In Bayern ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen leicht gestiegen. Nach aktuellen Fallzahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag (04.01.) beträgt der Inzidenzwert (Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche) 199,9. Das RKI selbst betont, dass die Zahlen aufgrund der Weihnachtsfeiertage und des Jahreswechsels unvollständig sein konnten - wegen geringerer Test- und Meldeaktivität. Bayern rechnet wegen der befürchteten Ausbreitung der Omikron-Variante in den kommenden Tagen mit noch mehr Neuinfektionen. Daher gelten in Bayern aktuell neue Corona-Regeln.
  • Was gilt also für private Treffen?
  • Kann man im Restaurant essen gehen?
  • Welche Regeln gelten im Einzelhandel?
  • Die neuen Corona-Regeln in Bayern in der Übersicht.

Private Feiern und Kontaktbeschränkungen in Bayern – alle Regeln im Überblick

Seit 28. Dezember 2021 dürfen sich nur noch maximal zehn Geimpfte und Genesene privat treffen - das gilt bei privaten Zusammenkünften. Wenn auch nur ein Ungeimpfter dabei ist, gelten ohnehin noch striktere Kontaktregeln: Dann sind nur noch Treffen der Angehörigen eines Haushaltes mit höchstens zwei Angehörigen eines weiteren Haushalt erlaubt.
Ausgenommen sind, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums mitteilte, bei der Zählung Kinder unter 14 Jahren, wie im Bund-Länder-Beschluss vereinbart. Das bedeutet für Bayern eine gewisse Lockerung: Bislang waren lediglich Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren und drei Monaten von der Zählung ausgenommen gewesen. anderen Bereichen, etwa bei Zugangsbeschränkungen nach der 2G- oder der 2G-plus-Regel.

Gastronomie in Bayern: 2G, Sperrstunde und Obergrenze an Personen

Nach wie vor gilt in Bayern die 2G-Regel in Restaurants und Cafés, sowohl drinnen also auch draußen: Zutritt haben also ausschließlich Geimpfte und Genesene. Die Obergrenze für 10 Personen, die sich treffen dürfen gilt in der Gastronomie nicht. Bei der 2G-Regeln sind nun Kinder unter 14 generell ausgenommen - und nicht nur wie bisher Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren und drei Monaten. Damit schwenkt Bayern nun doch auf den gemeinsamen Bund-Länder-Kurs ein.
Die Sperrstunde für die Gastronomie in Bayern bleibt zwar weiterhin bestehen, sie wurde allerdings für die Silvesternacht ausnahmsweise aufgehoben.

Testpflicht bei 2G+ in Bayern – sie gilt auch für Geimpfte

Für Geimpfte mit „Booster“-Auffrischimpfung fällt in Bayern die zusätzliche Testpflicht bei Corona-Zugangsregeln weitgehend weg – vorerst bis zu einer Überprüfung der Maßnahme nach spätestens zwei Monaten. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern. Menschen, die „geboostert“ wurden müssen – außer etwa in Kliniken sowie Alten- und Pflegeheimen – nirgendwo mehr, wo sonst weiterhin die 2G-plus-Regel gilt, einen zusätzlichen Test vorlegen. Die Booster-Impfung muss aber mindestens zwei Wochen zurückliegen.

Einzelhandel in Bayern: Diese Geschäfte sind von der 2G-Regel ausgenommen

Auch im Einzelhandel gilt in Bayern nach wie vor die 2G-Regel. Ausnahmen bilden dort Geschäfte des täglichen Bedarfs. Das sind:
  • Lebensmittelhandel (Supermärkte)
  • Getränkemärkte
  • Drogerien
  • Reformhäuser
  • Babyfachmärkte
  • Spielzeugläden
  • Schuhgeschäfte
  • Apotheken
  • Sanitätshäuser
  • Optiker und Hörakustiker
  • Tankstellen
  • Zeitungskioske
  • Post
  • Buchhandlungen
  • Blumenläden
  • Tier- und Futtermittelmärkte
  • Baumärkte
  • Gartenmärkte
  • Großhandel

Das gilt für Veranstaltungen im Sport und in der Kultur in Bayern

In Bayern gilt bisher schon für große überregionale Sportveranstaltungen ein Zuschauerverbot. Dieses wurde nun ausgeweitet. Nun sind auch bei großen überregionalen Kulturveranstaltungen und vergleichbare Veranstaltungen keine Zuschauer zugelassen.

Neue Corona-Maßnahmen nach MPK erwartet - Holetschek will bundesweite Omikron-Regeln

Mit Blick auf den nächsten Corona-Gipfel am Freitag, den 07.01.2022, äußerte sich der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) mit dem Wunsch nach einheitlichen Corona-Regeln im Kampf gegen die Omikron-Variante. Holetschek erhofft sich von der Ministerpräsidentenkonferenz am Freitag bundeseinheitliche Maßnahmen, um „nicht blind in eine fünfte Welle zu laufen“. Die Regierungschefs sollten am 7. Januar Maßnahmen beschließen, „mit denen wir der Omikron-Variante bundesweit Einhalt gebieten können“, sagte Holetschek der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag). Die Staatsregierung werde dann prüfen, „an welchen Stellschrauben wir in Bayern noch drehen müssen und welche weiteren Maßnahmen wichtig und erforderlich sind“.
Aufgrund der höheren Übertragbarkeit und der noch nicht ausreichenden wissenschaftlichen Daten zu Omikron sei Vorsicht geboten. Die Belastung des Gesundheitssystems sei immer noch hoch. Bei Omikron halte er „eine Verkürzung oder gar Befreiung von der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen“ für denkbar, sagte Holetschek. Zwischen Infektionsschutz und Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur sei abzuwägen. Es brauche aber aussagekräftige wissenschaftliche Daten, um entscheiden zu können.

Diakonie: Keine schärferen Corona-Regeln für Kinder und Jugendliche

Die Diakonie Bayern fordert, Kinder und Jugendliche weiterhin von Corona-Kontaktbeschränkungen auszunehmen. Die bislang geltenden Ausnahmen von den 2G- beziehungsweise 2G-plus-Regeln sollten weiterhin gelten, sagte Diakoniepräsident Michael Bammessel am Donnerstag. „Kinder und Jugendliche leiden besonders unter den Kontakt- und Freizeitbeschränkungen. Gerade jetzt ist es wichtig, dass sie weiterhin etwa sportlichen Aktivitäten nachgehen können.“
Die bislang geltenden Ausnahmeregelungen für Kinder und Jugendliche müssten über den 12. Januar hinaus verlängert werden, forderte der evangelische Sozialverband. Dann läuft die befristete Regelung in der bayerischen Infektionsschutzverordnung aus.
„Kinder und Jugendliche brauchen den Kontakt zu Gleichaltrigen und die Möglichkeit, ihren Interessen auch außerhalb von Schule und Häuslichkeit nachzugehen. Das sollten sie auch solange als möglich tun können“, sagte Bammessel weiter. Kinder und Jugendliche seien bei der Frage nach einer Impfung abhängig von ihren Eltern. „Wir dürfen nicht vergessen: Kinder und Jugendliche unter 18 benötigen zur Impfung die elterliche Einwilligung. Wenn die nicht vorliegt, werden Kinder möglicherweise zum Opfer der Impfskepsis ihrer Eltern.“