Ich will demnächst nach Berlin-Mitte oder ein anderes Risikogebiet fahren. Muss ich nach der Rückkehr in Quarantäne?

Nein. Für Menschen aus Baden-Württemberg, die in deutsche Risikogebiete fahren, gibt es derzeit keine Quarantäne- oder Testpflicht nach der Rückkehr – anders als nach einem Urlaub in einem ausländischen Risikogebiet. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Hat sich jemand länger als 48 Stunden in einem inländischen Risikogebiet aufgehalten, gilt das Beherbergungsverbot. Das heißt, man darf nicht in einem Hotel, Pension oder Ferienwohnung im Südwesten absteigen.

Stuttgart

Was müssen Urlauber aus deutschen Hotspots beachten, die in Baden-Württemberg Urlaub machen wollen?

Wer aus einer Stadt oder einem Landkreis kommt, in dem mehr als 50 Corona-Infektionen innerhalb von 7 Tagen je 100.000 Einwohner gezählt wurden, sollte seinen Urlaub in Baden-Württemberg gut planen. Denn: Für solche Kreise oder kreisfreie Städte gilt ein Beherbergungsverbot. Maßgeblich dafür sind die Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts. Die Regelung richtet sich an Beherbergungsbetriebe wie Hotels, Gasthöfe und Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und vergleichbare Einrichtungen.

Gibt es Ausnahmen von dieser Regel?

Ausnahmen gibt es unter anderem, wenn Betroffene ein ärztliches Attest über einen negativen Infektionstest vorlegen können, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise nach Baden-Württemberg vorgenommen wurde. Eine grundsätzliche Quarantänepflicht für entsprechende Gäste ist aber nicht in Kraft. Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) erklärte, an diesen Bestimmungen auch festhalten zu wollen.

Sind Einreiseverbote geplant, falls die Infektionszahlen weiter steigen?

Einreiseverbote für Menschen, die aus deutschen Risikogebieten in den Südwesten kommen, sind derzeit nicht vorgesehen. „Bislang ziehen wir das nicht in Betracht“, sagte ein Regierungssprecher. In Mecklenburg-Vorpommern gilt nach der Ankunft jedoch bereits eine Quarantänepflicht – nicht nur im Hotel, sondern zum Beispiel auch bei privaten Familienbesuchen.

Ulm/Schwerin

Wie ist das mit Berlin?

Für Berlin gilt eine Sonderregel: Hier zählt nicht die Stadt als Ganzes, die derzeit noch unter der 50er-Schwelle liegt, sondern die einzelnen Bezirke. Das heißt, dass Gäste aus Berlin-Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg als Einreisende aus Risikogebieten gelten und daher unter das Beherbergungsverbot fallen. Am Mittwochnachmittag haben sich die Bundesländer ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen vereinbart - allerdings haben fünf Länder (Bremen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Thüringen) zu dem Beschluss jeweils unterschiedliche Protokollerklärungen abgegeben.

Wie kann man sich vom Beherbergungsverbot befreien?

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erklärte, dies bedeute „eine Testpflicht de facto für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Bayern kommen“. Denn wer einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen kann, darf auch weiterhin in Hotels in Bayern übernachten. Tests müssen Reisende aber in der Regel aus eigener Tasche bezahlen, wenn sie keine Krankheitsanzeichen haben.

Herrscht Einigkeit über die neue Regelung?

Nein. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte, innerdeutsche Testpflichten und Beherbergungsverbote seien wenig sinnvoll. „Wir werden bald so viele betroffene Regionen haben dass die Regel kaum umsetzbar, geschweige denn kontrollierbar ist.“ Zudem müssten Angebote in Deutschland erhalten bleiben, gerade um zu verhindern, dass Deutsche in ausländische Hochrisikoregionen reisen.