In Israel steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Tagen stark an. Die Zahl der Todesfälle in Israel im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion hat die Marke von 1000 überschritten.

Corona in Israel: Über 1000 Tote

Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte, sind siet Beginn der Pandemie 1010 Menschen gestorben. Am Samstag seien 1493 neue Infektionsfälle registriert worden. Die Zahl der Tests war allerdings an dem Ruhetag mit rund 15.000 etwa halb so groß wie an normalen Wochentagen. Am Mittwoch war mit 3168 Fällen ein neuer Rekordwert verzeichnet worden. Der Anteil der positiven Tests steigt immer weiter. Er lag am Sonntag bei zehn Prozent. Am Montag teilte das Ministerium mit, am Vortag seien 2157 neue Fälle registriert worden. Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 131.641 Menschen in Israel nachgewiesen worden. Das Land hat rund neun Millionen Einwohner.
Nach dem neuen Rekordwert will die israelische Regierung mit Lockdown-Maßnahmen in besonders betroffenen Orten die weitere Ausbreitung des Virus eindämmen. Das sogenannte Coronavirus-Kabinett entschied am Donnerstag, dass die schärferen Regeln von Montag an in 30 Orten mit hohen Infektionszahlen gelten sollten.

Lockdown nach steigenden Corona-Zahlen in Israel

Ein israelischer Repräsentant sagte, in diesen Ortschaften sollten die Menschen nur in dringenden Fällen das Haus verlassen, etwa zum Einkaufen von Lebensmitteln oder Medikamenten. „Wenn wir keine Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus ergreifen, kann die Situation außer Kontrolle geraten“, sagte er. Notfalls müsse die Polizei die Maßnahmen in den stark betroffenen Orten entschlossener umsetzen.

Neuinfektionen: Regierung droht landesweiten Lockdown für Rosh Hashana an

Nach Berichten der Zeitung Haaretz diskutiert das Corona-Kabinett in Israel zusätzlich einen landesweiten Lockdown für das Wochenende von Rosh Hashanah. An diesem Tag feiern jüdische Menschen das neue Jahr. Das heißt aber auch: Große Feiern und wenig Abstand.

Druck Strengreligiöser in Israel: Nächtliche Sperren statt Lockdown

In Israel sind nach massivem Druck ultraorthodoxer Kreise geplante Corona-Beschränkungen in Ortschaften mit hohen Infektionszahlen abgeschwächt worden. Statt eines Lockdowns rund um die Uhr sollte in 40 betroffenen Orten von Montagabend an von 19.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens (Ortszeit) eine Ausgangssperre herrschen. Diese Regelung beschlossen die zuständigen Minister am Sonntagabend.
Nach israelischen Medienberichten wurden die Beschränkungen abgeschwächt, nachdem die Bürgermeister vier strengreligiöser Ortschaften dem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu einen wütenden Brief geschickt hatten. Darin drohten sie ihm den Angaben zufolge damit, ihre Unterstützung zu entziehen. Die strengreligiösen Parteien in Israels Parlament gelten als enge Verbündete Netanjahus und sind bei Wahlen oft Zünglein an der Waage.

Corona in Israel: Die aktuelle Zahlen

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 seit Beginn der Pandemie bei 131.641 Menschen in Israel nachgewiesen worden. Das Land hat rund neun Millionen Einwohner.
Laut Informationen der israelischen Zeitung Haaretz sehen die zahlen für das Land folgendermaßen aus (Stand 07.09., 9:56 Uhr):
  • Zahl der Infizierten: 131.641
  • Zahl der Neuinfektionen: 997
  • Zahl der kritischen Fälle: 449
  • Zahl der Toten: 1019
In vielen der als „rot“ eingestuften Orte mit hohen Fallzahlen leben vornehmlich ultraorthodoxe Juden oder arabische Israelis. Am Samstag hatte der Corona-Beauftragte Ronni Gamzu bei einem Besuch in einer Ortschaft im Norden Israels vor Hunderten Corona-Toten im arabischen Sektor gewarnt, sollten keine strengen Maßnahmen ergriffen werden.

Rekord an Neuinfektionen in Israel - Schulen öffnen unter Auflagen

Am Dienstag waren in Israel mit Ende der Sommerferien die Schulen und Kindergärten unter Corona-Beschränkungen wieder geöffnet worden – trotz der hohen Ansteckungsrate. Rund 2,4 Millionen Kinder und Jugendliche lernen in Schulen oder gehen in Krippen. Eigentlich war es Ziel der Regierung gewesen, die Zahl der Neuinfektionen zuvor deutlich zu drücken.

Corona-Regeln in Israel Netanjahu und Gamzu stehen unter Druck

Wie Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht auch Israels Corona-Beauftragter Ronni Gamzu in der Krise stark unter Druck. Er hat mit starkem Widerstand zu kämpfen. So hatte Chaim Kanievsky, ein führender Rabbiner innerhalb der strengreligiösen Gemeinschaft, jüdische Religionsstudenten dazu aufgerufen, sich nicht auf das Coronavirus testen zu lassen. Als Grund gab er an, eine Corona-Quarantäne gefährde die Bibelstudien.

Demonstranten fordern Rücktritt von Regierungschef Netanyhu

Wie die Tagesschau berichtet sind tausende Menschen in Israel erneut gegen Ministerpräsident Benjamin Netanyahu auf die Straße gegangen. Bei den Protesten in mehreren Städten forderten die Demonstrantinnen und Demonstranten den umstrittenen Regierungschef zum Rücktritt auf und kritisierten dessen Coronavirus-Politik.

Corona in Israel: Orthodoxe kritisieren Gamzu

Strengreligiöse Kreise nehmen Gamzu auch einen Brief übel, den er an den Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, geschrieben hatte. Darin hatte er dazu aufgerufen, die Einreise von Israelis in die Ukraine zu verhindern, um Corona-Ansteckungen zu verhindern. Tausende Ultraorthodoxer Israelis besuchen zum jüdischen Neujahr den Pilgerort Uman in der Ukraine. Der israelische Koalitionsvorsitzende Micky Zohar warf Gamzu daraufhin vor, er ermutige zu antisemitischen Übergriffen in der Ukraine.

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Hohe Zahl an Neuinfektionen in Orten mit arabischen Israelis und orthodoxen Juden

Einem Bericht der Zeitung „Haaretz“ zufolge hatte Gamzu zuletzt gesagt, dass 28 Prozent aller Corona-Fälle auf die arabische Bevölkerung zurückzuführen seien, 22 Prozent auf Ultraorthodoxe. In vielen der als „rot“ eingestuften Orte mit hohen Fallzahlen leben vornehmlich ultraorthodoxe Juden oder arabische Israelis. Die Pandemie war in Israel auch wegen eines strikten Kurses der Regierung zunächst glimpflich verlaufen. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe.
Reisende mit Schutzmasken treffen am internationalen Flughafen Ben Gurion ein. Die coronabedingten Reisebeschränkungen wurden landesweit gelockert.
Reisende mit Schutzmasken treffen am internationalen Flughafen Ben Gurion ein. Die coronabedingten Reisebeschränkungen wurden landesweit gelockert.
© Foto: Nir Alon/ZUMA Wire/dpa

Corona-Zahlen Israel: Starker Anstieg an Neuinfektionen

Insgesamt wurden nach Ministeriumsangaben bislang 122.799 Fälle erfasst. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag bei 976.

Armee: Rund 30 Corona-Fälle an Offiziersschule in Israel

An einer Offiziersschule in Israel sind nach Angaben des Militärs rund 30 Corona-Infektionen entdeckt worden. Dutzende Soldaten seien in Quarantäne geschickt worden, teilte die Armee am Freitag bei Twitter mit. Die Soldaten seien getestet worden, nachdem auf dem Stützpunkt zwei Fälle bekanntgeworden seien.
Israel veröffentlicht die Zahl seiner Soldaten aus Sicherheitsgründen nicht. Sie wird auf rund 170 000 aktive Soldaten und 445 000 Reservisten geschätzt.

Israel verschärft Gottesdienstregeln vor hohen Feiertagen

Angesichts der drastisch angestiegenen Covid-19-Infektionszahlen hat Israel vor den bevorstehenden hohen jüdischen Feiertagen erneut die Schutzmaßnahmen für Gottesdienste verschärft. Gottesdienste dürfen demnach nur in geschlossenen Räumen durchgeführt werden, wenn diese mindestens 40 Quadratmeter groß sind, berichtete die Tageszeitung "Jerusalem Post" am Donnerstagabend. Pro vier Quadratmeter Fläche ist ein Beter zugelassen.
Keinesfalls darf die Gesamtzahl von 1.000 Teilnehmern überschritten werden. Zwischen Gruppen von Betern müssen Barrieren errichtet werden, der Mindestabstand von zwei Metern zwischen einzelnen Betern muss eingehalten werden. Bei Gebeten im Freien müssen physische Barrieren zwischen den einzelnen Betergruppen errichtet werden, deren Größe 20 Teilnehmer nicht überschreiten darf.
Orte und Stadtteile werden nach einem Ampelsystem in grüne, gelbe und rote Zonen unterteilt, nach denen sich die Einschränkungen richten.
Die Regelung tritt sofort in Kraft und gilt auch für das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana (18. September), den Versöhnungstag Jom Kippur (27. September) sowie das Wochenfest Sukkot (2. bis 9. Oktober).