• Bayern droht ein harter Corona-Winter: Mit strengen Corona-Regeln will die Landesregierung die vierte Welle brechen
  • Am 23.11. hat das Kabinett die angekündigten neuen Gegenmaßnahmen beschlossen
  • Am 24.11. traten die Regeln in Kraft
  • In Hotspots soll es Zusatzregeln geben. Wo droht dann ein Lockdown?

Ab wann gilt ein Landkreis in Bayern als Hotspot?

Mehr als ein Viertel der bundesweit registrierten Corona-Neuinfektionen ist in Bayern gemeldet worden. Ein Blick auf das Dashboard des RKI zeigt für Bayern nicht nur rot markierte Landkreise, sondern pinkfarbene und lila Kreise, da die Inzidenz dort über 500 oder sogar über 1000 liegt. Der Freistaat hat angesichts der sehr hohen Inzidenzwerte eine Kategorisierung eingeführt: Landkreise, die eine Inzidenz mit einem Wert von über 1000 aufweisen, gelten als Hotspots.

Inzidenz über 1000: Diese Landkreise in Bayern sind betroffen

Acht Landkreise in Nieder- und Oberbayern liegen derzeit über der Marke von 1000 und gelten dadurch als Hotspots. Folgende Kreise in Bayern sind aktuell Corona-Hotspot (Stand 24.11.)
  • Freyung-Grafenau (1512)
  • Dingolfing-Landau (1079)
  • Rottal-Inn (1274)
  • Mühldorf a.Inn (1160)
  • Traunstein (1056)
  • Berchtesgadener Land (1080)
  • LK Rosenheim (1358)
  • Stadt Rosenheim (1168)

Landkreis Freyung-Grafenau hat höchste Inzidenz in Bayern

Der Landrat von Freyung-Grafenau, Sebastian Gruber (CSU), nannte die Lage katastrophal. „Unsere Kliniken und die Intensivkapazitäten sind nahe am Kollaps, es gibt schon einzelne Verlegungen in andere Regierungsbezirke“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk.
Tatsächlich waren nach Zahlen des Divi-Intensivregisters vom Sonntag, 21.11., alle 18 Intensivbetten des Landkreises belegt, zwölf davon mit Corona-Patienten, von denen neun invasiv beatmet werden mussten. Auch in Landkreisen wie Berchtesgadener Land, Nürnberger Land, Regensburg, Haßberge oder Main-Spessart war nichts mehr frei. In ganz Bayern waren dem Register zufolge lediglich noch zehn Prozent aller Intensivbetten frei.

Lockdown in Hotspots: Welche Regeln gelten bei einer Inzidenz über 1000?

Die Corona-Regeln in Bayern werden verschärft. In Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 1000 sollen ab Mittwoch weite Teile des öffentlichen Lebens heruntergefahren. Das kommt einem Lockdown für alle gleich, der keine Ausnahme zwischen Geimpften und Ungeimpften zulässt. Diese Regeln sollen nach jetzigem Stand dann greifen:
  • Schließung der Gastronomie
  • Schließung von Beherbergungsbetrieben aller Art
  • Schließung von Sportstätten
  • Schließung von Kulturstätten
  • Verbot für Freizeitveranstaltungen
  • Verbot für Sportveranstaltungen
  • Verbot für Kulturveranstaltungen
  • Hochschulen müssen auf digitale Lehre umstellen.
Auch in Baden-Württemberg müssen sich die Menschen auf strengere Corona-Regeln einstellen. Auch dort haben sich einige Kreise zu Hotspots entwickelt. Die Landesregierung reagiert darauf unter anderem mit nächtlichen Ausgangssperren für Ungeimpfte.

Welche Ausnahmen von Schließungen sollen im Lockdown in Hotspots in Bayern gelten?

Anders als zunächst geplant dürfen aber Friseure nun doch offen bleiben. Schulen und Kitas sollen auch in einem Lockdown in einzelnen Kreisen in ganz Bayern offen bleiben. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 19.11.2021 nach Beratungen der CSU-Freie-Wähler-Koalition in München an. Schulen und Kitas sollen bleiben offen. Das gleiche gilt für den Handel – dort gilt eine verschärfte Beschränkung auf eine Person pro 20 Quadratmeter.
„Wir handeln rasch, konsequent und sofort - und hoffen sehr, dass es wirkt“, sagte Söder. Endgültig soll das neue Paket allerdings erst am Dienstag im Kabinett beschlossen und anschließend im Landtag beraten werden - dies sei bei derartigen Einschnitten nötig, sagte Söder. Alle Maßnahmen sollen dann in der Nacht auf Mittwoch in Kraft treten.

Schließung der Clubs und Discos in Bayern

In eine Art Lockdown gehen in Bayern alle Clubs – unabhängig von der Inzidenz im jeweiligen Landkreis oder von der 2G-Regelung. Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen müssen Clubs und Diskotheken erneut dicht machen, obwohl sie erst seit Anfang Oktober wieder geöffnet haben.

Österreich bereits im Lockdown für alle

Impf-Appelle und Einschränkungen für Ungeimpfte haben nichts genützt: Österreich geht in einen weiteren Lockdown. Das Land werde ab Montag erneut in einen Lockdown gehen, der für Geimpfte und Genesene definitiv spätestens am 13. Dezember enden werde. Nähere Informationen gibt es im folgenden Artikel: