• Der Lockdown gilt aktuell bis zum 14.Februar
  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprich sich gegen frühe Lockerungen aus
Es ist ein klares Nein: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat einer umfassenden Lockerung des harten Lockdowns ab Mitte Februar eine Absage erteilt. Mit Blick auf den nächsten Corona-Gipfel warnte er am Montag vehement vor einem „überstürzten Lockerungswettbewerb“ und einem neuen Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen auch innerhalb einzelner Länder. Fehler müsse man vermeiden. „Es geht nach wie vor um viele Menschenleben.“

Auch Angela Merkel spricht sich gegen Lockerungen des Lockdowns in Deutschland aus

Eine Woche vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie hat Kanzlerin Angela Merkel eine Lockerung der Lockdowns abgelehnt. Sie bitte alle Menschen, „noch eine Weile durchzuhalten“, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“. Zwar gebe es jetzt bundesweit eine Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. „Das ist eine gute Leistung, da waren wir lange nicht. Aber damit haben wir noch nicht wieder die Kontrolle über das Virus durch die Gesundheitsämter.“
Daran müsse weiter gearbeitet werden, betonte Merkel. Lockerungen werde es aber nicht erst geben, wenn alle Bürger geimpft seien. „Das ist nicht der Weg, den wir anstreben.“

Corona in Deutschland: Thüringen beschließt Verlängerung des Lockdowns

Thüringen verlängert den strengen Lockdown bis zum 19. Februar. Das beschloss das Kabinett am Dienstag, wie ein Regierungssprecher in Erfurt mitteilte. Die aktuelle Corona-Verordnung unter anderem mit strengen Kontaktbeschränkungen und einer weitgehenden Schließung des Einzelhandels galt bislang bis zum 14. Februar und wird nun um fünf Tage verlängert.
Begründet wurde dies mit der Coronalage im Freistaat sowie mit den für die kommende Woche geplanten Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder. Die Beschlüsse der für den 10. Februar vorgesehenen Ministerpräsidentenkonferenz sollten dann in die neue Landesverordnung einfließen, sagte der Regierungssprecher. Zudem solle der Landtag mit einbezogen werden.
Thüringen ist das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz. Die Zahl der Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt aktuell bei 156,6.

Wann wird über Lockdown neu entschieden? Nächster Corona-Gipfel am 10. Februar

Bei der nächsten Konferenz, am 10. Februar, werde man sich die aktuellen Entwicklungen anschauen, sagte der CSU-Vorsitzende vor einer Videoschalte des Parteivorstands in München. Söder fügte aber bereits hinzu: „Jeder, der erwartet, dass danach die großen Öffnungen in breiter Form stattfinden können –das ist aus meiner Sicht derzeit nicht verantwortbar.“ Söder mahnte eindringlich zur Geduld – auch deshalb, weil die britische Virusmutation immer stärker hierzulande nachgewiesen werde. „Und wenn jetzt ein überstürzter Lockerungswettbewerb stattfindet, dann droht uns tatsächlich ein schwerer Rückschlag“, warnte er. Wer bei einer Siebe-Tage-Inzidenz von 90 öffne, der werde innerhalb kürzester Zeit wieder bei 150 sein.

Söder bremst Hoffnungen auf schnelle Öffnungen

„Es ist jetzt nicht die Zeit, über große Lockerungen zu reden – sondern lieber gründlich, länger, konsequent, dafür dann mit der größten Herausforderung durch sein“, mahnte der Ministerpräsident. Öffne man zu viel zu früh, wären die Folgen noch gar nicht absehbar.
„Es wird dann wirklich größer und breit geöffnet, wenn die Zeit dafür reif ist. Und die Zeit ist dann dafür reif, wenn die Inzidenzen entsprechend niedrig sind“, sagte Söder. Konkret betonte er mit Blick auf die bisher angepeilte Sieben-Tage-Inzidenz von 50: „Auch 50 ist eine gute Orientierung - aber noch nicht automatisch die Zahl, ab der man alles wieder so machen kann wie vorher.“ Vergangenes Jahr habe man in Bayern erst bei einer Inzidenz unter 10 breiter gelockert.

Söder will in Bayern zuerst Schulen und Kitas öffnen

Söder forderte zudem möglichst einheitliche Regeln, auch innerhalb einzelner Länder. „Es braucht gleiche, gerechte und verständliche Regeln für alle.“ Einen „unendlichen Flickenteppich“ dürfe es nicht geben. Unterschiedliche Regeln gefährdeten die Grundakzeptanz.
Und wenn man an Öffnungen denke oder diese umsetze, dann hätten Schule und Kitas Priorität - mit hohen Vorsichtsmaßnahmen wie Tests.

Spahn für Lockerungen vor Ostern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat für eine Lockerung der Corona-Beschränkungen noch im Winter plädiert. "Wir können nicht den ganzen Winter in diesem harten Lockdown bleiben", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). "Das würden wir nicht gut aushalten als Gesellschaft." Bei den Lockerungen seien "auf jeden Fall zuerst Kitas und Schulen dran", betonte er. Spahn nannte die Zahlen "ermutigend". Er ließ aber offen, ob Lockerungen bereits ab Mitte Februar kommen könnten. Es lasse sich "noch nicht abschließend sagen, wo wir am 14. Februar stehen".
Jens Spahn mach Hoffnung auf Lockerungen im Winter. (Archivbild)
Jens Spahn mach Hoffnung auf Lockerungen im Winter. (Archivbild)
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Verlängerter Lockdown: Wie geht es weiter? Spahn gegen Stufenplan

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Hoffnungen auf einen langfristigen Stufenplan zur Lockerung der Corona-Eindämmungsmaßnahmen gedämpft. „Alle wünschen sich einen Sechs-Monats-Plan, aber den kann es halt in dieser Dynamik, in dieser Pandemie nicht geben“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“. Es gehe nur „Zug um Zug“ - und dabei stünden noch einige harte und schwere Wochen bevor. Zuvor hatten Bundesländer wie Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Thüringen einen solchen Plan beschlossen.

Kita-Ampel für Öffnung? Bund und Länder zum Stufenplan von Giffey

Corona Zahlen Bayern

Die bayrischen Kreise an der Grenze zu Tschechien sind weiter die Hotspots in Deutschland. Der Kreis Tirschenreuth hat mit 391 nach Angaben des RKI von Montag, 8.2.21, die höchste Inzidenz in Deutschland. Der Kreis Wunsiedel im Fichtelgebirge mit 304,2 die zweithöchste Inzidenz. Bayernweit liegt die Inzidenz mit 76,7 aber relativ niedrig.

Bayerischer Schulgipfel am 8.2.

Viele Schüler stellen sich in diesem Corona-Schuljahr die Frage: Trotz Stofflücken in die nächste Klassenstufe vorrücken oder lieber freiwillig wiederholen? Auch darum geht's beim bayerischen Schulgipfel.