, Bad Salzuflen, Bochum, Bonn, Bornheim, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Gütersloh, Herford, Krefeld, Langenfeld, Mechernich, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Paderborn, Rheinberg, Würselen und Zülpich erlaubt.

Corona Regeln NRW: Laschet schließt landesweite Verschärfung der Corona-Auflagen aus

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat eine landesweite Verschärfung der Corona-Auflagen trotz der steigenden Infektionszahlen vorerst ausgeschlossen. „Wir wollen keinen flächendeckenden Lockdown in NRW“, sagte Laschet am Dienstag auf dem Wasserschloss Anholt in Isselburg. Bisher seien die Infektionsketten rückverfolgbar. Es werde daher weiter lokal reagiert, wie etwa in Hamm, wo die Auflagen verschärft worden seien. „Nein, neue Regeln brauchen wir nicht“, sagte Laschet. „Aber es wäre gut, wenn sich alle an die Regeln halten würden.“ Wenn es – wie in Hamm - Verstöße gebe, müsse darauf mit Ordnungswidrigkeitsverfahren reagiert werden. „Wenn es in Hamm Probleme gibt, muss man aber nicht Menschen in der Eifel und im Sauerland dafür leiden lassen.“

Coronavirus in Deutschland: Hotspots machen Sorge für Herbst und Winter

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen wächst die Anspannung vor dem nahen Herbst und Winter. Die Bundesregierung ruft zu „höchster Achtsamkeit“ auf und bereitet weitere Regelungen vor, die auch auf mehr Testmöglichkeiten zielen. Politik und Bürger hätten es jetzt in der Hand, „ob sich die Infektionszahlen wieder unkontrolliert ausbreiten“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Deutschland sei „in einer Phase der Pandemie, in der sich entscheiden wird, wie wir in diese Winter- und Herbstmonate hineingehen“. In einigen Regionen wappnen sich Kommunen bereits für Krisenmaßnahmen.

Corona in Bayern: München verschärft Regeln

Die kritische Marke bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz liegt bei 50. Steigen die Zahlen über diese Marke, sollen Kreise und Kommunen mehr Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben einführen. Am Montag wurde zudem bekannt, dass in München voraussichtlich neue Beschränkungen in Kraft treten, sollte dieser Wert weiterhin überschritten werden. Dazu zählen eine erweiterte Maskenpflicht an bestimmten Orten und Kontaktbeschränkungen.