• Ob Bayern die Corona-Regeln verschärft, hängt künftig davon ab, auf welcher Farbe die Krankenhausampel steht
  • Grün, gelb oder rot: Das hängt von den Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen ab
  • Der Wert ersetzt die bislang wichtigste Coronazahl – den Inzidenzwert – in Bayern
  • Wie funktioniert die Corona-Ampel in Bayern und welche Maßnahmen kommen bei welcher Stufe? Ein Überblick.
Schärfere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sind in Bayern seit dem 2. September von der Klinik-Auslastung abhängig. Je nach Auslastung steht die Corona-Ampel in Bayern auf Grün, Gelb oder Rot. Derzeit steht die neue bayerische Krankenhaus-Ampel klar auf Grün. Wann springt sie auf gelb oder rot? Und was passiert bei welcher Farbe?

Krankenhausampel in Bayern: Die Ampel ist Teil der neuen Verordung

Die neue Verordnung in Bayern soll mit der neuen Corona-Ampel „einfacher und verständlicher werden“, sagte CSU-Chef Söder. Die FFP2-Maskenpflicht im Freistaat ist auch gefallen. Er betonte, Basis-Regel bleibe das geltende 3G-Prinzip mit Freiheiten für Geimpfte, Genesene und Getestete. Zudem gibt es nun drei Warnstufen, die die Krankenhausbelastung berücksichtigen. Je nach Bettenauslastung – auch bei Intensivbetten – werde es eine gelbe und rote Warnstufe geben, bei der es dann strengere Corona-Auflagen gebe. Söder betonte aber auch, dass es keinen weiteren Lockdown wie in den ersten drei Corona-Wellen mehr geben solle. Dies sei im Umgang mit Geimpften und Genesenen nicht mehr rechtlich möglich.

Wie funktioniert die Corona-Ampel in Bayern? Aktuelle Zahlen zur Hospitalisierung

Die bayerische Krankenhausampel würde auf Gelb springen, wenn landesweit binnen sieben Tagen mehr als 1200 Patienten mit einer Corona-Erkrankung neu in Krankenhäuser aufgenommen werden mussten. Auf Rot würde die Ampel schalten, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen. Das sind die aktuellen Werte (Stand 03.09.21):
  • Hospitalisierte Fälle der letzten 7 Tage: 233
  • Fälle in intensivmedizinischer Behandlung: 165

Aktuelle Ampelstufe Bayern: Grün, Gelb oder Rot – wo steht die Krankenhausampel?

Bei aktuell knapp über 200 hospitalisierten Covid-19-Fällen und einer Intensivbettenbelastung von knapp über 160 steht die Ampel in Bayern auf Grün.

Corona-Regeln in Bayern nach Ampelstufe im Krankenhausampel-System

Stufe Grün: Das gilt bei grüner Corona-Ampel

  • Keine Kontaktbeschränkungen
  • Medizinische Maske (keine FFP2-Maskenpflicht)
  • Veranstaltungen sind draußen unbeschränkt möglich, ab einer 35er-Inzidenz gilt 3G
  • Keine Beschränkungen bei körpernahen Dienstleistungen, in Sportstätten und Fitnessstudios – ab einer Inzidenz von 35 gilt allerdings 3G
  • In Pflegeheimen gilt unabhängig von der Inzidenz die 3G-Regel
  • In Zoos, Kultur- und Freizeiteinrichtungen gilt ab 35 die 3G-Regel, vorher gibt es keine Einschränkungen
  • Die Gastronomie hat die 3G-Regel ebenfalls ab einer Inzidenz von 35, vorher nicht

Stufe Gelb und Rot: Was gilt bei gelber und roter Corona-Ampel?

Inwiefern die Corona-Regeln verschärft werden, wenn die Inzidenzen der Hospitalisierung und der Neuinfektionen steigen – und die Ampel auf Gelb oder Rot steht – ist für Bayern noch nicht festgelegt. Allgemein ist es aber wahrscheinlich, dass in mehr Bereichen die 3G-Regel gilt und Beschränkungen kommen werden.

Krankenhaus-Ampel statt Inzidenz als Maß für Corona-Regeln in Bayern

Der Pandemiebeauftragte des Klinikums München begrüßt die neue Corona-Verordnung im Freistaat mit der Krankenhausampel. Die Inzidenzzahlen seien zwar wichtig, um einen allgemeinen Blick über die Pandemiesituation zu bekommen, sagte Christoph Spinner dem Radiosender „Bayern2“. „Auf der anderen Seite spielen aber für uns die Krankenhausbelegungen und -aufnahmen eine sehr viel größere Rolle.“

Corona-Ampel und andere Werte: Infektiologe ist für eine Mischung

Der Münchner Infektiologe plädierte aber auch für eine Mischung aus verschiedenen Werten als Gradmesser für Corona-Maßnahmen: „Es eignen sich die Krankenhausbelegungszahlen sehr gut, man darf aber auch die Intensivzahlen nicht aus dem Auge verlieren.“
Auch andere Klinikchefs in Bayern begrüßen die Krankenhaus-Ampel. Stefan Nowack, Werkleiter des Klinikums Passau, lobte die geplante Abkehr von der reinen Inzidenz im Bayerischen Rundfunk: „Letztlich ist ja das Entscheidende nicht, ob die Menschen Corona bekommen, sondern wie stark die Krankenhäuser belastet sind.“

Ampelsystem seit dem 02.09. in Bayern: Entscheidung im Kabinett

Zusammengefasst: Künftig soll für Anti-Corona-Maßnahmen nicht mehr alleine die Sieben-Tage-Inzidenz entscheidend sein, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Stattdessen gibt es das Ampelsystem, bei dem die Auslastung der Intensivstationen und Krankenhäuser im Freistaat im Fokus steht. Die Entscheidung darüber fiel am Dienstag bei der Kabinettssitzung.