• Mehr als 600 Corona-Patientinnen und -Patienten werden derzeit in bayerischen Krankenhäusern intensivmedizinisch behandelt - aktuell sind es laut DIVI-Intensivregister 608.
  • Auch die Corona-Fallzahlen im Freistaat Bayern steigen weiter: Die Inzidenz in Bayern liegt am Dienstag, 08.11.21, bei 348,0.
  • In mehreren Landkreisen hat die Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 500 oder sogar 700 überschritten
  • Die Hospitalisierungsrate der letzten sieben Tage liegt in Bayern aktuell bei 5,4
  • Welche Beschlüsse gibt es zu Maskenpflicht, 2G-Regel und Krankenhaus-Ampel ?
  • Alle Infos zu den dann Regeln auf einen Blick

Corona-Regeln Bayern: Seit 09.11., steht die Krankenhaus-Ampel auf Rot

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Bayern steigt weiter. Am Dienstag lagen dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge vier Landkreise über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 800 - ein bisher unerreichtes Niveau. Bundesweiter Spitzenreiter war der Landkreis Miesbach mit einer Inzidenz von 868,4. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 7.00 Uhr wiedergeben.
Bayernweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz demnach bei 348. Die Inzidenz misst die Zahl der erfassten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Die bayerischen Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 6230 Neuinfektion und 43 Todesfälle.
Die Krankenhaus-Ampel war am Montag in Bayern auf Rot gesprungen: Auf den Intensivstationen wurden mehr als 600 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Seit Dienstag gelten in Bayern deshalb deutlich verschärfte Schutzmaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus.
Welche Regeln gelten jetzt?
  • 3G am Arbeitsplatz und bei zehn oder mehr Beschäftigten regelmäßig Tests bei Kontakt mit anderen Personen
  • 3G-plus für Gastronomie und körpernahe Dienstleistungen
  • 2G ausgeweitet auf Veranstaltungen, Kultur und Sportveranstaltungen.

Neue Regeln in Bayern: 2G auch in Gaststätten, strikte Maskenpflicht

2G fast überall: Bei roter Krankenhaus-Ampel wie derzeit gilt nun auch in Gaststätten, in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben, dass nur noch Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt haben. Ein alternativer PCR-Test reicht also künftig nicht mehr aus. Schon seit der vergangenen Woche gilt 2G für Theater, Kinos, Museen, Schwimmbäder und andere Freizeiteinrichtungen - lediglich Kinder unter 12 Jahren, für die noch keine Impfung zugelassen wurde, haben weiterhin so Zugang, und für 12- bis 17-Jährige gilt für sportliche und musikalische «Eigenaktivitäten» eine Übergangsfrist bis Jahresende. Bei körpernahen Dienstleistungen wie Friseuren bleibt es bei 3G plus - Ungeimpfte haben also weiter Zutritt, aber nur mit einem negativen PCR-Test. Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden, gelten dabei laut Gesundheitsministerium als getestet, brauchen also beim Friseur keinen negativen PCR-Test.

Maskenpflicht auch bei 2G

Es ist eine Reaktion auf die zunehmende Zahl von Impfdurchbrüchen: Auch in allen Bereichen, in denen nach der 2G-Regel nur Geimpfte und Genesene Zugang haben, gilt nun eine Maskenpflicht - es sei denn, der 1,5-Meter-Mindestabstand wird eingehalten. Die Maskenpflicht greift also bei Veranstaltungen aller Art, in Kinos, Theatern, aber auch in der Gastronomie (außer am Platz). Auch unter 3G-Plus-Bedingungen gilt die Maskenpflicht.

Maskenpflicht in Clubs und Diskotheken

Die Maskenpflicht gilt damit grundsätzlich auch in Clubs, Diskotheken und Bordellen - außer die Veranstalter und Betreiber verlangen zusätzlich einen Schnelltest von den Gästen (2G plus), dann kann auf die Maske auch weiterhin verzichtet werden.

Tests in Alten- und Pflegeheime

Wenn die Krankenhaus-Ampel auf Gelb oder Rot steht, müssen alle Beschäftigten, die nicht geimpft oder genesen sind, zweimal wöchentlich einen negativen PCR-Test oder an jedem Arbeitstag einen negativen Schnelltest vorlegen. Besucher, auch in Kliniken, müssen jedes Mal einen negativen Schnelltest vorlegen.

Drei Corona-Tests in der Woche an Kitas

Ab sofort sollen in den Kitas dreimal statt zweimal wöchentlich Corona-Tests angeboten werden. Wenn die Krankenhaus-Ampel auf Rot steht, sollen zudem wieder feste Gruppen eingerichtet werden.

Regionale Hotspots: Wo ist die Corona-Ampel in Bayern schon seit dem Wochenende auf Rot?

In den sogenannten Hotspots, in denen mehr als 80 Prozent der Intensivbetten mit Corona-Patienten ausgelastet sind, sprang die Corona-Ampel am 7. November gleich von „Grün“ auf Warnstufe „Rot“. Welche Landkreise in Bayern sind Hotspots und was bedeutet Warnstufe „Rot“ für die Corona-Regeln? Alle Infos im folgenden Artikel:

Intensivbettenbelegung Bayern: Lage auf den Intensivstationen

Auf den Intensivstationen der bayerischen Krankenhäuser sind nach rasch steigenden Corona-Infektionszahlen nun landesweit mehr als 90 Prozent der Betten belegt. Laut Intensivregister meldet die Mehrheit der bayerischen Krankenhäuser bereits Einschränkungen des regulären Betriebs auf den Intensivstationen. Zusätzlich zu schaffen macht den Kliniken der Personalmangel. Da die Infektionszahlen schnell steigen, ist für die nächsten Wochen auch ein weiterer Anstieg der Intensivpatientenzahlen zu erwarten.

Corona in Bayern: Krankenhausampel korrigiert – neuer Lockdown?

„Wir dürfen die Situation nicht schulterzuckend zur Kenntnis nehmen“, sagte Markus Söder bei der Pressekonferenz am Mittwoch, 03.11.21. Er stellte klar: „Wir wollen keinen Lockdown“, dieser mache auch keinen Sinn. Man habe in Bayern nun zwei Prioritäten: Schule und Krankenhäuser. Die Krankenhaus-Ampel sei nachpräzisiert worden.
Söder hält den „Booster“ bei Impfungen für den besten Schutz, sagte er bei der Pressekonferenz am Mittwoch. „Es ist eine Pandemie der Ungeimpften.“ Corona sei „mit aller Macht zurück“, und zwar vor allem in den Regionen, in denen die Impfquote niedrig ist. In den Hotspots sei kein Intensivbett mehr frei. Entscheidend sei, dass neben der Behandlung von Covid-Patienten andere Operationen nicht abgesagt werden dürften.

Corona Impfung Bayern: Mehr Infektionen im Süden trotz hoher Impfquote

In Bayern ist vor allem das Grenzgebiet zu Österreich hart getroffen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte diese Woche, es gebe nicht nur ein bundesweites, sondern auch ein bayernweites Nord-Süd-Gefälle bei den Impfquoten. Allerdings: In Landkreisen mit besonders hohen Inzidenzen liegt die Impfquote teils über dem bayerischen Schnitt.
Rätselhaft bleibt oft auch für die Behörden, wo sich so viele Menschen mit Corona anstecken. „Das Infektionsgeschehen ist diffus“, heißt es schlicht aus dem Landratsamt im Hotspot Miesbach. Kontrollieren könne man das nicht mehr, die Zahlen stiegen exponentiell. Kontakte würden nicht mehr nachverfolgt, auch Quarantäne-Anordnungen nicht mehr überprüft.

Hotspots in Bayern: Gleiche Regeln wie bei Ampelstufe Rot

Die Regelungen einer roten Krankenhaus-Ampel gelten auch für Hotspots, in denen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 300 und eine Intensivbetten-Auslastung von mehr als 80 Prozent vorherrscht. Am Mittwoch hatten bereits 27 der rund 100 Kreise und kreisfreien Städte diese Voraussetzungen erfüllt.
Die Corona-Infektionszahlen waren zuletzt in Bayern stark gestiegen. Über das Wochenende wurde ein Allzeithoch bei der Sieben-Tage-Inzidenz erreicht. Mehrere Landkreise und die Stadt Rosenheim in Oberbayern sowie der gesamte Regierungsbezirk Niederbayern hatten deshalb bereits die Notbremse gezogen und die Eindämmungsmaßnahmen in ihren Regionen verschärft.

Mehrere Landkreise in Bayern sind Corona-Hotspots: Regeln wurden verschärft

Viele bayerische Regionen gelten aber bereits als regionale Hotspots. Überall dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz bei über 300 liegt und zusätzlich die Intensivbetten im Sprengel der örtlichen Rettungsleitstelle zu mehr als 80 Prozent ausgelastet sind, gelten die Regelungen für eine rote Krankenhaus-Ampel. Flächendeckend ist dies erst der Fall, wenn die Zahl von landesweit 600 Covid-Intensivpatienten erreicht ist. Am Freitag lagen 29 Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern bei einer Inzidenz von 300 oder mehr, bundesweiter Spitzenreiter war der Kreis Miesbach mit 715,7.

Corona-Regeln Schule Bayern: Maskenpflicht in Schulen kommt zurück

An Bayerns Schulpforten heißt es von Montag, 08.11., an erneut: Maske auf! Nach dem Ende der Herbstferien gilt wegen der explodierenden Zahl an Corona-Infektionen vorübergehend wieder die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch am Sitzplatz und unabhängig von etwaigen Mindestabständen. Für Grundschüler gilt die Vorgabe eine Woche lang, sie dürfen auch Alltagsmasken aus Stoff benutzen. An den weiterführenden Schulen sind für zwei Wochen mindestens medizinische „OP-Masken“ Pflicht.

Söder bei Pressekonferenz: 3. Impfung werde für alle nötig

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich vehement für eine flächendeckende Drittimpfung gegen das Coronavirus in Deutschland ausgesprochen. „Es macht Sinn, dass jeder einen Antikörpertest macht“, sagte Söder am Mittwoch nach einer Sitzung seines Kabinetts in München. „Am Ende wird jeder zu einer Auffrischungsimpfung kommen müssen“, fügte er hinzu. Erfahrungen etwa aus Israel zeigten, dass die Drittimpfung massive Fortschritte in der Pandemiebekämpfung bringen könne.
Es brauche jetzt dringend auch eine Abstimmung auf Bundesebene in dieser und anderen wichtigen Fragen bei der Pandemiebekämpfung. Er könne sich eine Ministerpräsidentenkonferenz oder ein anderes Gesprächsformat vorstellen, sagte Söder. „Wir müssen eine gemeinschaftliche Linie in der Corona-Bekämpfung haben.“