In Deutschland steigen die Corona-Infektionszahlen auf Rekordhöhen. Am Dienstag, 13.10.2020, meldeten die Gesundheitsämter insgesamt 4122 neue Corona-Infektionen. In vielen Städten und Kreisen wird der Grenzwert bereits überstiegen, in weiteren Städten wie Ulm und Neu-Ulm ist der Grenzwert für eine Corona-Vorwarnstufe überschritten.
Die jeweiligen Regierungen und Behörden reagieren häufig mit Corona-Beschränkungen, unter anderem im Bereich Gastronomie und private Feiern.
Doch reicht das aus, um die Corona-Krise in Deutschland in den Griff zu bekommen und die Ausbreitung des Sars-CoV-2-Virus einzudämmen, bis ein Impfstoff verfügbar sein wird?

Längere Weihnachtsferien in Schulen als Schutz gegen Corona

Politiker der CDU und CSU schlagen jetzt als Maßnahme zum Schutz gegen Corona-Infektionen in Schulen im nahenden Winter vor, die Weihnachtsferien zu verlängern: „Wir sollten darüber nachdenken, die Winterferien um zwei bis drei Wochen zu verlängern und im Sommer entsprechend zu kürzen“, sagte der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß. Ziel müsse sein, bestmöglich durch die Pandemie zu kommen.
Sein Fraktionskollege Stephan Pilsinger (CSU) regte sogar bis zu vier Wochen längere Weihnachtsferien mit entsprechender Kürzung der Osterferien und Sommerferien an. „Das Wohl der Schüler und Lehrer muss im Vordergrund stehen“, begründete er seinen Vorschlag.
Wie die Familien mit dem Problem der Betreuung der Kinder zurecht kommen könnten, war bisher nicht Thema.
Corona in Stuttgart und Esslingen CDU-Parteitag: Angst vor Corona in Stuttgart

Stuttgart

Ministerpräsident Kretschmann lehnt Ferien-Verlängerung ab

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält nichts von verlängerten Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie. Mit einer Verlängerung würde nach Ansicht Kretschmanns eine Welle von Betreuungsproblemen von Kindern und Jugendlichen ausgelöst. „Das werden wir nicht angehen“, sagte Kretschmann am Dienstag.

Baden-Württemberg: Eisenmann gegen „Corona-Ferien“ im Winter

Baden Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) steht dem Vorschlag einer coronabedingten Verlängerung der Weihnachtsferien skeptisch gegenüber. „Auch Ende Januar ist der Winter ja noch nicht vorbei, deshalb ist das ein wenig zu kurz gedacht“, erklärte Eisenmann am Dienstag in Stuttgart.
Susanne Eisenmann ist gegen Pläne, wegen der Corona-Pandemie die Weihnachtsferien zu verlängern und die Sommerferien und Osterferien zu kürzen.
Susanne Eisenmann ist gegen Pläne, wegen der Corona-Pandemie die Weihnachtsferien zu verlängern und die Sommerferien und Osterferien zu kürzen.
© Foto: dpa
„Mit einer solchen Maßnahme würden wir außerdem eine ganze Reihe von neuen Probleme auslösen und die Schulen vor zusätzliche schulorganisatorische Herausforderungen stellen, indem wir zahlreiche Planungen wie Lern- und Prüfungszeiträume durcheinander brächten“, erklärte Eisenmann laut dpa. Sie wolle den Schulen aber „jetzt nicht noch zusätzliche Probleme aufhalsen“. Die Schulleitungen seien „ohnehin schon sehr belastet durch die Coronakrise“.

Ferien-Verlängerung könnte Thema bei Kanzlerin und Länderchefs werden

Über dieses Thema könnten auch die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch beraten. Schulschließungen zu vermeiden, gilt als eines der wichtigsten Ziele der Corona-Maßnahmen.
Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, kritisierte indes die Idee scharf und sagte dazu im Deutschlandfunk: „So ein Quatsch.“ Damit verunsichere man nur Schüler, Eltern und Lehrer.
Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) äußerte sich im Deutschlandfunk kritisch zu der Idee. Bundesinnenminister Horst Seehofer hat wegen Corona unterdessen sogar mit neuen Grenzkontrollen in Europa gedroht.

Empfehlungen zum Schutz vor Coronainfektionen in Schulen

Lehrervertreter und Bildungspolitiker hatten am Montag Schüler und Lehrer aufgefordert, sich nach den Herbstferien warm anzuziehen. Um Ansteckungen mit Corona in der Schule zu vermeiden, solle regelmäßig in relativ kurzen Abständen gelüftet werden. Im Frühjahr hatte sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) für kürzere Sommerferien ausgesprochen, damit Schüler ausgefallene Schulstunden nachholen können.