Immer mehr Corona-Patientinnen und -Patienten müssen auf Intensivstationen in bayerischen Krankenhäusern behandelt werden. Steigende Covid-19-Behandlungen bringen die Krankenhäuser in Bayern weiter in Bedrängnis. Am Donnerstag, 04.11.2021, waren landesweit 90 Prozent der Intensivbetten belegt. In 23 Kommunen war kein einziges Intensivbett mehr frei, wie aus dem täglich aktualisierten Intensivregister hervorgeht. Bayernweit liegen aktuell (Stand 04.11.2021, 07:00 Uhr) 493 Covid-Patienten auf den Intensivstationen. Davon müssen 264 Menschen invasiv beatmet werden.
  • Wie steht es in Bayern aktuell um die Corona-Ampel?
  • Wie hoch sind die Inzidenzwerte zu Neuinfektionen und Hospitalisierungsrate?
  • Welche Corona-Regeln gelten im Freistaatlaut Verordnung?

Immer mehr Menschen auf Intensivstationen - Wie steht die Corona-Ampel in Bayern?

Die Krankenhausampel, mit der die Corona-Situation in den Krankenhäusern des Freistaats dargestellt werden soll, bewegt sich in Bayern immer weiter in Richtung Rot. Am Donnerstag (4. November) waren landesweit 522 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung auf den Intensivstationen der Kliniken in Behandlung, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf seiner Internetseite mitteilte.
Damit steht die Ampel auf Gelb. Bei einer Zahl von 600 Intensivpatienten springt die Krankenhaus-Ampel auf Rot, wie das Kabinett am Mittwoch beschlossen hat. Allerdings treten die Beschlüsse erst an diesem Samstag in Kraft.
Denn am 3. November, wurden neue Corona-Regeln für Bayern beschlossen, bei der auch die Ampel angepasst wurde. Diese gelten ab Samstag. Auf Nachfrage berichtet ein Sprecher des Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege: Vorgesehen sei nach der Konferenz nun unter anderem, die Krankenhausampel bei einer landesweiten Überlastung des Gesundheitswesens um eine Intensivbettenkomponente zu erweitern und mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen. Danach werde die gelbe Stufe gelten, sobald entweder in den vorangegangenen sieben Tagen landesweit mehr als 1200 Covid-19-Patienten in ein bayerisches Krankenhaus eingewiesen wurden oder – das ist neu – landesweit mehr als 450 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind. Sobald nach Feststellung des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege eine der beiden Alternativen greift, gelten landesweit die Maßnahmen der gelben Ampelstufe ab dem auf die Feststellung folgenden Tag.
Die rote Stufe gilt, sobald „landesweit mehr als 600 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt sind. Sobald dies nach Feststellung des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege der Fall ist, gelten landesweit die Maßnahmen der roten Ampelstufe ab dem auf die Feststellung folgenden Tag.“

Krankenhaus-Ampel Stufen: Welche Maßnahmen gelten ab 06.11.21?

Am Donnerstag, 28.10.21 verkündete Ministerpräsident Markus Söder neue Maßnahmen für die Krankenhaus-Ampel:
Bereits bei Stufe Gelb treten zusätzlich Schutzmaßnahmen in Kraft, sagte Söder. Es werde auf FFP2-Masken umgestellt. Springt die Krankenhaus-Ampel landesweit auf Gelb, gelte statt 3G dann 3G-plus – also die Pflicht zum PCR-Test für Ungeimpfte. Aus 3G-Plus werde dann 2G, jedoch nur in Diskos, Clubs und ähnlichen Einrichtungen.
Springt die Krankenhaus-Ampel auf Rot, dann wird laut Söder 2G deutlich ausgeweitet. Wo die 2G-Regel gilt, gebe es dann keine Einschränkungen. Ausgenommen von der 2G-Regel sollen unter anderem ÖPNV und Handel bleiben. Auch bei der Gastronomie und bei körpernahen Dienstleistungen, etwa Friseuren, werde es bei einer 3G-plus-Regelung bleiben.
In zahlreichen Landkreisen und kreisfreien Städten Bayerns mit hohen Sieben-Tage-Inzidenzen und einer hohen Auslastung der Krankenhäuser gelten bereits jetzt die Regelungen einer roten Ampel oder Vorgaben mit ähnlichen Konsequenzen. Darunter ist der gesamte Regierungsbezirk Niederbayern und mehrere Kreise Oberbayerns, sowie die kreisfreie Stadt Rosenheim.
Voll belegt sind unter anderem die Intensivstationen in Stadt und Landkreis Landshut. Oberbürgermeister Alexander Putz rief die Bevölkerung in dramatischen Worten zur Impfung auf: „Die schlimmste Zeit seit Anfang der Pandemie steht bevor“, sagte Putz laut Bayerischem Rundfunk. „Denken Sie an die ganze Gesellschaft und seien Sie solidarisch.“
Mehr Details zum neuen Plan in Bayern gibt es hier:

Coronazahlen Bayern: Inzidenz aktuell auf Rekordniveau

Nach einer starken Zunahme der Corona-Infektionszahlen ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern auf einen Rekordwert gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag beträgt sie im bayernweiten Durchschnitt 234,8 – höher als je zuvor. Der bisherige Rekord stand bei 217,8 und stammt vom 20. Dezember vergangenen Jahres. Die Inzidenz misst die Zahl der erfassten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche.
Im Bundesländer-Vergleich liegt Bayern damit an dritter Stelle hinter Thüringen (357,4) und Sachsen (336, 4). Besonders betroffen sind in Bayern Schulkinder, mit einer Inzidenz jenseits der 400er Marke.

Corona-Regeln von Hospitalisierungsrate abhängig

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist wegen des Impffortschrittes – mehr als 64 Prozent der Menschen in Bayern sind vollständig geimpft – nicht mehr die entscheidende Größe zur Bemessung des Infektionsgeschehens. Entscheidender ist inzwischen die Hospitalisierungsrate, dargestellt mit der sogenannten „Krankenhaus-Ampel“.

Lage auf Intensivstationen in folgenden Landkreisen in Bayern kritisch

Örtlich gibt es aber bereits Probleme bei der Versorgung unter anderem mit Intensivbetten. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte am Dienstag bereits von ersten „Abverlegungen“ gesprochen, die in einzelnen Krankenhäusern notwendig geworden seien. Weiterhin mit großem Abstand die bundesweit am stärksten betroffene Region ist der Landkreis Mühldorf am Inn mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 644,7. In den Landkreisen Miesbach, Traunstein und Straubing-Bogen gab das RKI die Inzidenz mit Werten über 500 an. Ganz oder nahezu voll belegt sind die Intensivstationen im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen ebenso wie in weiten Teilen Oberbayerns. Auch im östlichen Niederbayern hat sich die Lage verschärft.