Eine Rekordanzahl neuer Corona-Fälle verzeichnet am Dienstag Griechenland nach Angaben der Johns Hopkins Universität. 453 Menschen wurden positiv auf das Virus getestet, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Griechenland hatte zu Beginn der Pandemie verhältnismäßig wenig Infektionsfälle. In den vergangenen Wochen explodierten die Corona-Zahlen in dem Mittelmeerland jedoch. Trotz aller Corona-Rekorde kommen unterdessen Zweifel am Sinn und Unsinn von Reisewarnungen für vermeintliche „Risikogebiete“ auf.

Corona-Zahlen in Griechenland: So viele Infizierte gib es in den Regionen

Auf die Region Attika entfallen 133 der Neuinfektionen, an den Grenzübergängen waren es 21. Vier weitere Todesfälle lassen die Zahl der Opfer auf 297 ansteigen. Für die Regionen Pella, Pieria, Imathia und Kilkis wurden strengere Schutzmaßnahmen beschlossen, teilte der Staatssekretär für Krisenmanagement im Bürgerschutzministerium, Nikos Chardalias, mit. Restaurants, Bars und Cafes müssen zwischen Mitternacht und sieben Uhr am Folgetag geschlossen bleiben. Zudem sind religiöse Feste, Märkte und ähnliche Veranstaltungen verboten. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist in allen öffentlichen Räumen - sowohl drinnen als auch an der frischen Luft - obligatorisch. Maximal neun Personen dürfen sich versammeln. Die neuen Bestimmungen gelten vorerst für zwei Wochen schreibt die Griechenland Zeitung.
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Berlin

Corona-Zahlen Griechenland: So viele Neuinfektionen gibt es

Die Zahl der Neuinfektionen in Griechenland ist weiter hoch. In dem Mittelmeerland waren am 10. September mit 372 die meisten Neuinfektionen an einem Tag seit Beginn der Pandemie gemeldet worden. Doch auch knapp eine Woche nach diesem Höchstwert sind die Zahlen nach Angaben der Johns Hopkins Universität in Baltimore weiter hoch. So sehen die Zahlen im Detail aus (Stand 22.09., 8:33 Uhr):
  • Zahl der Infizierten: 15.595
  • Zahl der Neuinfektionen: 453
  • Zahl der Toten: 344
Wie das Dashboard der Johns Hopkins Universität zeigt waren die Zahlen in Griechenland zunächst niedrig.
Wie das Dashboard der Johns Hopkins Universität zeigt waren die Zahlen in Griechenland zunächst niedrig.
© Foto: Screenshot Dashboard JHU (Stand 18.09., 9:56 Uhr)
Während der ersten Corona-Welle im März und April hatte Griechenland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern niedrige Infektionszahlen. Seit Mitte Juli stiegen die Zahlen doch massiv an.

Verschärfte Corona-Maßnahmen in Athen

Die Zahlen in Griechenland steigen - vor allem die Hauptstadt Athen ist betroffen. Von den 310 Neuinfektionen (Stand 15.9) wurden allein in der Region Attika, der auch Athen angehört, 197 Infektionen gemeldet. Aus diesem Grund gelten bis zum 30. September verschärfte Maßnahmen. So müssen etwa Bars und ähnliche Einrichtungen bis Ende September zwischen Mitternacht und sieben Uhr morgens geschlossen bleiben.

Corona in Griechenland: Kreuzfahrt-Gäste dürfen nicht mehr an Bord

Auf der Griechenland-Kreuzfahrt der „Mein Schiff 6“ konnten Passagiere zum ersten Mal wieder das Festland erkunden. Doch das folgt Corona-bedingt klaren Regeln. Die besagen unter anderem, dass sich Urlauber bei Landgängen nicht von der Gruppe entfernen dürfen. Darauf werden die Passagiere einem Bericht des Internetportals moin.de zufolge bei der Buchung von Ausflügen schriftlich hingewiesen. Wer sich nicht daran hält, muss mit Konsequenzen rechnen.
So erging es nun offenbar zwei Gästen, die mit der „Mein Schiff 6“ unterwegs waren. Beim Landgang in Piräus entfernten sie sich von der Gruppe - und durften anschließend nicht mehr an Bord. Das bestätigte eine TUI-Sprecherin dem Bericht zufolge. Die Gäste mussten demnach den Rückweg nach Deutschland antreten. Für die übrigen Reisenden soll kein Gesundheitsrisiko bestanden haben.

Keine generelle Maskenpflicht

Zu einer generellen Maskenpflicht in der Öffentlichkeit soll es aber auch nach dem starken Anstieg in Corona-Fällen nicht kommen, teilte Regierungssprecher Stelios Petsas am Freitag mit. Priorität habe der Schulstart am kommenden Montag. Wenn diese Herausforderung erfolgreich gemeistert werde, könne man sich ein wenig entspannen, so Petsas. Schutzmasken würden von den Schulen zur Verfügung gestellt werden, fügte er hinzu, wie die Zeitung weiter schreibt.

Fast 200 Passagiere nach Urlaubsflug von Zakynthos in Quarantäne

Nach einem Flug von einer griechischen Insel nach Großbritannien sind alle etwa 200 Passagiere und Crew-Mitglieder in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt worden.

Flugverbindungen von Griechenland mit der Türkei ausgesetzt

Flugverbindungen von Griechenland mit der Türkei sind weiterhin ausgesetzt, selbiges gilt für Flugverbindungen mit Serbien, Nordmazedonien und Albanien mit Ausnahme von Flügen von und nach Athen. Auch der Fährverkehr mit Albanien und der Türkei ist bis auf weiteres ausgesetzt.
Im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos gab es den ersten Corona-Fall.
Im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos gab es den ersten Corona-Fall.
© Foto: afp

Katastrophaler Fehler - Mund- und Nasenschutz viel zu groß

Zum Schulbeginn in Griechenland stellte die Regierung den Schülern Masken zur Verfügung. Doch viele der Masken waren so groß, dass die Schüler sie als „Fallschirme bezeichneten. Die "Zorro"-Masken seien ein "katastrophaler Fehler", räumte die Abgeordnete Dora Bakoyannis ein.
Wegen der Corona-Pandemie müssen Bars und Restaurants seit einigen Tagen auf Touristeninseln wie Mykonos und in Regionen wie Athen zwischen Mitternacht und 7.00 Uhr morgens (Ortszeit) schließen. Die Gegenden sind im Vergleich zum Rest des Landes stärker von der Corona-Pandemie betroffen.

Feiern und Partys in zwei neuen Regionen Griechenlands untersagt

Alle Bars und Tavernen müssen um 24.00 Uhr schließen. Und: Die Maskenpflicht gilt auch im Freien, wie der griechische Zivilschutz mitteilte.
Zudem sind Versammlungen von mehr als 50 Personen im ganzen Land verboten.

Diese Inseln und Städte in Griechenland treffen die neuen Corona-Beschränkungen

Griechenland weist - gemessen an seiner Bevölkerung von gut 10,5 Millionen Einwohnern - eine geringe Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus auf. In den vergangenen Tagen war die Zahl von Infizierten jedoch schlagartig gestiegen. Behörden hatten beobachtet, dass Urlauber ohne den nötigen Abstand und ohne Mundschutz dicht beieinander bis spät in die Nacht in Bars und Discos feierten. Deshalb müssen vielerorts schon seit vergangener Woche alle
  • Tavernen
  • Bars
  • und Discos
täglich spätestens um 24.00 Uhr bis 7 Uhr morgens schließen. Die Regelung gilt in zahlreichen Regionen des Landes, darunter auf den Inseln
  • Paros
  • Antiparos
  • Korfu
  • Kreta
  • Kos
  • Santorin
  • Mykonos
  • Rhodos
  • Zakynthos
Von der Sperrstunde um Mitternacht betroffen sind laut einer Sprecherin der Regierung zudem folgende Städte und Regionen in Griechenland
  • Athen
  • Piräus
  • Katerini
  • Larissa
  • Thessaloniki
  • Volos
  • sowie die Halbinsel Chalkidiki.
Als Grund gilt, dass viele Urlauber - größtenteils junge Menschen - nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub Verwandte und Freunde in den Ballungszentren angesteckt haben.

Ulm/Palma de Mallorca

Urlaub in Griechenland trotz Corona: Das sind die Reisebestimmungen für Urlauber

Alle auf dem Landweg einreisenden Menschen müssen seit 17.8.2020 einen negativen Coronatest vorlegen, egal aus welchem Land sie stammen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Das Auswärtige Amt in Berlin hat seine Reisehinweise für Griechenland am Montag entsprechend aktualisiert. Weitere Regeln:
Die Einreise aus den meisten EU-Staaten ist erlaubt. Reisende müssen sich aber mindestens 24 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden.  Grundsätzlich wird aber eine Registrierung so früh wie möglich empfohlen. Eine Registrierung für die gesamte Familie ist möglich, allerdings wird dringend empfohlen eine eigene Registrierung für jede Person durchzuführen. Der QR-Code, der bei der Registrierung ausgestellt wird, wird bei der Einreise kontrolliert. Einige Flug- und Fährgesellschaft überprüfen den QR-Code beim Check-In/ Boarding. Ein Verstoß gegen diese Verpflichtung wird mit einer Geldstrafe von 500 Euro geahndet, auch eine Zurückweisung an der Grenze ist möglich.
  • Es gilt eine Maskenpflicht für alle geschlossenen Einrichtungen.
  • An den Stränden müssen die Sonnenschirme mit mindestens vier Meter Abstand voneinander stehen.
  • Masken müssen auf Fähren immer getragen werden - auch auf den offenen Decks.
  • Bei Steigerungen der Fallzahlen muss mit örtlichen „Lockdowns“ (und weiteren Einschränkungen) gerechnet werden.

Lokaler Corona-Lockdown in der Region Attika

Ein solcher Lockdown ist laut Auswärtigem Amt aktuell für die Insel Poros in der Region Attika) angeordnet. Die Einschränkungen umfassen die Pflicht,
  • auch auf öffentlichen Plätzen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen,
  • ein Verbot von allen öffentlichen Veranstaltungen und Zusammenkünften von mehr als neun Personen,
  • eine Schließung der Wochenmärkte
  • sowie die Festlegung der Höchstzahl von Personen, die in Restaurants/ Cafés an einem Tisch sitzen dürfen.

Youtube

Corona in Österreich: Droht Reisewarnung für Griechenland?

Aufgrund der steigenden zahl der Neuinfektionen in dem Urlaubsland, könnte Österreich laut Bericht von oe24.de bald auch eine Reisewarnung für Griechenland aussprechen. Dort waren die Infektionszahlen in den letzten tagen um das zehnfache gestiegen.

Kostenlose Schutzimpfungen gegen Corona in Griechenland

Sobald ein sicherer Impfstoff gefunden wird und zur Verfügung steht, wird eine Impfung in Griechenland kostenlos sein. Das sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis kürzlich bei einer Kabinettssitzung. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Schutzimpfungen bis Dezember in der Praxis möglich sein könnten.
Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis will kostenlose Impfungen, sobald ein Impfstoff gefunden wird.
Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis will kostenlose Impfungen, sobald ein Impfstoff gefunden wird.
© Foto: afp

Corona-Leugnungen sind in Griechenland strafbar

Die Leugnung der Coroa-Pandemie, die Verbreitung diesbezüglicher Verschwörungstheorien und der Aufruf zum Brechen der Pandemieregeln stehen in Griechenland unter Strafe. Auf Geheiß des Bürgerschutzministers Michalis Chrysochoidis verfolgt die Staatsanwaltschaft seit Anfang August die Verbreitung von Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit der Corona-Krise besonders intensiv. Blogs, Internetmagazine und soziale Netzwerke werden von der Cyber-Crime-Einheit der griechischen Polizei überwacht. Am 21. August meldete diese Einheit, dass bereits 21 Fälle von Corona-Leugnung über soziale Netzwerke staatsanwaltschaftlich verfolgt würden, berichtet das Portal „Heise Online“.

Irland verhängt Quarantänepflicht für Reisende aus Griechenland

Irland hat eine Quarantänepflicht für Reisende aus Griechenland und Italien beschlossen. Das berichtet das Portal Börse Online am Donnerstag. Das Land habe die Grenze von 50 nachgewiesenen Fällen pro 100.000 Einwohnern überschritten.

Erste Corona-Fälle in der griechischen Mönchsrepublik Berg Athos

In der griechischen Mönchsrepublik Berg Athos auf der Halbinsel Chalkidiki sind erste Corona-Fälle festgestellt worden. Im Kloster Agiou Pavlou, einem der zwanzig griechisch-orthodoxen Klöster des Berges, seien es acht Fälle, berichtete am Montag die griechische Tageszeitung „Kathimerini“. Einer der Mönche sei in kritischem Zustand in ein Krankenhaus in Thessaloniki gebracht worden. Auch in zwei weiteren Klöstern gebe es jeweils mindestens einen Fall.
Eine Delegation der griechischen Gesundheitsbehörde sei bereits zum heiligen Berg gereist, um weitere Tests durchzuführen. Die Mönchsrepublik hatte ihre Tore kurz nach dem Ausbruch der Pandemie im März für Pilger geschlossen, dann aber Anfang Juni wieder geöffnet, als auch die Maßnahmen in der säkularen Welt gelockert wurden.

Mehr als 240 Corona-Fälle in Übergangs-Flüchtlingslager auf Lesbos

In dem Übergangslager für Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos breitet sich das neuartige Coronavirus weiter aus. Es gebe 243 bestätigte Fälle unter 7000 bislang getesteten Bewohnern des Camps, teilte die staatliche Gesundheitsagentur Eody am Montag mit. 120 Polizisten und 40 Camp-Mitarbeiter wurden negativ getestet.
Das Camp war nach der Zerstörung des Flüchtlingslagers Moria durch ein Feuer eilig errichtet worden, um die rund 12.000 Bewohner aufzunehmen, die nach dem Brand am 8. September auf der Straße oder auf Feldern schlafen musste. Das Zeltlager steht auf einem ungenutzten Truppenübungsplatz, wenige Kilometer vom zerstörten Camp Moria entfernt. Alle Bewohner werden nach Behördenangaben bei ihrem Einzug ins Camp auf eine Corona-Infektion getestet.